Ihr seht ja süß zusammen aus.Seid ihr Geschwister oder ein Paar? Er: Wie kommst du denn auf so was? Sie: Weder noch, wir haben nur zufällig heute beide schwarz-weiße Klamotten an.
Wohin geht ihr denn so rausgeputzt im Partnerlook? Sie: Wir kommen gerade vom Deutschen Guggenheim Museum und haben uns die Ausstellung „Picturing America“ über amerikanischen Fotorealismus der siebziger Jahre angeschaut.
Wie war es? Sie: Ich finde interessant, auf diese Weise Einblicke in die amerikanische Gesellschaft dieser Zeit zu bekommen. Die Bilder wirken auf den ersten Blick tatsächlich wie Fotos. Beim genaueren Betrachten entdeckt man Fehler oder unlogische Momente in der Darstellung, dann bemerkt man, dass es sich eben doch um ein Gemälde handelt, das durchkomponiert ist. Außerdem fragt man sich, warum die Künstler ausgerechnet diese Motive gewählt haben. In der Wahl der Motive steckt die eigentliche Aussage. Es ist interessant, dass die meisten Bilder Konsumwelten wie Schaufenster oder Autos zeigen.
Welches Kulturgut spiegelt denn die Verhältnisse der heutigen Gesellschaft wider? Er: Myspace und Facebook (lacht). Ich finde, dass die allgemeine Partizipierbarkeit des Web 2.0 dazu führt, dass man ein recht eindrückliches Bild der Gesellschaft bekommt. Auch wenn dieses Spiegelbild nicht ganz so ästhetisch ist, wie das von vor vierzig Jahren.