Ob in der Oper, im Schauspielhaus oder im Kellertheater - auf den Bühnen Frankfurts ist 2016 einiges los. PRINZ hat die Schauspiel-Highlights für euch zusammengestellt. 

 

 

Januar

Bodo Bach - Auf der Überholspur

Der hessische Komiker Bodo Bach erinnert sich gerne mal an das erste Mal, wie zum Beispiel an den ersten Kuss oder das erste Auto. Warum? Na, der Entschleunigung wegen. Läuft doch heute alles so rasant, wir haben alle keine Zeit und müssen alle ständig verfügbar sein. Damit die Zeit nicht an uns vorbeirennt, soll man laut Bodo die ersten Male mehr Wert schätzen. Dazu erzählt er am 24. Januar in der Alten Oper Anekdoten aus seinem rasanten Leben. Unterhaltsam!

 

 

Der Sandmann

Die Katakombe nimmt ihre Inszenierung vom Sandmann nach der Erzählung von E.T.A Hoffmann erneut in ihr Programm auf: vom 18. bis zum 28. Januar können sich Zuschauer anschauen, wie der Stoff aus der Zeit der „Schwarzen Romantik“ in in unsere heutige Zeit hinein weitergesponnen wird, ohne jedoch den Original-Text zu verändern. Schauer- und Fantasie-Elemente werden ebenfalls aufgegriffen, um der Frage nachzugehen, wie unser Verhältnis heute zu „Automaten“, von denen wir umgeben sind und die wir gedankenlos benutzen, aussieht. 

 

Die Physiker

Der Titel Dürrenmatts beliebten Stückes klingt zu Unrecht irgendwie langweilig. Denn es geht um drei Verrückte in einem kleinem Sanatorium, die fest davon überzeugt sind, geniale Physiker zu sein. Nachdem sich alle drei in ihre Krankenschwester verlieben, bringen sie diese um. Bumm. Dies führt natürlich zu polizeilichen Ermittlungen... Ein Stück das beweist, dass wir uns nicht dümmer stellen können, als wir tatsächlich sind. Das Schauspielhaus präsentiert am 20. und 21. Januar jeweils von 19:30 bis 20:50 Uhr das Stück „Die Physiker“, inszeniert von Markus Bothe, der bereits für „Roter Ritter Parzival“ und „Ein Sommernachtstraum“ Regie geführt hat. 

 

Schuld und Sühne

Für den 17., 25. und 27. Januar sind noch Karten für die Dostojewski- Trilogie, dieses Mal inszeniert von Bastian Kraft, im Schauspielhaus zu haben. Jeweils um 19:30 Uhr werden die Zuschauer in ein Stück voller zwiespältiger Gefühle, Verfolgungswahn und Alpträume eintauchen. Mit unerbittlicher Klarheit können sich die Zuschauer direkt in den Kopf von Raskolnikow, der eine alte Pfandleiherin ermordet und später von den Zweifeln seiner eigenen Psyche zernagt wird, hineinversetzen. 

  

Romeo & Julia

Die Geschichte von Romeo und Julia ist höchstwahrscheinlich jedem ein Begriff. Das Internationale Theater Frankfurt führt den Shakespeare-Klassiker auf Englischer Sprache gekürzt, unkonventionell umgesetzt und mit einer Prise Humor am 28. Januar um 20 Uhr auf ihrer Bühne auf. 

 

Ich möchte lieber nicht

„Ich möchte lieber nicht“, beginnt der Angestellte Bartleby eines Tages seinem Arbeitgeber freundlich zu antworten, sobald dieser ihm Aufgaben aufträgt. Diese Geschichte einer Verweigerung nach dem Kultbuch von Herman Melville löst auch heute noch Diskussionen zwischen Philosophen und Soziologen aus und wird am 30. Januar um 20 Uhr auf der Bühne des Freien Schauspiels in Frankfurt vorgetragen. 

 

 

Februar

 

Der Prozess

Gegen Josef K. wird ein Prozess eröffnet. Er beteuert seine Unschuld, denn wer ihn anklagt und aus welchem Grund überhaupt - das bleibt ihm ein Rätsel. Je weiter er sich in den Prozess gegen ein hohes Gericht, das er nie zu sehen bekommt, verstrickt, desto unbegreifbarer wird ihm seine eigene Situation. Am 3. und 4. Februar, jeweils um 19:30 Uhr, präsentiert das Freie Schauspiel eine Roman-Inszenierung nach Franz Kafkas „Der Prozess“ und versucht damit, die Strukturen des Werkes erfahrbar werden zu lassen, ohne jedoch die Vieldeutigkeit innerhalb des Romans zu verlieren. 

 

„Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“

Noch bis zum 06. Februar läuft Stephan Kimmigs Inszenierung von Edward Albees Bühnenklassiker „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ im Schauspiel Frankfurt. Ein Stück, in dem es plötzlich um alles geht: Wahrheit, Lüge, Leben und Tod. 

 

Die Heilige Johanna der Schlachthöfe

Zugegeben dieses Stück hat einen merkwürdigen Titel, aber - auch wenn es in den 1930er Jahren verfasst wurde - behandelt es durchaus aktuelle Themen. Hier können die Zuschauer den ewigen Widerstreit zwischen Über- und Untermenschen, den reichen Wirtschaftsgiganten, Konzernbossen, Bänkern und den unendlich vielen Lohnabhängigen, die immer bloß nach materiellem Gut streben, beobachten. Unter dem Einfluss der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren verfasste Bertolt Brecht sein politisch aufrührendstes Stück. Am 10. Februar um 19:30 Uhr wird die Geschichte mit mehreren Dimensionen auf die Bühne des Freien Schauspiels gebracht.  

