Frankfurts Museen und Kunsthäuser halten für das Jahr 2016 einige besondere Ausstellungen bereit. PRINZ hat für euch eine Auswahl der Highlights getroffen.

  

Der Nabel der Welt 

Im Programm „Kultur trifft Natur“ verbindet das Senckenbergmuseum den wissenschaftlichen Blick auf die Natur mit einer künstlerischen Sichtweise. Als Teil dieses Programmes wird noch bis zum 3. Februar die Ausstellung „Der Nabel der Welt“ Foto- und Videodokumentationen sowie Objekt- und Installationskunst der deutschen Künstlerin Mia Florentine Weiss zeigen. Den Mittelpunkt der Ausstellung stellt "Pegasus"dar, die Skulptur ist an der Decke installiert. Das Besondere daran: in die Flügel des Pegasus sind zahlreiche Gegenstände eingebaut, die der Künstlerin bei Begegnungen in der ganzen Welt mitgegeben wurden. 

 

Tuchfühlung - Kostas Murkudis und die Sammlung des MMK 

Noch bis zum 14. Februar widmet das Museum für Moderne Kunst (MMK II) Kostas Murkudis, einem der weltweit renommiertesten Designer der Gegenwart, eine erste Museumsausstellung. 

Bereits 2013 stiftete Murkudis große Teile seines Archivs, Prototypen und sogar Originalentwürfe an drei internationale Museumssammlungen. Murkudis verbindet plastische Materialien mit bildnerischer Praxis und architektonischen Einflüssen und hebt sich dadurch von gängigen Modeschauen extrem ab. Durch neue Präsentationsformen, unter anderem installative und mediale, verändert Kostas Murkudis Schaffen die traditionellen Sichtweisen und Standards der Modewelt. 

 

William Forsythe - The Fact of Matter

Im MMK I stellt der international erfolgreiche Choreograf und Tänzer William Forsythe vom 17. Oktober 2015 bis zum 13. März 2016 eine Auswahl seiner choreografischen Objekte, Videoinstallationen und andere interaktive Environments vor. Diese Ausstellung macht sich den teils fließenden Übergang zwischen bildender Kunst und Choreographie zum Thema. Forsythe zählt zu den bedeutensten Ballettchoreographen, da er die Darstellung des Tanzes maßgeblich änderte. Dies gelang ihm durch spezielle Installationen im Raum, die auch den Besucher zum Akteur werden lassn. Und auch in der Ausstellung kann der Besucher Teil des Ganzen werden. Klingt spannend! 

 

Sturmfrauen

Zum ersten Mal werden mit 280 Werken insgesamt 18 Sturm-Künstlerinnen des Expressionismus, des Kubismus, Futurismus, Konstruktivismus und der Neuen Sachlichkeit in der Schirn Frankfurt präsentiert. So wird den Besuchern ein Überblick über die wichtigsten Kunstströmungen der Avantgarde im Berlin des frühen 20. Jahrhunderts vermittelt. Noch bis zum 7. Februar können die wichtigsten Werke aller 18 Sturm-Frauen in ihrem extra eingerichteten Ausstellungsraum besichtigt werden. 

 

Heather Phillipson - EAT HERE

Ebenfalls bis zum 7. Februar werden in der für Besucher frei begehbaren Rotunde der Schirn die Werke der britischen Künstlerin Heather Phillipson zum ersten Mal in Deutschland ausgestellt. Mithilfe diverser unterschiedlicher Medien wie Objekte, Filme und Töne, widmet sich das Werk "EAT HERE" dem Herzen: als Motiv, Metapher und auch biologisch. Für diese Ausstellung wurde der Boden der Rotunde mit einem dicken roten Teppich bedeckt, in dessen Zentrum eine rotierende Plattform aufgestellt wurde, auf der wiederum eine stattliche Styroporskulptur in Form eines Fußes prangt. 

