Seit Mitte März ist Hamburg um einen Burger-Laden reicher. PRINZ hat Grilly Idol unter die Lupe genommen.

 

"In the midnight hour, she cried more, more, more / With a rebel yell she cried more, more, more."

 

Grilly Idol
Die selbst ernannte Burgermanufaktur Grilly Idol hätte Notting Grill, Elbgrillharmonie, Grill Bill oder Freakadelle heißen können - stattdessen haben sich die Betreiber für Grilly Idol entschieden. Eine gute Wahl!

 

Eine gute Wahl ist es nicht nur, sich bei der Namenssuche von der großartigen Popmusik-Ikone Billy Idol inspirieren zu lassen, sondern auch - trotz gefühltem Burger-Überangebot in der Hansestadt - ein weiteres Lokal dieser Art zu eröffnen. Schließlich hatte sich Grilly Idol bereits bewährt: Im Hinterhof des Molotows wurden regelmäßig Burger gebrutzelt. Die gefräßige Feier-Meute freute sich.

Grilly Idol

 

Im neuen Lokal in St. Pauli gibt es seit dem 15. März nun täglich Burger aller Art: Ob als Klassiker mit Bio-Rindfleisch, vegetarisch oder vegan mit Saitan oder Blackbeanpatty, hier findet jeder etwas für seinen Geschmack. Die Auswahl und die Kombinationsmöglichkeiten sind groß. Alle Fleischvariationen können beispielsweise statt mit 160g Rindfleisch auch als vegetarische Variante bestellt werden, darunter der Bluecheese Burger mit Bluecheesecream, Feigensenf und kandierten Walnüssen (9,50€) oder der Shitake-Champignon Burger mit frisch gebratenen Shitake-Pilzen und Champignons, Schmelzzwiebeln, Crème Fraîche und Grilly Haussauce (8,50€). Am teuersten aber auch gehaltvollsten kommt Smukals Juicy Lucy daher: mit 300g Bio-Rindfleisch mit Cheddar im Kern, knusprigem Bacon, Zwiebeln, saurer Gurke und Grilly Haussauce (14€). Namensgeber und Betreiber des Vintage-Instrumentenverleihs „Rückkopplung“, Christian Smukal, dürfte sich über diesen Eintrag auf der Speisekarte geehrt fühlen.

Grilly Idol
Bluecheese Burger mit Blackbeanpatty als Menü und veganer Guacagrilly Burger

Gehen zwei Vegetarier Burger essen

Was wie ein schlechter Scherz klingt, ist bei uns Realität. Deshalb landete auf unseren Tellern der vegetarische Bluecheese Burger mit Blackbeanpatty, als Menü mit Pommes und Krautsalat (14,50€) und der vegane Guacagrilly Burger mit Blackbeanpatty und hausgemachter Guacamole, Tomate, roten Zwiebeln, Ruccola und Ketchup (9€). Warum der vegane Burger teurer ist als ein Cheeseburger mit Bio-Rindfleisch (8,50€) enzieht sich unserer Kenntnis - und Logik.

 

Grilly Idol
Bluecheese Burger mit Blackbeanpatty, als Menü mit Pommes und Krautsalat (14,50€)
Immerhin: Die Kombination aus Blackbeanpatty und Bluecheesecream erweist sich als tolle Kombi, Feigensenf und Walnüsse sind die i-Tüpfelchen des Burgers. Nur die Pommes schwächeln ein wenig: Zwar sind sie salzig genug und sogar richtig schön knusprig, aber leider nur lauwarm, als sie uns am Tisch erreichen. Der vegane Guacagrilly Burger ist großzügig belegt, das Patty aus schwarzen Bohnen reicht weit über das Sesambrötchen hinaus, leider wurde aber etwas sparsam mit der Guacamole umgegangen, sodass der Burger insgesamt ein wenig zu trocken ist. 

 

Angerichtet werden die Burger auf hübschen Goldrandtellern, die Atmosphäre ist dank schöner Lampen, Holzpaneelen an Wänden und Decken und der eigens mosaikartig zusammengewürfelten Plakatwand mit aktuellen Veranstaltungen in Hamburg gemütlich, das Personal freundlich. Und keine Angst - hier läuft nicht die Diskographie von Billy Idol hoch und runter! 

Grilly Idol

Fazit: Grilly Idol bereichert die Burger-Landschaft und bietet insbesondere für Vegetarier eine große Auswahl und vielerlei Kombinationsmöglichkeiten. Etwas Luft nach oben ist zwar noch, aber Billy Idols Karriere ging auch nicht auf einmal steil bergauf.

 

PRINZ-Bewertung: 4/5 Sterne

 

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Anika Haberecht liebt es, neue Restaurants und Cafés zu testen. Als sie diesen Text schrieb, hörte sie Billy Idols Album "Vital Idol" aus dem Jahr 1985  - und hat nun erst einmal genug von dem britischen Popstar. Zu Grilly Idol wird sie wieder gehen, nicht nur, um das Saitanpatty zu probieren.