 

The Life

Noch bis zum 14. Februar können sich Zuschauer regelmäßig im English Theatre in dem Stück „The Life“ mit der Protagonistin Queen in ein Rotlichtmilieu begeben. Um sich und ihren Mann zu versorgen, beginnt Queen, als Prostituierte zu arbeiten und sich einzureden, es sei nicht von Dauer. Bald muss sie sich jedoch eingestehen, dass sie einen Bruch mit dieser Welt nicht ertragen würde.


Der kleine Prinz

„Man sieht am besten mit dem Herzen. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“. Vom 24. bis zum 26. Februar bringt das Internationale Theater die rührende Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry in Französischer Sprache auf die Bühne. Die Inszenierung dieser poetisch-philosophischen, herzlichen Geschichte ist für Kinder ab 6 Jahren geeignet. 

 

Die vier Himmelsrichtungen

Uffgepasst, Hesseköpp - hier geht's um unsere heimliche hessische Hauptstadt Frankfurt: Die Inszenierung befasst sich mit Menschen, die täglich aus allen vier Himmelsrichtungen nach Frankfurt kommen und versuchen, hier eine neue Heimat zu finden. Vier Menschen begegnen sich hier schein zufällig, aber schicksalhaft, denn alle vier erleben eine Wende in ihrem Leben. Macht neugierig! Vom 25. bis zum 28. Februar im Gallus-Theater, jeweils um 20 Uhr. 

 

 

März

 

Die 39 Stufen

Nach einem Theaterabend findet Richard Hannah seine hübsche Begleiterin mit einem Messer im Rücken in seiner Wohnung vor. Sterbend warnt sie ihn vor den „39 Stufen“, einer geheimen und gefährlichen Spionage-Organisation. Zuletzt kommt Richard den Stufen auf die Spur und muss in einem bühnenreifen Showdown ein letztes Mal verzweifelt versuchen, seine Unschuld zu beweisen. Die Inszenierung nach Alfred Hitchcock und John Buchan läuft am 11. und 12. März um jeweils 20:30 Uhr im Kellertheater.

 

 

April

 

Die lustigen Weiber von Windsor

Das Papageno Musiktheater bringt am 15. April eine beschwingte und zugleich märchenhafte Komödie als Opernschauspiel auf seine Bühne: „Die lustigen Weiber von Windsor“. Der Adelige Sir John Falstaff hat nur Essen, Trinken und Frauen im Kopf. Dieses Mal hat er es sogar auf zwei Frauen gleichzeitig abgesehen. Doch die beiden schmieden einen Plan, um dem faulen Sir John eine Lektion zu erteilen. Begleitet wird die Aufführung von der Musik von Otto Nicolai und der phantasievollen Ausstattung von Annette Finde.  

 

 

Mai

 

Der Vorname

Noch bis zum 21. Mai führt das Kellertheater regelmäßig um 20:30 Uhr die Inszenierung „Der Vorname“ auf. Das mit der höchsten französischen Auszeichnung nominierte Stück überzeugt miteinem Wechselbad der Gefühle, pointierten Dialogen und erstaunenden Wendungen. Außerdem schwingt eine gewisse Gesellschaftskritik mit. Bei einem gemütlichen Abend mit Freunden scheinen die größten Probleme von Pierre und seiner Frau Elisabeth eine verschwundene Fernbedienung und scharfes Essen zu sein. Dies ändert sich schlagartig nachdem ein bestimmter Name fällt und damit eine Kettenreaktion an Emotionen auslöst.   

 

 

Juli

 

Türkisch Gold

Jonas hat sich in Aynur verknallt. Jonas’ beste Freundin findet, das kann nicht gut gehen. Auf eine sehr geschickte Art spielt „Türkisch Gold“ mit Vorurteilen gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen und Religionen, explizit einer deutsch/türkischen Jugendliebe zwischen den Kulturen. Die Aufführungen im Kellertheater finden vom 12. bis zum 14. Juli jeweils um 10 Uhr statt und eignet sich besonders für Jugendliche ab 12 Jahren. 

 

 

Oktober

 

My Fair Lady

Anlässlich seines 20-jährigen Jubiläums bringt das Papageno Musiktheater das beliebte Musical „My Fair Lady“ nach dem Buch „Pygmalion“ von George Bernard Shaw, an 6 Abenden, vom 18. bis zum 23. Oktober, auf die Bühne. Sprachforscher Professor Higgins begeistert sich für das Studium der Sprachen und Dialekte. Mit seinem Kollegen schließt er eine Wette ab: innerhalb von 6 Monaten soll aus der Blumenverkäuferin Eliza Doolittle eine Lady mit gepflegter Ausdrucksweise werden. Bald wird Higgins bewusst, dass ihm die junge Frau mehr bedeutet, als er angenommen hatte. 

 

Die Bremer Stadtmusikanten

Vier vollkommen unterschiedliche Charaktere schließen sich zusammen, um sich gemeinsam den Herausforderungen des Alltags und den Gefahren dieser Welt zu stellen. Das musikalische Märchen frei nach den Gebrüdern Grimm wird am 29. Oktober auf der Bühne des Papageno Musiktheaters aufgeführt. Das Besondere dabei: das Stück wird in vielen schnellen, ineinander übergehenden Szenen und mit vielen verschiedenen Figuren präsentiert. Jedoch ohne dabei die Moral der Geschichte plakativ herauszustellen oder pädagogisch heranzutragen. Eine sehr bunte, lustige und spannende Bilderbogen-Inszenierung.