1. Eröffnungskonzert Violinwettbewerb
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Wer beim Joseph Joachim-Violinwettbewerb auf der Bühne stehen darf, hat garantiert den
Bogen raus. Klingt beeindruckend, meint PRINZ
Das Schlagzeug traktieren oder auf der Gitarre schrammeln - für Hobby-Mucker ist das eher Freizeitspaß als ernste Berufsvorbereitung. Diese Musiker sehen das anders: Sie fiedeln zwei Wochen lang beim internationaler Top-Musiker-Nachwuchs-Contest um die Wette - und hoffen auf den Start in eine erfolgreiche Karriere. Angesagte Clubsounds mögen auch für sie ab und zu okay sein, aber die meisten Teilnehmer des renommierten Geigen-Contests der Stiftung Nie- dersachsen stehen wohl eher auf Mozart und Beethoven. Klassisches ist pflichtgemäß erste Wahl für künftige Geigenvirtuosen, die hier den Grundstein für ihr Berufsleben legen wollen: Zunächst einmal müssen sie für die Bewerbung drei Pflichtstücke von Musik-Altmeistern wie Bach oder Paganini vorspielreif draufhaben. Für viele Ostasiaten offenbar kein Problem - knapp die Hälfte der aus einer Rekordzahl von 178 Bewerbern ausgewählten Teilnehmer stammt diesmal aus Ländern wie Korea, Japan oder China. 39 Nachwuchstalente dürfen sich zunächst öffentlich durch das Pflichtprogramm hindurchspielen, bevor es für zwölf von ihnen ins Semifinale geht. Dort gilt es erstmals auch ein zeitgenössisches Auftragswerk zu meistern. Der oder die Beste unter den Bogen-Artisten wird am 10. Oktober beim NDR gekürt und sahnt satt ab: Stolze 50 000 Euro Preisgeld, eine CDProduktion, Konzerte und für drei Jahre eine edle Guadagnini-Violine winken. Wem es bei den Vorrundenkonzerten mit den immer gleichen Stücken zu langweilig wird, der ist mit der Doku über den Wettbewerb 2009 als "Making of" am 6. Oktober im Kino am Künstlerhaus auch gut bedient.

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