Kürzlich war sie in Venedig. Fotografierte die Stadt, wie sie seit einiger Zeit andere Orte und auch Landschaften aufnimmt – indem sie die auf ein Stativ montierte Kamera während des Auslösens bewegt, vertikal oder horizontal. Jene Stadt, längst von zigtausenden Fotografenaugen abgescannt, die ihr nichts Neues abtrotzen können, wird in Sabine Wilds Fotografien plötzlich doch ganz anders wahrgenommen. Fragmentarisch. „Das Wasser aber“, erzählt sie, „wird dann auf einmal ganz ruhig.“ Dieses Spiel mit dem Wasser hat sie auch bei einigen ihrer New-York-Bilder ausgenutzt. Bei diesen allerdings tauchen die Bewegungsunschärfen zugleich horizontal und vertikal auf. Jenes Gebäude hier, das wirkt wie der Glaspalast von Richard Rogers am Potsdamer Platz, hat sie bei einer Fährüberfahrt entdeckt. Ihre neuartigen Raumstudien zeigt sie nun in der von ihr mitbegründeten Produzentengalerie „en passant“. Am 11.4. ab 19 Uhr wird sie dort von ihrer Arbeit erzählen. So ganz nebenbei hat Sabine Wild derzeit noch eine Ausstellung im Hauptstadtstudio der ARD.