Außenseiter: In "Glee" übernimmt der engagierte Spanischlehrer Will Schuester die Leitung des Show-Chors seiner High School, um ihn zu altem Glanz zurückzuführen. Denn im Ansehen rangiert der an der Schule etwa dort, wo in Deutschland die Schach AG anzusiedeln ist. Ganz unten. Während die vermeintlich coolen Schüler im Football-Team oder bei den Cheerleadern aktiv sind, ist der singende und tanzende Glee-Club ein Auffangbecken für Außenseiter.

Beatles: In den USA brach "Glee" den Chartrekord der Beatles. Bislang hielten die Fab Four mit 71 Singles in den Billboard Hot 100 den Rekord als erfolgreichster "Non-Solo Act". Inzwischen wurden sie vom "Glee"-Ensemble überholt, die bis-her 75 Songs, welche in der Serie in voller Länge gesungen werden, in den Charts platzieren konnten.

Cameo: Als Cameo bezeichnet man im Gegensatz zum Gastauftritt einen Prominenten, der sich selbst spielt. Vor allem im TV-Dauerbrenner "Die Simpsons" gilt das als Ritterschlag. Den umjubeltsten Cameo-Auftritt bei "Glee" hatte bisher Britney Spears, aber auch Meat Loaf und Olivia Newton-John spielten sich in "Glee" bereits selbst. Der Cameo des abgespeckten "Glee"-Ensembles bei den Simpsons wiederum fiel eher enttäuschend aus.

Doubles: Doubles sind bei "Glee" tabu. Alle Darsteller, darunter einige Broadway-Veteranen, singen und tanzen selbst.

Erfinder: Ryan Murphy führte Regie beim Julia-Roberts-Film "Eat Pray Love". Bekannt wurde der Erfinder von "Glee" allerdings schon durch seine bitterböse Serie "Nip / Tuck". Als Kind wollte der offen schwul lebende Amerikaner Papst werden. Die Nonnen mussten ihn früher aus der Kirche zerren, weil er stundenlang beichtete.

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Fans: Es gibt Trekkies, es gibt Losties, und nun gibt es auch noch Gleeks. Das Kunstwort aus Glee (Fröhlichkeit) und Geek (Streber) ist in Amerika sowohl eine Bezeichnung für Fans der Serie als auch für Mitglieder realer Glee-Clubs, wie es zum Beispiel Ashton Kutcher während seiner Schulzeit war.

Gastauftritte: Stars stehen Schlange für einen Auftritt in "Glee". Bisher zu sehen - und zu hören - waren unter anderem Gwyneth Paltrow, Neil Patrick Harris und Javier Bardem. Gaststargerüchte (Jennifer Lopez, Paul McCartney) werden im Netz heiß gehandelt. Katy Perry forderte ihre Fans gar auf, eine Facebook-Kampagne zu starten, um ihr einen Gastauftritt zu verschaffen.

Homosexualität: Die Gay & Lesbian Alliance Against Defamation (GLAAD) verlieh "Glee" den Preis als beste Comedyserie für die positive Darstellung homosexueller Charaktere. Ryan Murphy hob in seiner Dankesrede die Rolle des Kurt Hummel hervor: "Allen schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen Kids da draußen möchte ich versichern, dass Kurt niemals das Opfer sein wird."

Image: Unabhängig vom Quotenerfolg gilt der Einkauf von "Glee" schon jetzt als erfolgreichster Coup von Super RTL, dem das Image eines Kindersenders anhaftet. Mit "Glee" möchte der Sender einen programmatischen Neuanfang einleiten. Doch selbst Geschäftsführer Claude Schmit gab zu, dass "Glee" in einer Liga spiele, die für Super RTL eigentlich ein bisschen zu hoch sei.

Jane Lynch: Allein wegen Jane Lynch lohnt es sich, "Glee" zu schauen. Sie sorgt als intriganter Cheerleader-Coach Sue Sylvester für schauspielerische Highlights und Sprüche, die bissiger sind als jeder Pitbull. 2010 wurde die 50-Jährige als "Beste Nebendarstellerin" mit einem Emmy ausgezeichnet.

