Wenn Zähne fehlen oder nicht mehr funktionsfähig sind, hilft der Zahnersatz. Eine Alternative zur klassischen Brücke (festsitzend) oder Prothese (herausnehmbar) ist das Implantat. Für diese Möglichkeit entschied sich die 22-jährige Anja, die bei einem Fahrradunfall drei Zähne in der Oberkieferfront verlor. Professor Dr. Dr. Elmar Esser, Pressereferent der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) und Gründer des ImplantatCentrums Osnabrück: "Gerade für einen so jungen Menschen wäre eine Brücke eine Belastung. Die Zahnimplantate fühlen sich an wie die eigenen Zähne und können wie echte Zahnwurzeln belastet werden."

First-Class-Lösung
Die schraubenähnlichen Implantate werden in den Kiefer eingesetzt und wachsen natürlich in den Knochen ein. Je nach Knochenfestigkeit und Verfahren werden neue Keramikzähne entweder sofort oder nach einigen Monaten auf die Implantate gesetzt. Anja ist ein halbes Jahr später mit dem Ergebnis zufrieden: "Meine Zähne sehen schöner aus als vorher, und ich fahr auch schon wieder Fahrrad - allerdings jetzt mit Helm."

Ohne ausreichend Knochen kein Implantat
Damit Implantate gesetzt werden können, ist eine bestimmte Knochenlänge Voraussetzung. Reicht der vorhandene Knochen nicht aus, wird mit synthetischem Material oder - sehr selten - mit Knochen aus dem Kieferbereich aufgebaut. Die Entwendung aus der Hüfte ist nicht mehr zeitgemäß.

Und es tut gar nicht weh
Autsch - das alles klingt nach Schmerz. Doch die moderne Implantologie ist minimal-invasiv, und auch beim Knochenaufbau kann heute besonders schnell und schonend behandelt werden. Mit dem Intralift wird die Kieferhöhle im oberen Seitenzahnbereich ohne großen Schnitt geöffnet. Der Zugang erfolgt über einen winzigen Tunnel per Ultraschall. Mit-Erfinder dieses neuen Verfahrens ist Professor Dr. Marcel Wainwright, zertifizierter Implantologe: "Den Patienten geht es nach dem Eingriff hervorragend, sie können abends sogar ausgehen. Beim herkömmlichen Sinuslift sind sie oft verquollen wie ein Fußball und haben Schmerzen."

Minigerät bei Kieferengstand
Und wenn die Zähne extrem eng und schief zusammenstehen, weil der Kiefer zu klein ist? Neueste Methode: Ein Minigerät wird in den Kieferknochen eingesetzt, wo es durch kontinuierliche Dehnung für Knochenneubildung sorgt. Die Zähne haben mehr Platz und richten sich automatisch gerade.
Kathrin Kunterding