Auf ihre alte Plattenfirma sind Radiohead nicht gut zu sprechen. "Die haben unsere letzten Alben nicht verstanden und versucht, uns in eine kommerziellere Richtung zu drängen", so Gitarrist Jonny Greenwood. "Das sind Leute, die keine Ahnung von Musik haben, sondern aus der Gastronomie- oder Mode-branche kommen."

Also stellten Radiohead ihr neues Werk einfach ins Internet, die Fans durften entscheiden, wie viel sie dafür bezahlen wollen. Mit Erfolg: Von zwei Millionen Downloads wurden 60 Prozent mit mindestens einem Euro honoriert. Was der Band mehr Profit beschert als ein regulärer CD-Verkauf. Die Industrie zittert schon: Jamiroquai und Madonna haben ähnliche Aktionen angekündigt. Für Liebhaber der guten alten Silberscheibe erscheint "In Rainbows" nun aber auch bei einem Indielabel.

Marcel Anders