Mit Ikonen ist es so eine Sache: Sie wollen gehegt und gepflegt werden und man tut gut daran, ihnen die Aufmerksamkeit zu schenken, die ihnen gebührt. Das Hamburg Museum hat das verstanden - ist ja schließlich auch irgendwie sein Job, für eben solche Hamburgensien den passenden Rahmen zu bieten - und lotete Mitte November zum vierten Mal einen ganz besonderen Wettbewerb aus: Wer macht Hamburgs bestes Franzbrötchen?  

 

Franzbrötchen: Der Wettbewerb 2015

 

Die Kandidaten beim Franzbrötchenwettbewerb 2015
Die Kandidaten beim Franzbrötchenwettbewerb 2015
Die Flunder unter den Zimtschnecken gibt es in Hamburg bei jedem Bäcker und doch kommt der Plunderteig in unterschiedlichen Ausführungen daher. Eine gute Idee also, einmal festzustellen, wer Hamburgs bester Franzbrötchen-Bäcker ist. Entscheiden sollten das die Hamburger selbst – per Verkostung. Mitmachen durfte, wer eine der heißbegehrten Zeitkarten ergatterte. Die waren nötig, weil der Andrang doch größer war als zunächst vermutet. Das Foyer war brechend voll, das Kontingent an Verkostungstickets nach einer knappen halben Stunde bereits  erschöpft und zahlreiche Interessenten mussten sich enttäuscht mit den (sehr leckeren) Franzbrötchen außer Konkurrenz im Foyer oder der Backvorführung im Hörsaal begnügen.

Zu recht vernachlässigt, das gedrückte Franzbrötchen: nicht so hübsch anzusehen
Zu recht vernachlässigt, das gedrückte Franzbrötchen: nicht so hübsch anzusehen
Weit über 20 Hamburger Bäckereien stellten sich der viel beachteten Herausforderung. Und tatsächlich: Wer hätte gedacht, dass es so viele unterschiedlich aussehende Franzbrötchen gibt? Alle nach ihrem ganz eigenen Franzbrötchen-Rezept gebacken und nach „klassisch gedreht“ und „unterschätzt gedrückt“ unterteilt. 29 Franzbrötchen wurden präsentiert, einmal im Ganzen – schließlich sollte auch das Aussehen bewertet werden – und einmal in Probierhäppchen angehäuft. Kalorien zählten zwar nicht, aber spätestens am dritten Tisch musste man sich eingestehen, dass man jetzt doch besser zu den kleineren Probierstückchen greifen sollte, um bis zum Ende durchhalten zu können. Am Ende gab es ein klares Ergebnis: Die Kleine Konditorei aus Eimsbüttel belegte den ersten Platz in der Kategorie "gedrehtes Franzbrötchen", gefolgt von der Bäckerei Baumgarten und Dat Backhus

 

 

Typisch Hamburger: Das Franzbrötchen-Fazit

 

Eindeutig gedreht
Eindeutig gedreht
Die Ansprüche an das perfekte Franzbrötchen könnten unterschiedlicher nicht sein - das ließ der eine oder andere Verkoster-Kommentar beim Ausfüllen der Bewertungsbögen durchblicken. Die Geschmäcker sind nunmal verschieden, keine große Überraschung eigentlich. Der eine mag es eben klitschig, der andere knusprig oder nicht so süß und ein ganz anderer wusste nach Tisch sechs schon gar nicht mehr, wo geschmacklich oben oder unten war. Trotz der verdienten Siegerehrung hat die Hamburger-Spezialitäten-Veranstaltung deutlich gemacht: Hamburg braucht seine Franzbrötchen-Vielfalt. Unser Fazit zum Franzbrötchen-Wettbewerb 2015 fällt jedenfalls positiv aus: eine witzige und vor allem leckere Veranstaltung. Bitte mehr davon! Eine Frage bleibt jedoch unbeantwortet: Wer braucht schon gedrückte Franzbrötchen?

 

Übrigens gehört das Franzbrötchen für uns zu den 10 Dingen, die man in Hamburg unbedingt einmal gegessen haben sollte! Ein Franzbrötchen-Rezept zum Ausprobieren haben wir auch für euch parat.


Hier noch einmal die Gewinner in der Gesamtwertung:

 

Franzbrötchenliebe
Franzbrötchenliebe
Das beste gedrehte Franzbrötchen

1. Die Kleine Konditorei

2. Bäckerei Baumgarten

3. Dat Backhus

4. Bäckerei & Konditorei Pritsch 

5. Bäckerei Allaf

6. Konditorei Fastert

7. Bäckerei Körner (Blankenese)

8. Braaker Mühle Brot und Backwaren

9. Von Allwörden

10. Ihr Finkenwerder Bäcker

 

Wildes Aussehen beim gedrückten Franzbrötchen
Wildes Aussehen beim gedrückten Franzbrötchen
Das beste gedrückte Franzbrötchen

1. Bäckerei Muchow

2. Café Reinhardt Bäckerei und Konditorei

3. Bäckerei Baumgarten

4. Bäckerei Körner (Blankenese)

5. Ihr Finkenwerder Bäcker

6. Bäcker Becker