 

Britta Thie - Translantics

Seit dem 28. April 2015 läuft bereits das eigens für die Schirn Kunsthalle Frankfurt produzierte Kunstprojekt von Britta Thie: "Translantics". In der 6-teiligen Serie, die nur online auf der Website der Schirn zu sehen ist, geht die Künstlerin der interessanten Frage nach, wie sich in den letzten 20 Jahren das eigene Selbstverständnis, Emotionen und Umgangsformen aufgrund digitaler Entwicklungen verändert haben. Mit der Unterstützung von fiktiven und non-fiktiven Künstlern, Freunden, aber auch Schauspielern zeigt sich in der Serie das Bild einer Generation, die genau weiß, wie sie die Vorteile der virtuellen Inszenierung zu Nutze machen kann und trotzallem noch nostalgisch auf die analogen Medien der Vergangenheit zurückschaut. Hier geht es zur Web-Serie.

 

Ich 

Vom 11. bis zum 29. Mai widmet sich die Themenausstellung "ICH" dem Selbstporträt der Gegenwartskunst. Im Facebook - Zeitalter, in dem die Selbstdarstellung für jeden Einzelnen zu einem täglich leicht zugänglichen Werkzeug geworden ist, geht diese Ausstellung der Frage nach, was Künstler dem wohl entgegenzusetzen haben. Mit etwa 40 Installationen widmet die Schirn diese Ausstellung den Künstlern, die nach einer zeitgemäßen Form der Selbstdarstellung mithilfe von verschiedenen künstlerischen Medien suchen.

  

Pioniere des Comic

In einer Themenausstellung von beträchlicher Größe stellt die Schirn vom 17. Juni bis zum 18. September die Pioniere des Comic vor, die experimentierfreudig und fortschreitend die künstlerischen und inhaltlichen Maßstäbe für spätere Comics setzten. Präsentiert werden außerordentliche Serien von ausgewählten, meist amerikanischen Zeichnern, die die Kulturgeschichte des Comic erheblich mitbestimmten. Darunter: Windsor McCay, Lyoner Feininger, Charles Formell, George Herriman, Cliff Sterrett und Frank King. 

 

 

Kunst für Alle - der Farbholzschnitt in Wien um 1900

Der Holzschnitt erlebte in ganz Europa zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine innovative Wiederentdeckung. Vom 7. Juli bis zum 3. Oktober gibt die Ausstellung "Kunst für Alle" in der Schirn mit rund 170 Werken einen umfangreichen Überblick über Wiener Künstler, die dem Farbholzschnitt wieder Leben einverleibten. 

 

 

Constant Dullaart - The Possibility of an Army

Die Schirn präsentiert seit November eine weitere Online-Performance: "The Possibility of an Army" des niederländischen Künstlers Constance Dullaart. Die eigens für die Schirn entwickelte Serie setzt sich auf kritische Art und Weise mit dem Verständnis von digitaler Identität auseinander. Ausgangspunkt für Dullaart Beobachtungen ist vor allem die heutige Möglichkeit für jeden, sich im Internet selbst darzustellen und sein Image nach Vorliebe so oft wie möglich mit unterschiedlichen anderen Eigenschaften auszuschmücken und zu verändern. Hier geht es zur Web-Performance.

 

 

Geschlechterkampf

Im Ausstellungshaus des Städel Museums Frankfurt wird vom 24. November 2016 bis zum 19. März 2017 die Installation "Geschlechterkampf. Franz von Stuck bis Frida Kahlo" zu sehen sein. Die Ausstellung setzt sich dabei auf künstlerische Art und Weise mit Geschlechterrollen von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs auseinander. Aufgebaut wird dafür vor allem auf dem Sammelbestand des Städel Museums, darunter Gemälde von: Max Liebermann, Edvard Munch und Franz von Stuck. Aber auch wichtige Skulpturen und Fotografien werden öffentlich gezeigt.