Zu Fuß durch Afrika - Dir ist schon klar, dass das kein Spaziergang wird?
Einerseits ja, andererseits ist genau das mein Plan. Nur bei einem Spaziergang hat man Zeit, sich umzusehen, Eindrücke zu sammeln und etwas zu lernen. Ich bin keiner, der mit dem Rennrad oder im Joggingtempo durch Afrika hetzt, um ein Zeichen zu setzen.

Sondern, um Aufmerksamkeit für seine eigene Karriere zu bekommen...
Genau das höre ich seit Wochen ständig. Totaler Unsinn. Das Modeln habe ich komplett an den Nagel gehängt. Genau wie all die anderen Fantastereien. Popmusik, Mode, Nightlife - das bringt mir nichts. Ich bin froh, dass ich das endlich begriffen habe. Ich will mir selbst etwas aufbauen und habe mich vor ein paar Monaten selbstständig gemacht. Ich denke, die Aktion wird eine gute Schule für mich sein.

Was haben die Menschen in Afrika von dieser Aktion?
Wir werden ständig mit Bildern von hungernden Kindern konfrontiert, jeder kennt die SOS-Kinderdörfer aus dem Fernsehen. Und auch ich habe bereits Charity-Veranstaltungen für SOS mitorganisiert. Ich arbeite schon länger mit der Organisation zusammen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass es nicht reicht, Geld dorthin zu schicken. Ich will mit diesen Menschen, die in den ärmsten Regionen zu Hause sind, leben. Ich will mit denen, die dort helfen, zusammen sein und mal mit anpacken. Deshalb führt mich meine Strecke ab Marokko von einem Kinderdorf zum nächsten. Die liegen jeweils etwa 60 Kilometer voneinander entfernt.


Also 60 Kilometer Fußstrecke pro Tag? Nein, das schaffe ich nicht. Ich habe für die gesamte Strecke vom Nürnberger Hauptmarkt bis nach Mogadischu (11.500 Kilometer) acht Monate Zeit eingeplant. Davon ist ein Monat als Sicherheitspuffer vorgesehen. Also gehe ich zirka 36 Kilometer pro Tag.

Wo wirst Du schlafen?
Sicherlich nicht im Luxushotel oder Nightliner, wovon ich mit 16 Jahren als angehender Popstar geträumt habe. Ich werde natürlich so oft es geht in einem der Kinderdörfer schlafen, ansonsten wird es wohl ein Nachtlager am Wegesrand werden.

Mal ehrlich, Du gehst doch nicht alleine los?
Ich habe ein paar Angebote von Leuten, die übers Internet auf mich aufmerksam geworden sind und meinten, sie würden sofort mitkommen. Aber ich will da keine Gauditour draus machen. Seit etlichen Wochen trainiere ich täglich. Ich muss mich um zig Visa kümmern, Ärzte finden, die mich während der Reise betreuen. Und ich brauche vor allem Sicherheit. Nicht nur in Somalia herrscht Bürgerkrieg. Auf meiner Reiseroute steht auch der Tschad. Dort ist's brandgefährlich.

Hast Du Angst vor dem Marsch? Natürlich. Aber das ist gut so. Ich bin lange genug im Leben blauäugig gewesen. Mit großem Respekt an eine Herausforderung heranzutreten, ist erwachsen. Ich will als junger Mensch Verantwortung übernehmen. Noch habe ich die Kraft. Ich will etwas Wertvolles leisten und viel Spendengeld mit meinem Walk for Africa für die SOS Kinderdörfer sammeln.

Was kann Dich noch abhalten?
Meine Mutter meinte, sie hofft, dass ich im Februar krank werde und am 1. März nicht starten kann. Aber das will sie nicht wirklich.