20 °C Mo, 2. August 2021 Uhr
Prinz.de  ›  Regional  ›  Berlin: Lauftraining in der Stadt – Sport & Sightseeing

Berlin: Lauftraining in der Stadt – Sport & Sightseeing

Sightjogging, Running Tours oder Sightrunning – so nennt sich der neueste Sightseeing Trend, der die Großstädte dieser Welt erobert. Auch die Hauptstadt Berlin eignet sich hervorragend, um laufend erkundet zu werden. Durch die Kombination von Laufen und Sightseeing werden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

PRINZ Tweet

Das Fitnesslevel steigt, das Lauftraining wird spannender und die Geschichte der Stadt kann im Laufschritt erkundet werden. Diese Form der Stadtbesichtigung ist jedoch nicht nur etwas für sportliche Touristen, auch eingesessene Berliner bekommen laufend einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Stadt. Mittlerweile gibt es bereits einige Anbieter, die Sightseeing beim Laufen und Joggen professionell anbieten. Doch du kannst die Stadt im Laufschritt auch auf eigene Faust erkunden.

Historisches Berlin

Rein in die coolen Asics Laufschuhe und los geht´s! Um das historische Berlin zu erkunden, gibt es keinen besseren Ausgangspunkt als das Wahrzeichen der Stadt: das Brandenburger Tor. Es wurde von 1789 bis 1793 nach Entwürfen von Carl Gotthard Langhans unter dem preußischen König Friedrich Wilhelm II errichtet. Das frühklassizistische Triumphtor war nur eines von 18 Berliner Stadttoren, jedoch das einzige, das bis heute erhalten geblieben ist. Bis zum Fall der Mauer symbolisierte das Tor die Grenze zwischen Ost- und Westberlin. Daher wird das Brandenburger Tor seit dem Jahr 1990 auch als Symbol für die Öffnung des Eisernen Vorhangs angesehen.

Vom Brandenburger Tor geht es im Laufschritt weiter vorbei am Großen Tiergarten. Er ist der älteste öffentliche Park in Berlin und aufgrund seiner historischen Bedeutung als Gartendenkmal geschützt. Auf einer Fläche von etwa 2 km² bietet er einen Erholungsraum mitten in der Stadt, der von einigen breiten Straßen durchzogen wird, in dessen Zentrum die Siegessäule steht. Wenn du jedoch im Großen Tiergarten nach einem Zoo sucht, wirst enttäuscht sein. Der Park ist zwar bekannt für seine Vogelvielfalt, doch eingezäunte Gehege suchst du hier vergeblich.

Hast du den Großen Tiergarten hinter dir gelassen, geht es weiter vorbei an der Amerikanischen Botschaft zum Holocaust Mahnmal der Stadt. Es wurde in den Jahren 2003 – 2005 als Denkmal für die ermordeten Juden Europas errichtet und besteht aus einem Feld von 2711 Stelen aus Beton, die wellenförmig angelegt sind. Das Mahnmal ist von allen Seiten begehbar und eröffnet durch die unterschiedlich hohen Stelen und labyrinthartigen Gänge immer wieder neue Perspektiven auf die Gedenkstätte. Unter dem Mahnmal befindet sich ein „Ort der Information“ der über die Geschichte der Verfolgung der Juden in Europa Auskunft gibt.

Vorbei an der Britischen Botschaft geht es weiter in Richtung Gendarmenmarkt. Der im 17. Jahrhundert nach den Plänen von Johann Arnold Nering entstandene Gendarmenmarkt gehört zweifelsohne zu den schönsten öffentlichen Plätzen der Stadt. Drei beeindruckende Gebäude – das Konzerthaus, der Französische Dom und der Deutsche Dom – rahmen den wunderschönen Platz ein. Hier kommt ein wenig italienisches Flair auf, erinnert der Platz doch an eine italienische Piazza.

