Ach, Deutschland, du hast schon so viel erlebt. Und da die wenigsten bei all den denkwürdigen wie tragischen Ereignissen der letzten Jahrzehnte dabei waren, laufen in regelmäßigen Abständen Spielfilme im TV, die uns zeigen, wie es damals war. Die Riege der Schauspieler ist dabei nahezu immer die gleiche. So war Heino Ferch, der deutsche Bruce Willis, etwa schon als Kumpel beim "Wunder von Lengende" dabei, floh durch einen selbst gegrabenen "Tunnel" aus der damaligen DDR oder half als General das abgeriegelte Berlin via "Luftbrücke" zu versorgen - ein Teufelskerl. Und dann ist da natürlich Deutschlands berühmteste Laiendarstellerin Veronika Ferres. Wegen ihr wurde das Genre TV-Geschichtsdrama scheinbar erst erfunden. Egal ob als Frau vom "Checkpoint Charlie", Mutter eines farbigen Kindes während der Nazi-Zeit ("Neger, Nerger, Schornsteinfeger") oder Dienstmädchen, das ein jüdisches Mädchen vor dem KZ rettet ("Anna's Heimkehr"): Die Ferres ist stets die toughe, nicht unterzukriegende Kämpferin. Toll, Vroni, toll!

Ein weiterer, nicht müde werdender TV-Zeitreisender ist Heiner Lauterbach. Der Heiner rannte schon durchs brennende "Dresden", war bei der "Sturmflut" in Hamburg dabei und ging mit der "Gustloff" unter. Jawohl! Nur logisch also, dass er es sich -ganz im Gegensatz zu Ferch und Ferres- auch nicht nehmen lässt, beim einem Flug der Hindenburg mit an Bord zu sein. In der Rolle des Hugo Eckener, dem Geschäftsführer der Zeppelin Reederei Frankfurt am Main, ist er ein Luftschiffpionier der ersten Stunde und kämpft gegen alle Widerstände für das Überleben der Luftschifffahrt und seiner Reederei. Beides klappte bekanntlich nicht so gut. Wer mehr über die Hindenburg und Hugo Eckener wissen will, der kann entweder bei Wikipedia nachschlagen oder -für die ganz Harten- beim Zweiteiler von RTL einschalten.

Text: André Depcke


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