Allround-Zaubermittel Nummer 1 für die sanfte Faltenbehandlung ist Botulinumtoxin A. Die BTX-A-Therapie ist weltweit der häufigste ästhetische Eingriff. Das simple Prinzip des Medikaments: Es glättet mimische Falten, indem es die Muskeln entspannt. Jedes Mal, wenn Menschen die Stirn runzeln oder in die Sonne blinzeln, bewegen sich bestimmte Gesichtsmuskeln. Wird das Präparat gezielt in die überaktive Muskulatur injiziert, beugt es auch der Entstehung neuer Falten vor.

Heute bekannt unter dem Handelsnamen Botox, Xeomin, Vistabel und dem erst kürzlich zugelassenen Azzalure wurde Botulinumtoxin A erstmals 1817 von dem schwäbischen Landarzt Dr. Justinus Kerner beschrieben. Der Name des Präparats entstand, als Kerner von "Wurstgift" sprach (lateinisch botulus = Wurst, toxin = Gift). Er entdeckte damals einen Zusammenhang zwischen bestimmten Todesfällen durch Lähmung der Muskulatur und dem Verzehr verdorbener Nahrungsmittel.

Bisher sind die sieben Varianten des Botulinumtoxins A, B, C, D, E, F und G bekannt. In der Medizin wird heute vor allem das biotechnologisch gewonnene Botulinumtoxin Typ A eingesetzt - sowohl zur Therapie gegen Verspannungen, Muskelkrämpfe und krankhaftes Schwitzen als auch zur Faltenbehandlung. Seit 2006 ist es in Deutschland offiziell als "Spritze gegen die Zornesfalte" autorisiert.

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Mit Botulinumtoxin A können neben mimischen Falten wie "Krähenfüßen", "Denkerfalten" oder die am seitlichen Nasenrücken sitzenden "Häschenfalten" auch hängende Mundwinkel, Linien am Hals und am Dekolleté behandelt werden. Die Unterspritzung ist Millimeterarbeit. Schon kleinste Fehler können negative Resultate bringen. Ist die Dosierung zu hoch oder die Handhabung falsch, kann die Mimik starr wirken. Wer will schon wie eine Wachsfigur aussehen? Also sollte man unbedingt einen erfahrenen Arzt wählen. Ärztelisten gibt es beispielsweise bei der Deutschen Gesellschaft für Botulinumtherapie e.V. (www.dgbt.de).

"Botox ist wie die Prophylaxe in der Zahnmedizin", sagt Professor Dr. Albert Hofmann, Facharzt für Plastische Chirurgie mit Schwerpunkt Ästhetik. Es verhindert, dass aus Fältchen tiefe Falten werden. Wer regelmäßig Botox spritzen lässt, verlernt das Runzeln an den behandelten Stellen. Allerdings sollte man nicht übertreiben und maximal zwei Mal im Jahr spritzen lassen. "Die Muskeln dürfen nicht permanent ausgeschaltet sein. Sonst degenerieren sie, und man sieht eingefallen aus", warnt Hofmann.
Kathrin Kunterding