Kontroverse: Für das Magazin "GQ" fotografierte Meisterprovokateur Terry Richardson die "Glee"-Schauspielerinnen Lea Michele and Dianna Agron in anzüglichen Posen. Die Kinderschutz-Organisation "Parents Television Council" geißelte die Motive als "hart an der Grenze zur Pädophilie", schließlich verkörperten die beiden 24-Jährigen High-School-Schülerinnen.

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Lima: Schauplatz der Serie ist die McKinley High in Lima, Ohio. Benannt wurde der real existierende 45 000-Seelen-Ort nach der Hauptstadt von Peru. L.I.M.A. ist allerdings auch eine Abkürzung für "Lost In Middle America" - der Titel einer TV-Dokumentation über diese Stadt, in der eine Supermarkteröffnung zu den gesellschaftlichen Highlights zählt.

Myspace: Während die ganze Welt gerade im Facebook-Fieber ist, reden sowohl Schüler als auch Lehrer in "Glee" immer wieder von ihren Myspace-Seiten. Nicht ohne Grund: Fox, der Heimatsender der Serie, und Myspace gehören zum gleichen Medienkonzern.

New Directions: Will Schuester taufte seinen Glee-Club New Directions. Der größte Konkurrent bei den Meisterschaften ist Vocal Adrenaline.

Obama: Auf Einladung der First Lady sang das "Glee"-Ensemble bei einer traditionellen Familienveranstaltung im Weißen Haus. Michelle Obama und ihre Töchter sind bekennende Gleeks.

Porno: Parodien haben im Porno Tradition. Es dauerte nicht lange, bis Hustler den Film "This Ain't Glee XXX" drehte, in dem Doubles des Original-"Glee"-Ensembles singen, während sie zur Sache kommen.

Queen: "Glee"-Star Lea Michele, die Rachel Berry spielt, hat sich auf ihrer linken Schulter eine Notenfolge aus Queens "Bohemian Rhapsody" tätowieren lassen.

Rückzieher: Coldplay erlaubten den "Glee"-Machern zunächst nicht, ihre Songs zu verwenden. Nachdem sie die Serie gesehen hatte, entschuldigte sich die Band und gab ihren gesamten Songkatalog frei.

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Songs: Die Songs in "Glee" sollen zum Kernthema jeder Folge passen und gleichzeitig die Story vorantreiben. Die immer wieder überraschende Liederauswahl besteht aus aktuellen Pophits, Musical-Stücken und Klassikern aus den 80ern und 90ern.


Tribute-Folgen: In Tribute-Folgen widmet sich der Glee-Club den Songs eines einzigen Künstlers, bisher vor allem den Erstligistinnen des Pop: Madonna, Lady Gaga und Britney Spears (siehe auch Cameo).

Unterdrückung: Wie es an High Schools Brauch ist, wird die Hackordnung durch gezielte Attacken gefestigt. Die bevorzugte Wahl der Qual an der McKinley High ist ein "Slushie Facial": ein halbgefrorenes Getränk mitten ins Gesicht.

Vergleich: Wer in den 80ern schon alt genug war, um fernzusehen, den mag die Serie an "Fame - Der Weg zum Ruhm" erinnern. Junge Zuschauer werden Ähnlichkeiten zu den "High School Musical"-Filmen entdecken. Beide Vergleiche hinken.

Wettbewerb: Wettbewerb ist das treibende Element des "Glee"-Plots. Zum einen stehen die Lehrer in Konkurrenz um Budgets und Ruhm an der Schule, zum anderen trainiert der Glee-Club für die High-School-Meisterschaften.

X Factor: "Don't Stop Believing" zu covern - einer der zentralen Songs in der ersten "Glee"-Staffel - verhalf bereits zwei Teilnehmern der Castingshow "X Factor" zum Sieg: in Holland Jaap van Reesema und in Großbritannien Joe McElderry.

YouTube: Tausende Fans verspüren das Bedürfnis, die "Glee"-Songs nachzusingen und bei YouTube zu posten. Um dem Karaokedrang nachzukommen, gibt es auf den Soundtracks auch Instrumentalstücke.

Zitat: "Glee" spaltet die Gemüter. Nachdem ein Programmverantwortlicher bei Fox die Pilotfolge sah, waren seine ersten Worte der Legende nach: "Was zur Hölle ist das? Ich möchte sofort aus dem Fenster springen." 2010 gewann "Glee" den Golden Globe als beste Comedyserie und war für 19 Emmys nominiert.