1. Das Leben ist Traum - Theater Bremen
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Versdrama in drei Akten von Pedro ­Calderón de la Barca



 Die Geburt des polnischen Prinzen Sigismund steht unter einem schlechten Stern: Er werde ein grausam herrschender Tyrann, künden seinem Vater, König Basilio, die Sterne. Aus Sorge um das Wohlergehen seines Landes lässt Basilio daher seinen Sohn als Kind in einen Turm sperren, ihn einsam und fern jeglicher Zivilisation aufwachsen – nur aus Erzählungen des ihm zum Lehrmeister bestellten Clotald erahnt Sigismund die Welt außerhalb seines Gefängnisses. Als sich Jahre später für den alt gewordenen König die Nachfolgefrage stellt, soll der Prinz jedoch eine Chance bekommen, das Erbe des Vaters anzutreten, bevor Herzog Astolf oder Prinzessin Estrella dazu bestimmt werden. Durch ein Schlafmittel betäubt, wird Sigismund an den Hof gebracht und dort als Herrscher empfangen – und wie es die Sterne prophezeiten, verfällt Sigismund im Rausch der Macht entmenschter Raserei. Um eine Katastrophe zu verhindern, wird er wiederum betäubt und in den Turm zurückgebracht. Nach dem vorgetäuschten Traum erwacht, bestärkt Clotald den an der Wirklichkeit des Daseins Zweifelnden in dem Glauben, das Erlebnis sei nur ein Traum gewesen. Doch unter dem großen Eindruck des Trugspiels von Traum und Wirklichkeit beginnt sich Sigismund zu läutern und wandelt sich zum Verfechter der Tugend des guten Handelns.


Es geht um nichts weniger als um die existenzielle Frage nach der Abgrenzung von Wirklichkeit und Traum, Schein und Sein sowie um die Gegenüberstellung von schicksalhafter Vorbestimmung und freiem Willen, die der spanische Dramatiker und Poet Pedro Calderón de la Barca in seinem großen barocken Versdrama »Das Leben ist Traum« thematisiert. Es sind die moralischen Grundlagen unserer Existenz, die mit philosophischer und sprachlicher Kraft dramatisch beleuchtet werden. Und es geht nicht zuletzt –  1635, mitten im Dreißigjährigen Krieg ver-fasst – um Strukturen von Macht, Herrschaft und Identität.



Regie: Robert Schuster

Bühne und Kostüme: Jens Kilian

Musik: Jörg Gollasch

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