Was sollen wir die Welt retten?“, dachten sich Icke & Er und Bela B, „retten wir doch erst mal die Nachbarschaft!“ Also riefen die pensionierten Rapper und der Ärzte-Schlagzeuger eine Spendengala von der Hauptstadt für die Hauptstadt ins Leben. Mit dem geplanten Namen „Brot für Berlin“ gab es Probleme mit der Kirche, doch umgetauft in „Ein Hartz für Berlin“ steht dem Event nun nichts mehr im Weg. Am 19. Juli ist es so weit. Mit klassischer Schickimickicharity hat diese Gala herzlich wenig zu tun. Das wird schon an der Location klar. Die Zitadelle befindet sich nämlich in der Heimat der drei Spandauer Jungs. Der Randbezirk im Westen Berlins ist mit fast 14 Prozent Arbeitslosigkeit und drei sozialen Brennpunkten der ideale, weil authentische Austragungsort. Nach dem Motto „Jammen für den guten Zweck“ verzichten alle Künstler auf ihre Gagen. Dabei versprechen die Initiatoren: „Das beste Line-up aller Zeiten – leider noch geheim!“ Aber nur fast! Denn je näher die Open-Air-Veranstaltung rückt, desto mehr sickert durch, welche Künstler auftreten werden.

Berlins momentaner Abräumer Nummer eins, Peter Fox, ist dabei, The Pistols powered by Fettes Brot rappen mit Sido und K.I.Z. um die Wette. Auch die Gastgeber selbst zeigen ihr musikalisches Können. Außerdem werden Mentalist Farid, T.Raumschmiere mit Gästen und Mundharmonika- Mann Michael Hirte (einst selbst bekennender Hartz-IV-Empfänger) mit von der Partie sein und mit exklusiven, teilweise eigens für dieses Konzert einstudierten Liedern aufwarten. Insgesamt soll die Spendengala 180 Minuten lang die Zitadelle Spandau rocken, glücklich machen und viel Geld für den Verein „Berliner Tafel e.V.“ einnehmen. Dafür hat der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit persönlich die Schirmherrschaft übernommen.Reguläre Tickets kosten 28 Euro, und am Konzerttag selbst gehen gegen Vorlage eines Hartz-IV-Bezugsausweises noch mal zusätzlich 2 000 Karten für lediglich 5 Euro über die Kassentheke. Maria Kufeld