Coffee to Go – Becher sind Umweltbelastung

Wegwerfbecher aus Pappe sind praktisch, aber auch eine enorme Belastung für die Umwelt. Elf Hamburger Cafés wollen dem Becher-Irrsinn ein Ende setzen und bieten ab dem 01.11.2016 ein Pfandbechersystem für den Coffee To Go an.

Schnell noch einen Kaffee auf die Hand. Wie praktisch, dass es inzwischen überall Coffee To Go im Pappbecher zu kaufen gibt. Eine bequeme, unkomplizierte Angelegenheit für den Konsumenten, aber leider auch eine enorme Belastung für die Umwelt. Wie groß diese ist, zeigt eine Studie der Deutschen Umwelthilfe: 2,8 Milliarden Wegwerfbecher werden pro Jahr in Deutschland verbraucht. Das sind umgerechnet 320.000 Becher, die pro Stunde über den Tresen wandern und für deren Produktion Tonnen von Holz, Kunststoff und mehrere Millionen Liter Wasser verbraucht werden. Dabei leidet die Umwelt meist doppelt, denn viele Becher landen auf der Straße oder im Gebüsch. Und das alles für eine durchschnittliche Nutzungsdauer von gerade mal 15 Minuten.

Pilotprojekt „REFILL IT!“ gegen den Wegwerfwahn

Ein Umstand, den der Hamburger Kaffeehändler mit angeschlossenem Café El Rojito nicht mehr hinnehmen wollte. Mit „REFILL IT!“ wurde ein einzigartiges Pilotprojekt ins Leben gerufen; ein Pfandsystem mit Mehrwegbechern, das dem Wegwerfwahn, der damit verbundenen enormen Umweltverschmutzung und der Ressourcenverschwendung den Kampf ansagen soll. Das Ziel ist es, möglichst viele Hamburger Cafés ins Boot zu holen und so ein flächendeckendes System in der Hansestadt aufzubauen. Mit dabei sind bereits Herr Max, Happenpappen, Kraweel, Bergtags, die Bio Bäckerei Rettungsbrot, BioKonditorei Eichel, Kaffee Stark, Warenwirtschaft Cafébioladenkollektiv, Altonas Balkon, das Café Stenzel und natürlich das El Rojito Ottensen.

Coffee-To-Go-Pfandbecher im Happenpappen Hamburg
Coffee-To-Go-Pfandbecher im Happenpappen Hamburg

Wiederverwendbare Pfandbecher als Hilfe für die Umwelt 

Wer seinen Kaffee unterwegs trinken möchte, der erhält gegen 1,50€ Pfand einen Mehrwegbecher für seinen Coffee To Go. Deckel und Mundstück behält man dagegen, beides wird aus hygienischen Gründen nicht mit ausgetauscht. Danach gibt es zwei Möglichkeiten: entweder den Pfandbecher immer wieder auffüllen lassen oder zurückgeben und das Pfand zurückerhalten. Die Becher sind spülmaschinenfest, schadstofffrei und zu 100% biologisch abbaubar. Während man in den meisten teilnehmenden Cafés noch zwischen der Papp- und der Mehrwegbecher-Variante entscheiden kann, hat El Rojito in Ottensen bereits komplett auf das Pfandbechersystem umgestellt. Übrigens wird niemand zur Abnahme der Becher gezwungen, die Initiatoren werben explizit damit, dass man auch seinen eigenen To-Go-Becher auffüllen lassen kann. Wir finden: eine tolle Aktion für den Umweltschutz, die zum Nachdenken und vor allem zum Mitmachen anregen sollte!

Coffee-to-go-Pfandbecher in Hamburg
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