Wo kommst du gerade her? Ich war in der Ausstellung mit den Bildern von Paul Klee in der Neuen Nationalgalerie. Die war wirklich super. Ich mag die kindlich anmutende Naivität und den Stil, mit dem er gezeichnet hat. Als Künstler sticht er für mich echt heraus aus der Zeit und dem damaligen Stil. Ich mag die Philosophie, die dahintersteht.
Malst du auch selbst,inspiriert dich ein Ausstellungsbesuch also auch in deiner eigenen Arbeit? Ich zeichne manchmal ein bisschen, aber vor allem nähe ich Kuscheltiere und lustige Figuren, die Unsinn machen. Als Letztes habe ich die Winkelkritze genäht. Das ist dieses weiße, fiese Zeug, das sich im Mundwinkel ablagert, wenn man lange Zeit nichts trinkt oder alt ist.
Das ist ja eklig. Das Kuscheltier Winkelkritze ist aber ganz süß und flauschig. Man muss es einfach lieb haben mit seinen großen Kulleraugen.
Lass uns lieber wieder über Paul Klee reden:Was hast du aus der Ausstellung mitgenommen? Ja, gefesselt hat mich die Zeichnung der „Hexe mit dem Kamm“. Das ist eine ganz minimal gehaltene Bleistiftzeichnung, vom Stil etwas zwischen Kinderzeichnung und Streetart. Faszinierend, wenn man sich überlegt, dass Klee sie vor über 80 Jahren gemacht hat und sie als modern und urban geltendes Streetart- Piece durchgehen könnte.
Ein Motiv ganz nach deinem Stil? Die Hexe finde ich auf jeden Fall so schön, dass ich sie mir auf den Unterarm tätowieren lassen werde.
Johannes Büttner

TINAS OUTFIT
»Ich mag schlichte, aber stylish wirkende Sachen. Lieber etwas weniger bunt und schrill, dafür Klamotten, die einen guten Gesamteindruck machen. Eine runde Sache sozusagen. Am besten finde ich, wenn der Style ein Bild im Kopf entstehen lässt.«