Die Sonne strahlt, die Bässe wummern und die tanzende Menschenmenge ist außer sich. Solche Szenen spielen sich im Sommer, vorzugsweise in Parks, regelmäßig ab – manchmal legal, manchmal illegal. Einige Touristen, die spontan in derlei Open-Air- Partys geraten, können es kaum fassen, dass so etwas überhaupt möglich ist. Ja, dafür lieben wir Berlin. Doch wenn die letzte Platte verstummt und der letzte Raver nach Hause gegangen ist, bleibt oft nur Chaos auf der grünen Wiese, ein Teppich aus Leergut, Kippen und Kronkorken. Mit der wachsenden Anzahl der Open-Airs wuchs auch das Müllproblem. Auch wurden die Orte, die sich für solche Partys eignen, so oft belagert, bis keine Blume mehr blühte und diejenigen, die dort wohnen, sich gestört fühlen.

Der Erkenntnis folgte eine hitzige Diskussion. Jetzt hat sich eine Gruppe von 39 Veranstaltern an den Runden Tisch gesetzt. Sie wollen gemeinsam die bundesweit einmalige Situation retten, jedes Wochenende umsonst und draußen feiern zu können. Das ist neu und bemerkenswert. Sie wollen dafür sorgen, dass die Gäste und andere Open-Air-Macher ihren Müll einsammeln und mit Verantwortung feiern. Dazu gehört eben auch, nicht alles rücksichtslos liegen zu lassen und nicht immer an den gleichen Orten zu raven, auch wenn sie noch so zentral liegen und gut zu erreichen sind. Außerdem sollen die Leute verstehen, dass es keine Katastrophe ist, wenn um 22 Uhr die Musik leiser gedreht wird. Nur dann wird es auch in Zukunft noch Open-Airs geben.