Du genehmigst dir jedoch kein Gelati, sondern läufst weiter Richtung Altstadt und kommst zur Fischerinsel. Die Insel ist etwa acht Hektar groß und gehört zum ältesten Teil der Hauptstadt. Einst Quartier für wohlhabende Fischer entwickelte es sich im 17. Jahrhundert zu einer Wohngegend für ärmere Leute. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Häuser der Fischerinsel jedoch leider größtenteils zerstört. Das einzig bis heute erhaltene Gebäude ist von 1740 und steht in der Friedrichsgracht 15.

Nun bist du in der Altstadt Berlins angelangt. Das Nikolaiviertel mit seinen schmalen Gassen, dem Kopfsteinpflaster und den alten, geduckten Häusern macht das Flair des Mittelalters direkt erlebbar. Hier kannst du dir eine Vorstellung davon machen, wie Berlin einst aussah. Es ist das älteste und auch erste Wohnviertel der Stadt und mit seinen historischen Gebäuden, Kaffeehäusern und Restaurants eine Art Freilichtmuseum des alten Berlins.

Das Nikolaiviertel lässt du hinter dir und kommst zum Roten Rathaus. Es ist Sitz des Bürgermeisters und Senats von Berlin. Den Namen verdankt das Gebäude jedoch nicht seiner politischen Ausrichtung, sondern den roten Ziegelsteinen der Fassade. Errichtet wurde das Rote Rathaus zwischen 1861 und 1869. Im zweiten Weltkrieg hat es zwar Schäden erlitten, konnte jedoch wieder rekonstruiert werden. Im Roten Rathaus gibt es mehr als 247 Räume. Der Wappensaal ist besonders erwähnenswert, sind hier doch alle Wappen Berlins und deren Stadtbezirke eingearbeitet. Aus diesem Grund wird der Saal auch gerne für große Feierlichkeiten wie den Empfang von Staatsgästen genutzt.

Der nächste Abschnitt ist besonders schön. Immer der Spree entlang ergibt sich ein wunderschöner Blick auf die weltweit bekannte Museumsinsel, die sich zwischen dem Spreekanal und der Spree befindet. Besucher aus der ganzen Welt besichtigen jedes Jahr den Museumskomplex, der aus fünf einzelnen Museen besteht: Das Alte Museum beherbergt Sammlungen der Antike. Das Neue Museum stellt Objekte aus Ägyptischen Sammlungen aus. In der Alten Nationalgalerie befinden sich Malereien und Skulpturen aus dem 19. Jahrhundert und im Bode-Museum werden sakrale Kunstwerke ausgestellt. Das Pergamonmuseum ist bei den Besuchern besonders beliebt. Denn hier können archäologische Funde der Antike bestaunt werden. Seit 1999 wurde die Museumsinsel in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen.

Nun sind wir beim Monbijou Park angelangt. Hier könnte man fast vergessen, dass man sich im Herzen einer Millionenmetropole befindet. Monbijou ist französisch und bedeutet so viel wie „Schmuckstück“. Was für ein passender Name für die vier Hektar große Parkanlage, in der sich Groß und Klein vom Trubel der Stadt erholen. Einst stand hier das Rokoko Schloss Monbijou, indem die preußische Königin umgeben von einem prächtigen Park lebte. Leider überlebte das Gebäude den Zweiten Weltkrieg nicht. Nun findet sich an dieser Stelle eine Grünanlage mit Uferpromenade, Freibad, Brunnen und verschiedenen Sportanlagen.

Wir überqueren schließlich die Spree und kommen zum Regierungsviertel. Es ist das politische Zentrum Berlins und beherbergt unter anderem das historische Reichstagsgebäude, das moderne Bundeskanzleramt, das übrigens acht Mal größer als das Weiße Haus in Washington ist, und das Paul- Löbehaus. Ebenfalls Teil des Berliner Regierungsviertel ist das sehenswerte Marie Elisabeth-Lüders-Haus, das als wissenschaftliches Dienstleistungszentrum fungiert. Schon sind wir wieder beim Ausgangspunkt zurück.

Die gesamte Tour von 7,3 km ist bei lockerem Jogging in 1,5 Stunden zu bewältigen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.