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Berliner Start-Up sagt unnötigem Müll den Kampf an

Sechs Millionen Verpackungsmüll produzieren allein wir Deutschen im Jahr. Vieles davon ist unnötig: Die Natur hat Bananen, Gurken und Kiwis doch schon eine Verpackung verpasst. In Berlin könnt ihr bald einkaufen, ohne Müll zu produzieren!



Schokoriegel, die doppelt und dreifach verpackt sind, und Äpfel in einer extra-dicken Plastikfolie mit Styroporschale: Sechs Millionen Tonnen Verpackungsmüll entsorgen die Deutschen im Durchschnitt pro Jahr – eine ganze Menge!

Und vieles davon ist unnötig. Ein Berliner Start-Up-Unternehmen hat dem Verpackungswahn jetzt den Kampf angesagt und eröffnet in Kreuzberg den ersten Supermarkt ganz ohne Plastik, Pappe und Co.

Zum Einkaufen bei Original Unverpackt bringt ihr einfach eure eigenen Aufbewahrungsbehälter mit oder ihr bekommt wiederverwertbare Behältnisse direkt im Laden. Hier gibt’s auch recycelte Papiertüten.

Im Sommer soll der nachhaltige Supermarkt seine Türen öffnen. Seit über einem Jahr tüftelt das Team um Sara Wolf und Milena Glimbovski an den besten Lösungen. Ihr Konzept lautet Zero Waste. Das bedeutet, dass der Müll in der kompletten Lieferkette, also vom Erzeuger bis zum Verbraucher, vermieden werden soll. So werden auch die Ressourcen geschont, die zum Herstellen der Verpackungen notwendig sind, wie Wasser oder Erdöl.

 

Ihr kauft nur, was ihr braucht

Den Macherinnen von Original Unverpackt liegt aber noch ein anderes Problem am Herzen: Insgesamt werfen wir weltweit 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel jährlich in die Tonne. Das ist ein Drittel der weltweiten Lebensmittel-Produktion. Im verpackungslosen Supermarkt könnt ihr alle Produkte in der gewünschten Menge abfüllen und abwiegen. Ihr kauft nur die Mengen, die ihr wirklich braucht, und ihr müsst weniger wegwerfen.

Große Einschränkungen soll es bei der Produktpalette nicht geben – egal ob Duschgel, Gemüse, Obst, Milchprodukte, Nudeln oder Öle, alles steht in großen Behältern zum Abfüllen bereit. Wichtig ist den Machern dabei, dass die Produkte aus der Region kommen, um weite Transportwege zu vermeiden.

 

Lange Warteschlangen?

Das Start-Up-Team wurde für das Konzept schon mehrfach ausgezeichnet. Aber es gibt auch kritische Fragen bei der Umsetzung: Wenn am Samstagvormittag alle mit ihren Behältern vor dem leckeren Müsli zum Abfüllen stehen, kann man sich leicht vorstellen, dass es zu nervigen Warteschlangen kommt.

http://original-unverpackt.de/


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