Elektra mag Elektrizität. Sie lebt in der „Hänger und Laster“-Wagenburg an der Revaler Straße, gleich neben der Modersohnbrücke. Der Strom für ihre Unterkunft kommt aus einer Batterie. Denn auf den bunt bemalten Wagen neigen sich tagsüber ihre Solarkollektoren zur Sonne und lassen diese sonst eher karge Ecke Berlins futuristisch erscheinen. Schon als Kind bastelte sie ihre eigenen Schaltkreise, inzwischen kann sie die benötigte Solartechnik selbst herstellen. Zum Beispiel für ihre Mitbewohner und Freunde, die keine Lust mehr auf teure Stromrechnungen haben. Alle 36 Wagenburg-Bewohner bedienen sich bereits der Sonnenenergie – dank Elektra.

Ihr System bietet der Wagenburg rund um die Uhr eine autonome Stromversorgung, die gerade in diesem Winter auf Hochtouren läuft. Denn Sonne und der reflektierende Schnee liefern Unmengen Licht zur Stromumwandlung. „Zwar sind die Anschaffungskosten relativ hoch, doch hat man einmal sein eigenes Kraftwerk auf dem Dach, übernimmt die Sonne die Arbeit und Kosten“, erklärt sie. „Lediglich die Batterie muss alle fünf bis sieben Jahre erneuert werden.“ Der Strom reicht für alles, was man braucht: Licht, Fernseher, Toaster, Musikanlage. Ein kleines, ziemlich unabhängiges Paradies inmitten der Stadt. Und der Beweis, das Leben mit der Natur auch in der Großstadt möglich ist. azs