Du hast vor einigen Wochen den „The Shit Shop“ eröffnet. Echt so scheiße der Laden?
Ich sage Leuten immer, sie sollen „The Shit“ sein. Das heißt, dass sie an sich glauben sollen. Deswegen habe ich auch mein Label „The Shit“ genannt. Im Laden gibt es eher „den heißesten Scheiß“ und keine „Scheiße“.

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Aber was genau?
Es gibt bisher eine kleine Kollektion, die meine Partnerin Lena Nußbaum und ich aus eigener Tasche und ohne Investoren finanziert haben. Wir fangen mit kleinen Stückzahlen an und lassen alles in Deutschland produzieren. Es gibt Pullis mit Print, die customized sind mit Spitze oder Nieten. Alles ist von den HipHop-Videos der 80er inspiriert. Mir war wichtig, dass die Sachen erschwinglich sind. Es geht bei 59,90 Euro los. Ich gucke immer, ob ich es mir selbst kaufen würde. Ich bin ein kleiner Sparfuchs.

Stehst du im Shop selbst an der Kasse?
Immer wenn ich in Berlin bin, gehe ich in den Laden. Ich möchte niemanden verpassen.

Erst Label, dann Shop. Was kommt als nächstes?
Bald mache ich ein Café in Mitte auf. Es wird „My Daily Shit“ heißen – eine Art Starbucks in cool mit Kaffee, Sandwiches und Suppen to go.

Zu deinem Namen soll dir eine Stripperin verholfen haben …
Ich nannte mich früher nur auf Facebook Bonnie Strange, wollte aber gern prinzipiell so heißen. Eine Stripperin in Griechenland gab mir den Rat, das einfach durchzuziehen, sie hätte das auch so gemacht. Ab da stellte ich mich ganz penetrant mit Bonnie vor. Innerhalb eines Monats hieß ich eben so.

Du bist von Athen der Liebe halber nach Berlin gekommen. Jetzt ist die Liebe gegangen und du bleibst hier. Warum?
Ursprünglich komme ich aus einem Kaff voller engstirniger Leute und war erst mal froh, aus Deutschland weg zu sein. Mittlerweile liebe ich Berlin, weil es hier so viele tolle Menschen gibt. Auf einmal sind selbst die Plattenbauten nicht mehr hässlich. Und meinen Laden könnte ich mir in anderen Städten wegen der Kosten eher nicht leisten.

Nach der Trennung von Wilson hast du gesagt, dir war es peinlich, dass Menschen dachten, du wärest faul. Interessiert dich, was Menschen über dich denken?
Mir ist es egal, wenn mich Leute auf der Straße auslachen, weil ich komisch aussehe. Der Spaß daran, verrückt rumzulaufen, ist viel größer als der Schmerz über das Ausgelachtwerden. Aber: Ich bin eine starke Frau und mache was. Ich konnte es nicht ab, wenn Leute dachten, ich hätte mich faul an Wilson rangehängt. Ich bin keine Tussi, die teure Klamotten kauft und Champagner schlürft.

Willst du der Welt jetzt erst recht zeigen, was in dir steckt?
Ich hätte das alles auch mit Wilson zusammen gemacht. Jetzt kam die Trennung und ich bin froh, dass ich so viel zu tun habe. Egal, wie eine Beziehung war. Es tut weh, wenn sie vorbei ist.

Du hast mit dem Post auf Facebook „Yes Bitch, I am officially Single“ die Auflösung deiner Verlobung öffentlich gemacht. Die feine englische Art?
Wir haben uns im Guten getrennt. Am Anfang haben wir erst nicht miteinander geredet. Das kennt man ja, wenn man erst so eingeschnappt ist. Jetzt sprechen wir wieder. Er ist ein ganz toller Typ, aber wir sind eher wie Geschwister. Das ist es. Wir sind nicht mehr wie ein Paar.

Das Gespräch führte Sandra Piske