Ihr habt euch 2007 formiert, um den Rock “n“ Roll der 50er und 60er Jahre zu spielen. Wie kommt man mit nicht mal 30 auf diese Musik?
Digger: Über unsere Familien. Da haben wir zum ersten Mal Elvis gehört. Wenn man jung ist, ist man ein sehr ehrlicher Zuhörer und entscheidet sich schnell, ob man etwas mag oder nicht. Bei uns blieb das hängen.

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Wie lange lauft ihr schon so rum?
Sam:
Ich habe als Kind „Jailhouse Rock“ gesehen. Da gibt es eine Szene, in der Elvis neben einer Frau an der Bar sitzt. Sie fummelt ihm am Haar und sagt: „Du hast so wunderschönes Haar“. Ich dachte: Solche Haare brauche ich auch.
Basti: Wir haben alle drei schon als Kind erste Versuche mit diesen Frisuren gestartet.

In diesem Monat schon Mal mit wuscheligen Haaren und Jogginghose auf die Straße gegangen?
Sam:
Über die Straße läuft keiner von uns mit Wuschelkopf. Da setzen wir uns lieber ein Käppi auf. Wenn ich zu Hause bleibe, renne ich aber nicht zum Spiegel und mache mir eine Tolle.
Digger: Oder wenn man zum Strand fährt. Da würde ich mir auch keine Tolle machen.
Sam: Ich ja. Für den Weg zum Strand. Wenn man dann ins Wasser springt, ist sie halt kaputt.

Keiner von euch ist Berliner, ihr kommt aus Reutlingen, Rheine und Magdeburg. Berlin ist trotzdem ein schicksalsträchtiger Ort für euch.
Sam:
Wir sind uns zufällig in einem Proberaum in Berlin über den Weg gelaufen …
Digger: … und haben uns anhand der Haare erkannt. Das klingt komisch, aber wir haben unsere Vorliebe für den Rock “n“ Roll natürlich sofort erspürt.
Basti: In Berlin haben wir dann auch unsere ersten Liveerfahrungen gesammelt. Die Stadt ist unsere Bandheimat.

Meist finden sich Bands zusammen, um eigene Stücke auf die Beine zu stellen. Ihr covert Hits von Rihanna bis 50 Cent und haucht ihnen Rock “n“ Roll ein. Warum?
Sam:
Wir wollen der Jugend den Rock “n“ Roll nahebringen. Deswegen haben wir uns für Coverversionen von aktuellen Songs entschieden. Als wir anfingen, lief Rihanna im Radio rauf und runter und wir coverten „Umbrella“. Dass der Erfolg so abging, damit haben wir natürlich nicht gerechnet.

Katy Perry scheint es euch besonders angetan zu haben. Sie ist auf beiden Alben vertreten. Ihr habt sie sogar schon getroffen …
Basti:
Digger war besonders von ihrem Latexkleid begeistert!
Digger: Sie ist von ihrem Stil her natürlich auch so etwas wie ein Pin-up-Girl. Sie repräsentiert die Old-School- Schiene mit Lollypops, rotem Lippenstift und schwarzen Haaren. Musikalisch machen wir mit ihrer Musik dann das, was uns gefällt.

Wie sehen eure Freundinnen aus? Tragen die Petticoats?
Sam:
Das ist Quatsch! Der Style ist für uns keine Grundvoraussetzung, um einen Menschen toll zu finden.

Wenn ihr eine Zeitmaschine hättet, welches Jahr würdet ihr ansteuern?
Sam: Das Jahr 1954, an dem Tag, an dem Elvis zum ersten Mal durch die Sun Studios gelaufen ist.
Digger: Es wäre schon klasse, diese Zeit tatsächlich erleben zu können. Schlimm wäre natürlich, wenn man dann feststellen würde, dass man sie in Wirklichkeit total scheiße findet.

Das Gespräch führte Sandra Piske