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Partynacht in Berlin: Feiern in Deutschlands Hauptstadt

Ihr seid in der Hauptstadt der Partywelt zu Gast aber habt nur einen Abend, weil ihr euch am nächsten Tag schon wieder verabschieden müsst? Dann sollte die Partyplanung des Abends strategisch angegangen werden. PRINZ verrät euch was ihr in Berlin nicht verpassen solltet.



Ihr seid in der Hauptstadt der Partywelt zu Gast aber habt nur einen Abend, weil ihr euch am nächsten Tag schon wieder verabschieden müsst? Dann sollte die Partyplanung des Abends strategisch angegangen werden. PRINZ verrät euch was ihr in Berlin nicht verpassen solltet.

Wenn wir „strategisch“ schreiben, meinen wir, dass Ihr nicht den Fehler machen solltet, einfach das Handy zu zücken und Maps zuzuflüstern, dass es euch die nächsten Bars, Clubs, Kneipen zeigen soll.

Warum? Ganz einfach: Laut dem statistischen Steuerbericht hat die Hauptstadt insgesamt 10.000 gastronomische Betriebe. Es gibt, gerade wenn man zentral untergebracht ist, im nahen Umkreis so viele Läden, dass es praktisch unmöglich wird, eine Auswahl zu treffen.

Berlin ist Partyhauptstadt Nummer eins, das verlangt also ein bisschen mehr Feingefühl. Bedeutet, lest euch die weiteren Themen unseres Ratgebers durch und macht dann eine Marschroute ausgehend von diesen Lokalitäten.

Ganz wichtig: Werdet jedoch nicht zu strategisch. Ein Plan à la „20 bis 22:25 Uhr: X, danach zu Y“ nimmt jeden Spaß aus der Sache. Lasst euch immer die Option, an einem Ort zu bleiben, wenn es da gut ist. 

Plant das Gepäck 

Portemonnaie, Zigaretten, Schlüssel, ab geht’s? Vielleicht bei euch zuhause. Aber eine Berliner Kneipennacht hat zumindest das Risiko, wunderbar, actionreich und völlig chaotisch zu werden – die eine Nacht, von der man sich noch Jahre später mit glänzenden Augen berichtet. 

Gerade an den Wochenenden sind viele Läden wirklich gerammelt voll. Bedeutet, auch was ihr mitnehmt, sollte geplant werden:

  1. Geht vorher zum Bankschalter und hebt in kleinen Scheinen ab. Erwartet nicht, überall per Karte zahlen zu können – und wenn ihr Fünfziger und Co. auf den Tresen legt, wird euch jeder Wirt zumindest böse anfunkeln.
  2. Hebt mehr Geld ab als Ihr es normalerweise tun würdet, Berlin kann ziemlich teuer sein. 
  3. Steckt EC- oder Kreditkarte zusammen mit dem Ausweis in die eine Hosentasche, das Geld in die andere. Lasst das restliche Portemonnaie im Hotel.
  4. Denkt an die Sicherheit eures elektronischen Nikotinversorgers. E-Zigaretten gehören nicht in die Tasche, in die Ihr im angeschickerten Zustand Kleingeld hineinstecken werdet – oder die, in der der Schlüssel lebt. Ein Kurzschluss in der Hosentasche mitten im Kneipen-Gedränge ist kein Spaß.
  5. Denkt an euer Smartphones: Aus der Hosentasche kann es euch im Gedränge jeder rausziehen.
  6. Lasst den Hotelschlüssel bzw. die Zimmerkarte an der Rezeption. Wenn Ihr die verliert oder demoliert, kann das teuer werden.
  7. Mädels: Falls Ihr keine dabeihabt, besorgt euch rasch in irgendeinem Laden eine kleine Handtasche. Ein XL-Bag sollte man eher vermeiden, sonst kann es im Party-Gedränge schnell unlustig werden.

Generell also: nehmt nur das Notwendigste mit. Nicht nur, damit ihr im Gewühl nicht ewig lange Hosen- und Handtaschen durchsuchen müsst, sondern, damit, wenn die Party „zu gut“ wird, kein untragbarer Verlust entsteht. 

Falls ihr einen Gemütlichen machen wollt…

…dann sucht ihr das, was in Berlin als typische Kiez-Kneipe durchgeht. Ein lässiger Schuppen, in dem man in urigem Ambiente sitzt, ein paar Mollen trinkt und wahrscheinlich auch den knurrenden Magen mit ein paar einfachen Leckereien besänftigen kann. In dem Fall empfehlen wir:

  1. Das Metzer Eck in Prenzlauer Berg. Die nach eigenem Bekunden älteste Kneipe in diesem Ortsteil Berlins. Hat viel vom „Cheers“ aus der bekannten 80er-Sitcom, enorm gemütlich, viel dunkles Holz und gechillte Atmosphäre.
  2. Die Dicke Wirtin in Charlottenburg. Ebenfalls alt und mit einem unnachahmlichen Ambiente versehen, allerdings in jüngster Zeit etwas verstärkt in den Fokus der Party-Touristen geraten, sodass gerade am Wochenende das Risiko besteht, dass es „kuschlig voll“ wird.
  3. Die Tiergartenquelle im gleichnamigen Ortsteil von Mitte. Sieht von außen ein bisschen verwittert aus, macht das aber innen mit einem Ambiente wett, das einen fast wie in einer Zeitkapsel glaubt. Oldschool-Berlin to the Max.
  4. Das Wilhelm Hoeck 1892 in Charlottenburg. Hat eine bewegte Geschichte und musste im Januar ´17 schließen – einen Monat später machte es unter neuer Leitung wieder auf und die änderte das Interieur nur mit äußerster Vorsicht, sodass viel vom alten Flair erhalten blieb.

