Was muss passieren, damit der amerikanische Musikmarkt auf einen deutschsprachigen Künstler aufmerksam wird? Eine Bühnenshow, die ihresgleichen sucht? Eine eingängige Melodie? Oder, wie im Fall von Ace Tee, ein R&B-Retro-Musikclip mit einer Prise 90er-Jahre versehen?

Ace Tee Singlecover
In den 80ern machte Falco als Erster einen Abstecher an der Spitze der Billboard-Charts, Milli Vanilli schafften es in den 90er-Jahren von sich reden zu machen und vor kurzem gelang dem DJ Felix Jaehn der Dancefloor-Coup in den Staaten. Nun ist über den Jahreswechsel offenbar eine kleine Rap-Sensation passiert: Das Video zum Song "Bist du down?" der Hamburgerin Ace Tee und ihres Kollegen Kwam.e traf zielgenau die Nerven des urbanen amerikanischen Marktes. Alles begann mit einem Tweet einer Kanadierin. „The new TLC are german, pass it on“. Eine halbe Million YouTube-Aufrufe später springen auch New Yorker Szene-Medien wie „The Fader“ oder auch die „Vogue“ auf den Zug auf und preisen das neue Musikvideo sowie den Rap der Hamburgerin.  

Ace Tee setzt Hamburg auf die Weltkarte

Ace Tee selbst zieht ihre Inspiration tatsächlich aus den Klassikern der 90er R&B-Szene. 1993 geboren war die Rapperin zwar noch recht jung, als ihre Vorbilder Aaliyah, Missy Elliot, MC Lyte, TLC oder Kelis ihre Großtaten vollbrachten, hingehört hat sie jedoch offenbar ganz genau.

Ace Tee Covershoot
Sie unterscheidet sich deutlich davon, was das deutsche Rap-Game derzeit so ausspuckt und das wirkt nicht nur erfrischend sondern passt auch zum typischen Retro-Trend der letzten Jahre. Vinyl-Verkäufe überholen digitale Downloads, Filme wie „Ghostbusters“ oder „Independence Day“ erleben eine Reinkarnation, ein Clinton stellt sich zur Präsidentschaftswahl auf, da wundert es nicht, dass auch in der Musik die Einflüsse der 90er zurückkommen.  

Für ihr in Eigenregie produziertes Video diente der TLC-Clip „What About Your Friends“ als Inspiration. Gedreht wurde es in Hamburg, unter einer Brücke im Schanzenviertel. Dazu der rollende Groove ihrer Single „Bist du down?“, ein Vibe, der dem tristen Januar etwas mehr Farbe verleiht und der Beweis, dass die neue Musik-Generation Hamburg wieder auf die Karte setzt!