Als Spezialeinheiten der Polizei im Rahmen der Ermittlungen gegen den Motorradclub Bandidos 29 verdächtige Objekte in Berlin durchsuchten, war eine Einrichtung darunter, die man nicht als Ort für bandenmäßigen Drogenhandel vermutet hätte. Unter anderem stand das Drogentherapiezentrum „Almedro“ in Treptow auf der Liste der verdächtigen Orte. Dessen Leiter Mohammed M. ist Mitglied bei den Bandidos. Auch sonst reißen die Schlagzeilen über die beiden Platzhirsche unter den Motorradclubs nicht ab: Sowohl die Hells Angels als auch die Bandidos sind bestrebt, ihre Stellung in Berlin zu festigen; beide Clubs sind durchaus bereit, Revierstreitigkeiten auch mit Waffengewalt zu lösen.

Zwar sind keineswegs alle Rocker schwerkriminelle Outlaws. Aber das hierarchische Clubprinzip der Bruderschaft, die nach eigenen Gesetzen lebt und handelt und in der sich alle Mitglieder uneingeschränkt gegenseitig unterstützen, bietet einen fruchtbaren Boden für kriminelle Betätigungen wie Drogen- und Waffenhandel oder Zuhälterei. Und auch in der Türsteherszene Berlins sind die Rocker zunehmend präsent. Für die Sonderermittler der Berliner Polizei ist es schwierig, einen genaueren Einblick in die Strukturen der Banden zu bekommen: Es gilt als absolute Todsünde, mit der „verhassten“ Polizei oder anderen staatlichen Organen zu sprechen. jg