Falls ihr den Punk rauslassen wollt…

…findet ihr auf dem Kontinent keine bessere Stadt als Berlin. Berlin hat nicht nur Punk, Berlin ist Punk. Und die wichtigsten Läden sind: 

  1. Das SO36 in Kreuzberg. Kein Schuppen, sondern eine Institution, die seit den späten 1970ern fest mit Berlins Punkszene verbunden ist und in der auch heute noch Konzerte laufen, Feiern und Flohmärkte. 
  2. Der Trinkteufel in Kreuzberg. Selbsternanntes Tor zur Hölle, die Webseite im Jahr 2008 eingefroren und nicht nur offen für Punk-Herzen, sondern alle, die auf „Rabauken-Musik“ stehen. Selbst Vorzeige-Musikrüpel Pete Doherty gab sich hier schon die Kante und demolierte davor ein Auto. 
  3. Das Köpi 137 in Mitte. Geht noch mehr Punk als ein besetztes Haus? Sicher nicht, zumal Berlin eine Menge besetzter Häuser vorzuweisen hat. Aber im Köpi 137 muss man wirklich Punk at heart sein. Kein Laden, in den man sich verirrt, wenn man ein paar Sex-Pistols-Songs kennt. Dafür aber eine wahnsinnige Atmosphäre und verdammt guter Punkrock. 

Falls ihr elektronisch abtanzen wollt…

…dann sollte Berlins bekanntester Club, das Berghain, ganz oben auf eurer Liste stehen. Trotz harter Türpolitik, sollte man es nicht unversucht lassen, einmal die Stahltreppe nach oben zu laufen. Für diejenigen denen der Eintritt verwehrt wurde, hat Berlin natürlich auch einige gute Alternativen zu bieten:

  1. Das Watergate an der Nahtstelle zwischen Friedrichshain und Kreuzberg. Nach einhelliger Meinung vieler Elektro-Jünger einer der besten Clubs der Stadt. Sogar mit eigenem Label versehen und einer immer exzellenten Auswahl an auflegenden Künstlern.
  2. Das About Blank in Friedrichshain. Zwar musikalisch auf Dubstep und Electronica fokussiert, aber auch andere elektronischen Geschmacksrichtungen werden präsentiert. Wer dort ist, kann übrigens auch in der Nachbarschaft weitermachen:
  3. Der Salon zur wilden Renate in Friedrichshain wirkt auf Unbedarfte zunächst wie ein ausgeflipptes Wohnzimmer – was nicht von ungefähr kommt, denn die Renate liegt in einem alten Mehrparteienhaus. Innen gibt es unterschiedliche elektronischer Spielarten auf die Ohren. Pflicht ist allerdings der Check, ob an dem Abend eine der häufigen Mottopartys läuft.

Falls Ihr in echtem Luxus Drinks schlürfen möchtet…

…und euch ein bisschen wie James und Jane Bond fühlen wollt, können wir euch guten Gewissens Bars in den Nobelhotels in der Stadt ans Herz legen.

  1. Die Vox Bar im Grand Hyatt in Mitte wird jedem die Augen überquellen lassen, der auf Whisky steht, denn hier gibt es nicht nur leckerste Sorten aus der ganzen Welt, sondern auch ein Händchen für darauf basierende Drinks. Dazu einen unnachahmlichen Look, der ebenso modern ist, wie in der Mitte des 20. Jahrhunderts angesiedelt. 
  2. Die Bristol Bar im gleichnamigen Hotel in Charlottenburg. Was das Interieur anbelangt, geht es kaum kultiger. Eine mega-klassische Bar wie aus einem alten Film, sogar mit Konzertflügel. Plus: Eine erlesene Auswahl feinster Zigarren samt Möglichkeit, die im stilvollen Gentlemen’s-Club-Ambiente zu genießen. 
  3. Die Marlene Bar im Intercontinental in Charlottenburg ist schon deshalb spektakulär, weil sie thematisch auf den „Blauen Engel“ Marlene Dietrich zugeschnitten ist. Passend dazu gibt es hier nicht nur Cocktail-Standardware, sondern auch wiederbelebte Rezepte, die teils schon Jahrhunderte alt und in Vergessenheit geraten sind.

Dinge, die Ihr in jedem Fall beachten solltet

Ihr kommt vielleicht „vom Land“ oder aus einer anderen Großstadt. Die wichtigste Regel für diese Partynacht lautet daher: Vergesst, was ihr glaubt, über Berlin zu wissen. Die Stadt hat für Feiernde ihre ungeschriebenen Regeln.

Wer sich nicht daran hält, fliegt vielleicht nicht raus, aber sein Aufenthalt in diesem oder jenem Etablissement wird weniger gut. Also:

  • Tragt niemals High Heels wenn Ihr nicht absolute Profis damit seid. Berlin ist voller Kopfsteinpflaster, Granattrichter-artiger Schlaglöcher und ähnlicher Absatz-Killer. 
  • Wundert euch grundsätzlich nicht, wenn es, vor allem in Clubs, vor Mitternacht verdächtig tote Hose ist. Berlin bleibt lange auf und beginnt viel später als andere Städte.
  • Wenn am Eingang ein Schild steht, dass Handys verboten sind, haltet euch daran. Das hat vor allem mit Filmen und Fotografieren zu tun, weil die Betreiber möchten, dass ihre Gäste ohne Angst vor peinlichen Beweisen feiern können.

Alles verinnerlicht? Dann viel Vergnügen für die vielleicht denkwürdigste Partynacht, die Ihr jemals erleben werdet. 


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