Schieferbruch Ralf Kromer

Das Barockjuwel im Kylltal lag bis ins 20. Jahrhundert in tiefem Dornröschenschlaf. Im 16. Jahrhundert ersetzte Graf Joachim von Manderscheid die mittelalterliche Oberburg durch eine wenig pompöse Residenz, das bis heute existente 'Alte Haus'. Über einen ursprünglich offenen Arkadenbau wurde das erhoben auf einem Bergrücken befindliche Wohnhaus mit einem Neubau an Stelle der mittelalterlichen Unterburg verbunden. Der Kölner Weihbischof Johann Werner de Veyder ließ zwischen 1712 und 1714 nach Plänen des kurpfälzischen Hofarchitekten und venezianischen Grafen Matteo Alberti das schlossartige 'Neue Haus' im Stil des Palladianismus errichten. Die ebenfalls in dieser Zeit entstandene schlichte Schlosskapelle mit Triumphbogen gibt inzwischen verschiedenen feierlichen und kulturellen Veranstaltungen Raum. Auch die originalen Tietz-Figuren finden in dem der heiligen Dreifaltigkeit und der Muttergottes geweihten Sakralbau ihren Schutz. Ursprünglich säumten die römischen Götterstatuen des Rokokobildhauers Adam Ferdinand Tietz die Terrassentreppe zum 1730 künstlich mit Stützmauer angelegten 'Runden Garten'. Imitate ersetzten diesen kostbaren und zerbrechlichen Balustradenschmuck. Zwei kleine Pavillons mit Mansardendächern und schönen Verzierungen sind ebenfalls auf der Panoramaterrasse zu finden. Wild-romantisch zeigt sich der in den Jahren 1713/14 im französischen Stil gestaltete 'Eiserne Garten' mit einem von Meeresfiguren geschmückten Brunnen. Den Eingang nahe dem historischen Brauhaus markiert das namenstiftende Eisentor, ein ornamentreiches Zeugnisse der neubarocken Schmiedekunst. Bis in die 1980er Jahre wurde die verträumte Anlage als Schlosshotel genutzt. Erst mit Übergang in Gemeindeeigentum konnten umfassende Sanierungen angestoßen werden, die die malerische Schloss- und Gartenanlage in neuem Glanz erstrahlen lassen.


Adresse
Schieferbruch Ralf Kromer
Zellerstr. 3
73275 Ohmden
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