Das Jahr hat gerade erst begonnen und schon kommen sie nach Hamburg – die vielen guten Musiker aus aller Welt. Unsere Redaktionsleiterin Anika Haberecht empfiehlt euch hier ihre Lieblingskonzerte des Winters.

 

 

Di, 12.01. Ben Caplan @Nochtspeicher (ausverkauft)

 

Allein schon dieser Bart! Dazu die meist kratzige, oft kräftige, manchmal sogar samtig-weiche Stimme, dann noch ein Banjo, ein paar Streicher – fertig ist das Caplan-Menü. Der Kanadier ist ein Multitalent und viel jünger als seine zauselige Gesichtsbehaarung anmuten lässt. Ein charismatischer Musiker, der mal an Tom Waits, mal an Tom Jones erinnert. Da mag man sich am liebsten gleich ein Glas Cognac oder Whiskey einschenken. 

 

Das Konzert ist leider ausverkauft.

 

 

Fr, 29.01. Lydmor & Bon Homme @kukuun 

 

Bon Homme ist ein smarter Typ mit Melone, der für gewöhnlich mit seiner Band WhoMadeWho auf der Bühne steht. Wenn er das nicht tut, ist er ein gefragter Produzent und bastelt unter anderem Remixe für Digitalism und Hot Chip zusammen. Lydmor ist eine junge Sängerin und Produzentin und stammt wie Bon Homme aus Dänemark. In ihrer Kollaboration kommt zusammen, was zusammen gehört - so scheint es jedenfalls. Nach Skandinavien wollen die beiden nun auch Deutschland erobern. Mit ihrer starken Bühnenpräsenz und ihren tollen Electro-Pop-Songs sollte das kein Problem sein. 

 

Tickets gibt's ab 13,80€ im Vorverkauf.

 

 

Di, 02.02. Fraktus @Große Freiheit 36 (ausverkauft)

 

Sie haben in den achtziger Jahren Techno erfunden, waren stilbildend für diverse Bands der Folgejahrzehnte und nun preschen sie in die Zukunft vor, in die Welt modernster Tools und Gadgets: Welcome to the Internet! Heinz Strunk, Rocko Schamoni und Jacques Palminger haben sich als Fraktus neu erfunden - und das muss man einfach mal gesehen (und gehört) haben! Das Konzert ist übrigens ausverkauft, aber am Folgetag gibt es zum Glück noch eine Zusatzshow. Und wer sich eher für die Theaterbühnenversion interessiert, sollte am 10.02, 11.02., 12.03. oder 15.04. ins Thalia Theater gehen

 

Das Konzert ist leider ausverkauft. Tickets für die Zusatzshow am 03.02. gibt's ab 24,90€ im Vorverkauf

 

 

Mi, 03.02. Daughter @Gruenspan (ausverkauft)

 

Daughter spielen genau die richtige Musik für graue Wintertage. Das Trio aus London baut auf intime, zerbrechliche Songs, die oft düster wirken, zugleich aber strahlen. Wer es träumerisch mag, sollte sich das Konzert unbedingt ansehen - vorausgesetzt natürlich, es ist gelungen, eines der begehrten Tickets zu ergattern.  

 

Das Konzert ist leider ausverkauft.

 

 

Fr, 05.02. Suede @CCH 2

 

Es ist neben dem Auftritt von The Cure im Oktober vielleicht das Konzert-Ereignis des Jahres in der Hansestadt: Die Wegbereiter des Britpop werden an diesem Abend ihr neues Album "Night Thoughts" in voller Länge spielen, dazu wird der begleitende Film gezeigt. Richtig gut: Anschließend gibt es noch ein Best-of-Set der Band. Dass ich das noch erleben darf!

 

Tickets gibt's ab 37,75€ im Vorverkauf.

 

 

So, 07.02. Tame Impala @Mehr! Theater

 

Mit "The Less I know" haben Tame Impala einen Sommer-Hit geschaffen, der auch im Winter noch nachklingt und für gute Laune sorgt. So wunderbar leichtgängig und dabei ganz und gar nicht cheesy ist Gitarren-Pop selten - mit ihrem letzten Album "Currents" haben die Australier wirklich ein Meisterwerk geschaffen. Dass sie live von der musikalisch gleichgesinnten Psychedelic-Band Jagwar Ma unterstützt werden, macht den Konzertbesuch gleich noch attraktiver. 

 

Tickets gibt's ab 35,70€ im Vorverkauf.

 

 

Fr, 26.02. Damaged Goods Festival "Stockholm Syndrome" @Hafenklang

 

Wer die Hamburger Post-Punk-Party Damaged Goods kennt, die für gewöhnlich in der Molotow Skybar oder im Hafenklang residiert, der weiß, dass dabei nur Gutes herauskommen kann, wenn die DJs Herr_Brandt, Reklovski und M. Flöß sich zusammenfinden. Diesmal wird nicht nur zu Post Punk, New Wave und Synthpop aus der Konserve getanzt, es werden auch ein paar schwedische Bands live auf der Bühne zu sehen sein: Holograms, A Projection, Then Comes Silence und Liste Noire. Wenn die paar Euro nicht gut investiert sind, dann weiß ich auch nicht.

