Der SCM verliert in Gummersbach, weil einige Dinge zusammen kommen

Kurz vor Spielschluss stand allen Spielern des SC Magdeburg und auch ihrem Trainer Frank Carstens die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Carstens, sonst ein Energiebündel, stand mit leerem Blick an der Seitenlinie, Robert Weber drehte sich enttäuscht ab. Ein paar Meter weiter hielt es in der altehrwürdigen Schulsporthalle zu Gummersbach keinen Zuschauer mehr auf seinen Sitzen, die 2 175 Fans feierten mit ihrem Team den 31:28 (12:13)- Sieg gegen den SCM. Das taten sie auch völlig ausgelassen, denn sie wussten: es war ein hartes Stück Arbeit gegen die Magdeburger.
Der SCM, er konnte beim VfL lange mithalten, das Spiel wogte hin und her. Drei Minuten vor Schluss jedoch setzte sich Gummersbach ab, machte aus einem 29:28 das 31:28. Die Carstens-Schützlinge hätten die Chance zum nächsten Überraschungssieg gehabt, doch mehrere Faktoren ließen das nicht zu.
Da wäre zu einem die fehlende Abgezocktheit. Nachdem knappe Spiele wie zu Hause gegen die SG Kronau/Östringen (oder besser gesagt: Rhein-Neckar-Löwen) und bei der SG Flensburg gewonnen wurden, glaubten die Fans an einen nervenstarken SCM. Doch in Gummersbach schafften es die Grün-Roten nie, dem VfL den Lucky Punch zu versetzen. Oft genug war die Chance dazu da (24:24, 50., 25:25, 51.), genutzt wurde sie nicht. Als es in die entscheidenden Minuten ging, versagten im Angriff Nerven.
Diese vielen Fehler kosteten den SCM dann mal wieder die Punkte. In der ersten Hälfte schon unterer Durchschnitt (13 Fehlwürfe, fünf technische Fehler), knüpften die Magdeburger in der zweiten Hälfte daran an. Gummersbachs Keeper Vjenceslav Somic erwischte zwar einen guten Tag, wurde aber auch teilweise berühmt geworfen – vor allem Jure Natek zeichnete sich darin aus. Wie schon in Hamburg agierte der SCM in entscheidenden Phasen des Spiels zu unüberlegt, ließ sich von der Hektik in der stimmungsvollen, engen Halle anstecken.
So, wie auch die Schiedsrichter Biaesch/Sattler. Zu Beginn ließen sie viel laufen, mit zunehmendem Spielverlauf wurden sie kleinlicher und zeigten somit keine wirkliche Linie. Nicht viele, aber punktuell wichtige Entscheidungen wurden zumeist zu Gunsten des VfL gepfiffen. Summa summarum heißt das in Zahlen: Vier Strafzeiten für den VfL, deren sieben für Magdeburg. Der SCM bekam zwei Strafwürfe zugesprochen, der VfL sieben.


Foto: Kai Pagels

Man muss zugeben, dass Gummersbachs Vedran Zrnic diese abgezockt reinmachte, aber man versprach sich mehr von Torhüter Gerrie Eijlers nach seinen zuletzt überragenden Leistungen. In der ersten Hälfte noch der gewohnte Rückhalt (13 Paraden), waren es nach der Pause nur noch drei gehaltene Würfe. Sicherlich gewagt wäre es gewesen, Youngster Patrick Schulz zu bringen. Doch warum nicht? Schlechter als Eijlers nach seinem Kopftreffer von Adrian Pfahl hätte auch Schulz in der zweiten Hälfte nicht gehalten. So durfte er nur zu zwei Siebenmetern in den Kasten.
Man sollte jetzt nicht alles schlecht reden, denn der SCM zeigte sich mit Gummersbach auf Augenhöhe, die Magdeburger bewiesen erneut, dass sie das Potenzial für einen Platz unter den Top Acht der Liga haben. Diese Ambitionen gilt es in den nächsten beiden Heimspielen zu untermauern. Am 6. Oktober kommt die TSG Friesenheim in die Bördelandhalle, zwei Tage später kommt die MT Melsungen mit dem ehemaligen Magdeburger Alexandros Vasilakis.

Weiterführende Links

www.scm-handball.de

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