Wie sieht es auf dem Berliner Strommarkt aus? 

Wie in ganz Deutschland müsst auch ihr in Berlin mit einem deutlich höheren Strompreis rechnen. Vermutlich habt ihr bereits die Briefe erhalten, denn diese werden in der Regel ab Oktober versandt. Die Strompreiserhöhung in diesem Jahr hat folgende Gründe: 

-      Offshore-Netzumlage: sie dient der Anbindung der Windparks in der See an das Netz und wird auf die Stromkunden umgelegt. Im kommenden Jahr wird diese Zulage um die 0,45 Cent betragen - je Kilowattstunde. 

-      Einsparungen: es gibt einige Einsparungen, die nächstes Jahr nicht mehr für euch anfallen. Die Offshore-Anschlusskosten verschwinden beispielsweise, doch wird diese Ersparnis von den neuen Umlagen aufgefressen. 

Das Problem mit diesen Umlagen ist, dass sie abseits des »normalen« Strompreises gültig sind. Diese Umlagen fallen unter die Sonderkosten, was nichts anderes bedeutet, als dass ihr sie praktisch überall zahlt. Selbst Stromanbieter, die keine Offshore-Anlagen betreiben oder diesen Strom anbieten, zahlen sie über die Netznutzung mit. Gleichfalls gelten diese Umlagen zu den Kosten, die keine Sonderkündigung ermöglichen. Die außerordentliche Kündigung beläuft sich nämlich nur auf die Stromkosten, die euer Stromanbieter direkt an euch abgibt: Bearbeitungskosten, reine Stromkosten, Zählermiete. 

Warum sich ein Vertragswechsel lohnen kann

Wenn aber der Strom überall teurer wird, lohnt sich ein Wechsel dann überhaupt für euch? Pauschal kann diese Frage nicht beantwortet werden, denn falls ihr ohnehin regelmäßig die Anbieter wechselt oder einen neuen Tarif wählt, zahlt ihr vermutlich schon einen deutlich niedrigen Preis. Dennoch gibt es unglaublich viele Haushalte in Berlin, die noch über die Grundversorgung versorgt werden. Das bedeutet: 

-      Grundversorger: das sind die Stadtwerke. Jedes Haus, welches an das Stromnetz angeschlossen ist, hat diesen Grundversorger. Er stellt auch die Stromzähler zur Verfügung. 

-      Grundversorgung: jedes Haus hat Strom, das ist euch sicher schon aufgefallen, wenn ihr umgezogen seid und einfach das Licht angeschaltet habt. Es funktioniert. Genau das ist die Grundversorgung. Sobald kein anderer Vertrag abgeschlossen ist, wird der Haushalt über die Grundversorgung mit Strom versorgt. 

-      Kosten: der Grundversorgertarif ist teuer. Seid ihr noch in diesem, könnt ihr mühelos bis zu 700,00 Euro im Jahr sparen. Gerade ältere Menschen nutzen häufig aus Angst vor einem Wechsel diesen Tarif, obwohl er teils noch aus dem Einzugsjahr stammt. 

Bei einem Wechsel aus dem Grundversorgungstarif heraus könnt ihr also besonders viel sparen. Doch auch bei anderen Tarifen kann sich der Wechsel lohnen, wie ein Blick auf Stromvergleich.de zeigt. Schaut einmal, wie alt euer Stromvertrag ist und führt einfach einen Strompreisvergleich durch. Keine Angst, der Wechsel ist nicht schwer, ihr solltet nur darauf achten: 

-      Rabatte: schaut euch Boni und Rabatte genauer an und lasst diese im Vergleich aus den Beiträgen herausrechnen, um richtig vergleichen zu können. Ein guter Rabatt wird übrigens direkt monatlich vom Beitrag abgezogen und nicht erst mit Bedingungen nach einem Jahr ausbezahlt. Diese Verträge sind im zweiten Jahr deutlich teurer. 

-      Fristen: der Vertrag sollte immer mit kurzen Kündigungsfristen verbunden sein. Drei Monate sind laut Expertenmeinung die längste anzunehmende Frist. 

-      Zahlung: hier gilt: Zahlt niemals die Jahressumme im Voraus. Gerade bei kleineren Unternehmen ist es schon passiert, dass der Anbieter insolvent ging und die Kunden ihr Geld nie zurückerhielten. 

Fazit - ein Wechsel kann sich lohnen 

Wie bei allen Verträgen ist es ratsam, dass ihr euch jährlich einmal mit eurem Stromvertrag auseinandersetzt und prüft, ob ein Wechsel zu einem anderen Anbieter sinnvoll wäre. Die neue Umlage werdet ihr zwar bei allen Anbietern zahlen, dennoch ist es gut möglich, dass ihr bares Geld sparen könnt.