 

Tickets gibt's ab 15,05€ im Vorverkauf.

 

 

Sa, 05.03. Federico Albanese @Resonanzraum 

 

Wer Neo-Klassik mag und Künstler wie Lambert oder Nils Frahm schätzt, sollte sich Federico Albanese unbedingt anschauen und -hören. Der aus Mailand stammende Pianist und Komponist übersetzt Euphorie und Sehnsucht, Melancholie und Erinnerung in sanfte Klavierklänge. Dazu schichtet er Cellomelodien und Effekte so, dass am Ende minimalistische Sinfonien entstehen. In Hamburg war er zuletzt im Rahmen des Reeperbahn Festivals 2015 im Hamburger Schulmuseum zu sehen. Uns hat der Piano-Poet dort auf jeden Fall verzaubert!

 

Tickets gibt's ab 23€ im Vorverkauf

 

Mi, 09.03. Savages @Knust

 

Verehre das Leben: Übersetzt man den Titel des aktuellen Savages-Albums "Adore Life", könnte man meinen, es handele sich um den Claim eines esoterischen Frauanmagazin-Artikels. Auch wenn Savages so wenig mit Esoterik zu tun haben wie John Lennon mit Punkmusik - irgendwie haben sie doch recht. Verehren wir das Leben ein bisschen mehr, genießen wir die schönen Momente, die gute Musik. Zum Beispiel den rohen, lauten Post-Punk von Savages. Vermutlich lohnt es sich, Tickets frühzeitig zu sichern. Ihre letzte Show in Berlin war nämlich komplett ausverkauft.

 

Tickets gibt's ab 24,20€ im Vorverkauf.

 

 

Sa, 12.03. Blaue Blume @Häkken (Nachholtermin)

 

Die Band mit dem wundervollen Namen wurde bereits in der vergangenen Ausgabe dieses Empfehlungsformats angepriesen. Da der Gig der Dänen jedoch wegen Krankheit abgesagt und auf März 2016 verschoben werden musste, taucht der Konzert-Tipp nun wiederholt bei uns auf. Und da man gute Dinge nunmal nicht oft genug empfehlen kann, sei euch erneut gesagt: Wer die fragile Stimme von Antony Hegarty mag und auch vor einem kraftvolleren Sound als den von Antony and the Johnsons nicht zurückschreckt, der sollte sich Blaue Blume nicht entgehen lassen. Geheimtipp!

 

Tickets gibt's ab 15€ im Vorverkauf.

 

 

Mo,14.03. Tindersticks @Kampnagel

 

Man könnte dieser Stimme stundenlag zuhören: Stuart Staples tiefes Organ ist so eingängig, dass einem die Wärme fast unter die Haut kriecht. Dichte, schwere Lieder machen sich breit und vermögen es, einen völlig zu vereinnahmen. Vorausgesetzt der Sound stimmt. Nachdem es bei seinem letzten Gig auf Kampnagel vor knapp drei Jahren hörbar Probleme mit dem Wohlklang der Gitarre des Briten gab, wird diesmal hoffentlich alles wieder gut. Aber den schönen Liedern kann eh nichts so leicht anhaben.

 

Tickets gibt's ab 39,55€ im Vorverkauf.

 

 

Weitere Konzert-Highlights 2016

 

Mo, 04.04. Animal Collective @Gruenspan

So, 10.04. Tocotronic @Molotow (ausverkauft)

So, 10.04. The Coral @Knust

Mi, 13.04. William Fitzsimmons @Gruenspan

Do, 14.04. a-ha @Barclaycard Arena

Di, 19.04. Stereo Total @Uebel & Gefährlich

Mo, 06.06. Muse @Barclaycard Arena

Fr, 01.07. Coldplay @Volksparkstadion

Fr, 15.07. Element of Crime @Stadtpark

Mo, 17.10. The Cure @Barclaycard Arena

 

 

Anika Haberecht leitet die PRINZ-Redaktion und empfiehlt hier regelmäßig Veranstaltungen. Wenn sie gerade mal nicht die Fäden bei PRINZ zusammenhält, legt sie am Wochenende im Rahmen ihrer Indie-Partyreihe lost in music Platten auf. In der Hansestadt trifft man sie am häufigsten in Plattenläden oder Konzert-Locations. Ihre Lieblingsclubs sind das Molotow (Kult!) und die Prinzenbar (Stuck!). Zu ihren All-time-favourite-Bands zählen The Smiths, Belle & Sebastian, Tocotronic und The National.