Herakut bei der Millerntor Gallery 2016
Herakut bei der Millerntor Gallery 2016

Vom 14. bis zum 17. Juli 2016 verwandelt die Millerntor Gallery #6 das Stadion des FC St. Pauli erneut in ein urbanes Festival aus Kunst, Musik und Kultur – vor allem aber ist diese Veranstaltung ein Statement für kreatives Engagement. Über 150 Ehrenamtliche haben sie möglich gemacht, genauso wie die vielen Künstler und Musiker, die zum Teil oder ganz auf ihre Gage verzichten. Unter dem Motto "Art creates Water" fließen die Erlöse in Projekte von Viva con Agua, um Menschen weltweit einen würdigen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.

Ausschnitt Wandgemälde im Millerntor
Ausschnitt Wandgemälde im Millerntor
Eine Kunstgalerie im Fußballstadion – das ist auch in der sechsten Ausgabe noch immer etwas Besonderes. Vor allem, wenn es sich dabei um die Spielstätte des FC St. Pauli handelt, im Herzen der Stadt. Schließlich sind der Verein, seine Fans und auch der Stadtteil selbst, immer etwas bunter, lauter und auch engagierter als man es sonst vielleicht kennt. Etwa 160 Künstler und Künstlerinnen aus aller Welt stellen hier ihre Werke aus oder gestalten Teile des Stadions neu, das dadurch selbst zu Kunst wird. Veranstaltungen wie die Millerntor Gallery oder auch die Altonale zeigen, dass Kunst nichts Abgehobenes oder Elitäres sein muss, sondern stattdessen Spaß machen, mitten in der Stadt passiert und vor allem etwas sein kann, das man in der Gemeinschaft erlebt – im Rahmen eines Urban-Art-Festivals für die ganze Familie. Ob Fotografie, Street Art, Installationen, Malerei, Bewegtbild, Musik, Poetry Slam oder Tattoo-Art: Bei der Millerntor Gallery#6 treffen diverse zeitgenössische Kunstformen aufeinander.

Internationale Künstler für den guten Zweck

Nachwuchskünstler Liam Tanzen bei der Arbeit
Nachwuchskünstler Liam Tanzen bei der Arbeit
Zu dem diesjährigen Line-up gehören neben den internationalen Größen wie Cranio (Graffiti-Künstler aus Brasilien), Ronald Ro Kernago (Maler aus Uganda), SadhuX (Aktivist aus Nepal), Alice Pasquini (Street-Art-Künstlerin aus Italien) und Jim Avignon (Pop-Art-Künstler aus Deutschland) auch Hamburger Kreative wie Nils Kasiske, der Nachwuchskünstler Liam Tanzen, Bernd Muss, Fabian Wolf oder Björn Holzweg. 

Einen Abend vor der eigentlichen Eröffnung findet traditionell eine Kunstauktion statt, bei der geladene Gäste Kunstwerke weiterer namhafter Künstler für den guten Zweck ersteigern können. In diesem Jahr kamen so für einen echten Herakut oder Helge Schneider insgesamt 81.600€ für die Wasser- und Sanitär-Projekte von Viva con Agua e.V. zusammen. 

Konzerte, Diskussionen und Workshops

Vorbereitung Millerntor Gallery
Viele Kunstwerke entstehen erst kurz vor der Ausstellung am Millerntor
Auch das Rahmenprogramm kann sich sehen lassen: Musiker und Bands wie Jupiter Jones, Kollektiv 22, Cäthe, Antje Schomaker oder Tim Neuhaus treten während der Ausstellungstage auf. Es gibt Vorträge u.a. über Street Art in Afghanistan oder Workshops zum Thema Nachhaltige Mode, Kinderprogramm und sogar Yoga-Stunden können hier absolviert werden. Mit dabei: Oke Göttlich, Vereinspräsident des FC St. Pauli, der einen Vortrag zum Thema „Wie gestalten Kunst und Sport den gemeinschaftlichen Raum?“ hält. Übrigens wird es nach dem Andrang im letzten Jahr wieder eine Tattoo-Corner geben, bei der Hamburger und weit angereiste Tätowierer ihre Werke in die Haut bringen – ebenfalls für den guten Zweck.

Vielfältige Kunst am Millerntor
Vielfältige Kunst am Millerntor
 

Viva con Aqua und das ehrenamtliche Engagement

Alice Pasquini bei der Millerntor Gallery
Alice Pasquini bei der Millerntor Gallery
Dass Kunst nicht nicht (immer) Selbstzweck ist, zeigt die Millerntor Gallery seit ihren Anfängen im Jahr 2011, schließlich ist sie als kreative Erweiterung aus dem Viva-con-Agua-Kosmos hervorgegangen: Einerseits natürlich, um Kunst zu zeigen, aber auch, um Kunst zu nutzen, Spenden zu generieren und zu zeigen, welche Wege soziales Engagement noch gehen kann. Von der breiten Unterstützung zahlreicher Kulturschaffender, Promis und Privatleute einmal abgesehen, lebt die Millerntor Gallery vom Einsatz der vielen Freiwilligen, die das ganze Jahr unentgeltlich arbeiten, um die Veranstaltung Realität werden zu lassen. Die Erlöse aus den Kunstverkäufen gehen zu 70 Prozent an die Wasserinitative Viva con Aqua de Sankt Pauli e.V. und zu 30 Prozent an die unterstützenden Künstlerinnen und Künstler. Die Musikerinnen und Kulturschaffenden spenden ihre Gagen dem Zweck die weltweite Wasser- und Sanitärversorgung zu verbessern, dem sich Viva con Aqua verschrieben hat. 

Sneak Peek zur Millerntor Gallery #6