Was hat Jorge González mit Messern zu tun? Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Starkoch Tim Mälzer und dem japanischen Unternehmen "Kai" für dessen Messerlinie, arbeitet nun auch González für die neuerscheinende Beauty Care Linie mit "Kai" zusammen. Beide waren zu Gast auf der "Ambiente" Messe in FrankfurtDie Chance, die beiden in der Mainmetropole zu treffen, ließen wir uns natürlich nicht entgehen: PRINZ hat im Interview erfahren, ob sich Frankfurt bald über ein neues Tim-Mälzer-Restaurant freuen darf, aber auch, in welchem Hamburger Café Jorge González seinen Lieblingskuchen bekommt.  

  

Herr Mälzer, wo verbringen Sie nach der Messe hier in Frankfurt den Feierabend?

Mein Vater lebt hier in der Gegend, deshalb werde ich später wohl bei ihm auf dem Sofa sitzen. Ansonsten mag ich die Läden von Julian Smith, die sind sehr schön, zum Beispiel das Chinaski. Generell aber gebe ich nicht so gerne einzelne Gastro-Empfehlungen heraus. Ich möchte nicht, dass sich die Betreiber der Lokale, die ich nicht empfohlen habe, dann vielleicht zurückgewiesen fühlen. 

 

Kann die Frankfurter Gastro-Szene mit anderen Städten mithalten?

Die Gastro-Szene ist in Frankfurt sehr spannend, weil sie oftmals viel kreativer ist, als in anderen Städten.

 

Auch kreativer als in Hamburg?

Ja, viel kreativer, vor allem mutiger und besonderer, was sicher mit der Internationalität zu tun hat. Sehr viele gute Gastro-Konzepte kommen aus Frankfurt.   

Tim Mälzer

 

Seit 2012 hat Frankfurt das Restaurant Hausmanns: Können Sie sich vorstellen, ein weiteres Restaurant im Zentrum zu eröffnen? 

Wir haben vor sechs Wochen in Wien ein neues Restaurant eröffnet. Für Frankfurt würde ich sagen: Alles zu seiner Zeit. Klar, wir schauen uns um, aber bisher haben wir noch kein spannendes Objekt gefunden. Und wir wollen nicht nur irgendwas machen. Das muss passen. Falls also jemand einen Tipp hat - her damit!  

 

Gehen Sie bei der Karte der Restaurants auf die typischen Gerichte der Region ein oder ist bei jedem Konzept Ihre Handschrift zu erkennen?

Das ist ganz unterschiedlich. In der Bullerei in Hamburg ist meine Handschrift zum Beispiel sehr deutlich zu erkennen. In den anderen Restaurants ist mein Einfluss zwar da, aber man bekommt weniger Tim Mälzer serviert, das heißt die Küche ist nicht überall so persönlich wie in der Hansestadt. Die Hausmanns in Düsseldorf und in Frankfurt basieren zum Beispiel auf einer ähnlichen Küchensprache, die sich auch an der jeweiligen Regionalität orientieren. In Wien probieren wir gerade eine ganz neue Form der Kulinarik, die von der regionalen und insbesondere der reduzierten Küche geprägt ist. In meinem Craft-Beer-Laden arbeiten wir bei der Zubereitung der Speisen überwiegend mit handwerklich gebrautem Bier. Ich habe keinen festen Stil und bin kulinarisch ein bunter Vogel. Ich tobe mich sehr gerne aus.    

 

Wie steht’s um Handkäs' und Ebbelwoi?

Ich liebe das! Ich habe gerade sogar eine "Handkäs mit Musik"-Phase (regionale Spezialität bestehend aus Sauermilchkäse, Zwiebeln und Kümmel, Anm. d. Red.). Ich mag diese Würzigkeit, ich mag den spritzigen Essig und ich habe auch einen Faible für Kümmel. Die Apfelwein-Nummer ist nicht ganz mein Ding. Es ist okay, wenn man hier ist, aber ich würde mir keine Flasche kaufen und die mit nach Hamburg nehmen. Das gehört hier in die Region - und das ist auch gut so.      

 

Sie beide wohnen in Hamburg - treffen Sie sich ab und zu?

Jorge González
Jorge González: Wir sind seit über zehn Jahren befreundet. Manchmal treffen wir uns privat bei Tim zu Hause. Wenn Freunde zu Besuch sind, wollen die immer in die Bullerei - das ist schon fast wie mein Esszimmer. Tim und ich, wir verreisen aber auch privat hin und wieder. Wir waren zum Beispiel gemeinsam auf Kuba. Tim hat dort meine Familie kennengelernt. Wir haben eine enge Bindung.  

 

Tim Mälzer: Meine Bullerei ist ein Sammelplatz vieler meiner Freunde. Ich verbinde gerne das Angenehme mit dem Nützlichen, denn in dem Restaurant kann ich arbeiten und trotzdem Sozialpflege betreiben. Wenn Jorge und ich uns also mal nicht privat besuchen, treffen wir uns im Lokal oder im Off-Club in Altona, der aber nur von mir betreut wird und kulinarisch etwas anspruchsvoller und komplexer ist.  

  

Herr González, Sie haben ja schon viele Stationen hinter sich: Kuba, Bratislava, Prag und letztlich HamburgWarum sind Sie denn damals ausgerechnet nach Hamburg gezogen?


Ich habe mir ein paar Städte angesehen beim Reisen, aber ich kam nach Hamburg und es war Liebe auf den ersten Blick. Die Sauberkeit in der Stadt, die schöne Architektur und die vielen Brücken - Hamburg hat immerhin mehr Brücken als Venedig, das hat mich sehr fasziniert.    

 

In Kuba scheint aber öfter die Sonne als in Hamburg! 
Ich mag das Hamburger Schietwedder. Für mich ist der Himmel nicht grau, sondern silber.  

Welche sind ihre Lieblingsorte zum Entspannen?

Ich liebe den Hafen und die Strandperle. Ich gehe auch gerne an der Alster mit meinem Hund spazieren - ich liebe die Natur und das Wasser! Ich mag das Café Lindtner in der Eppendorfer Landstraße und super leckeren Kuchen gibt es im Café Gnosa in St. Georg, dort esse ich immer meinen Lieblingskuchen: Birnenrahmtorte.