1. Extra Langenhagen
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Werke von Silke Schatz
Silke Schatz (*1967) betreibt eine eigene Form künstlerischer Archäologie, die sich ausgewählten Orten und ihrer Geschichte widmet. Neben biografischen Elementen und (kultur)geschichtlichen Quellen stellt die Auseinandersetzung mit Erinnerungsarbeit und Literatur wichtige Bezugspunkte ihrer vielfältigen Projekte dar. In ihren Arbeiten konfrontiert und verwebt Schatz unterschiedliche Perspektiven, Zeitschichten und Assoziationen zu mehrdimensionalen Raumkonstruktionen.

Anlässlich der Einzelausstellung im Kunstverein Langenhagen hat sich Silke Schatz mit dem Eichenpark in Langenhagen beschäftigt. Vor 150 Jahren, im Jahr 1862 wurde hier die "Heil- und Pflegeanstalt für geistesschwache und blödsinnige Kinder" gegründet, aus ihr entstand durch rasche Erweiterung die sog. "Idiotenanstalt", schließlich die "Nervenklinik Hannover". Anwohner erinnern sich, dass das Gebiet noch in den 80er Jahren eingezäunt und tabuisiert war. Mittlerweile ist das Areal als großer Landschaftspark in Mitten Langenhagens einer öffentlichen Nutzung zugeführt worden. Es finden sich historische Spuren, ohne jedoch Hinweise zur Geschichte des einstmals abgeschlossenen Ortes zu liefern. Silke Schatz verknüpft die in Besuchen des Eichenparks und Gesprächen mit Zeitzeugen gewonnenen Eindrücke zu einer Installation im Kunstverein Langenhagen und in der Kapelle im Eichenpark.

Silke Schatz wuchs in Hannover auf und studierte an der HBK Braunschweig. Internationale Bekanntheit erlangte sie u.a. mit den mehrteiligen Arbeiten Mothership, die während ihres Stipendienaufenthalts an der Villa Massimo in Rom entstand, Wurzelkind, die verschwiegene Anteile der Familiengeschichte während der Nazizeit in Celle aufdeckte und Terezin, die um das Konzentrationslager Theresienstadt kreist.

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