6 °C Di, 20. Oktober 2020 Uhr
Prinz.de  ›  Regional  ›  Kein Studienplatz in Berlin – wann profitierst du von einer Studienplatzklage?

Kein Studienplatz in Berlin – wann profitierst du von einer Studienplatzklage?

Vielseitig, individuell, sexy und zudem ein großes Angebot an Hochschulen – Berlin rangiert als Studienort ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Ob angehende Mediziner, Wirtschaftswissenschaftler, Modedesigner oder auch Schauspieler – rund 80 staatliche, private und konfessionelle Hochschule bieten dir ein umfangreiches Angebot an Studienfächern. Es klappt aber nicht immer wie gewünscht mit einem Studienplatz in Berlin. In manchen Fällen macht in einem solchen Fall eine Studienplatzklage Sinn.

PRINZ Tweet

Die Beliebtheit von Berlin als Studienort steigt stetig

Berlin gilt dabei gar nicht als typische Studentenstadt, beeindruckt aber mit Fakten und Zahlen. Berlin ist Hauptstadt, Metropole und gleichzeitig Zentrum der Metropolregion Berlin-Brandenburg, hat rund 3,7 Millionen Einwohner, präsentiert sich als Trendsetter in Sachen Kultur, Kunst und Lifestyle, bietet aktuell insgesamt rund 188.000 Studierenden eine Heimat und steht für ein großes Sport- und Freizeitangebot. Die Beliebtheit von Berlin als Studienort wächst dabei von Jahr zu Jahr. Das belegen die Vergleichszahlen:

Eine große Auswahl an Fakultäten und Studienfächern

Interessierst Du Dich für ein mathematisch-naturwissenschaftliches, ein wirtschaftswissenschaftliches oder etwa für ein kultur-, sozial- und bildungswissenschaftliches Studium? Dann stellt zum Beispiel die Humboldt-Universität (HU) in Berlin-Mitte eine exzellente Wahl dar. Möchtest Du später als Modedesigner oder als Künstler durchstarten, kannst Du Dich um einen Studienplatz an der Universität der Künste bemühen. Die Ausbildung an der größten Kunstschule in Europa genießt international einen ausgezeichneten Ruf.

Viele Universitäten in Berlin bieten internationales Renommee

Auch angehende Schauspieler sind in Berlin bestens aufgehoben, sofern sie einen Platz an der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch ergattern. Für angehende Mediziner stellt dagegen vor allem die bekannte Berliner Charité ein Anziehungsmagnat dar. Die traditionsreiche Technische Universität Berlin zu vergessen besitzt einen vergleichbaren Status und ist für die gute Ausbildung in Studienfächern mit technischer Orientierung bis weit über die Grenzen Berlins aus bekannt.

Immer weniger Studienplätze für immer mehr Bewerber

Ein Studium in Berlin fungiert häufig als hervorragende Ausgangsbasis und Steigbügelhalter für Deine spätere Karriere. Das Problem dabei: Die Zahl der Bewerber um einen Studienplatz an einer Berliner Universität steigt stetig. Das hat nicht nur etwas mit der Beliebtheit Berlins als Studienort zu tun. Im Vergleich zu früheren Zeiten ist die Konkurrenz an Bewerbern mit guten Abi-Noten weitaus höher. Gleichzeitig bieten die Universitäten (meistens aus Kostengründen) nicht mehr Studienplätze an. Eher das Gegenteil ist der Fall: Viele Hochschulen verringern sogar die entsprechenden Kapazitäten.

Selbst gute Noten bieten keine Garantie auf den Wunschstudienplatz

Selbst Einser-Abiturienten haben längst keine Garantie mehr auf ihren Wunschstudienplatz. Statt in Berlin zu studieren, sind plötzlich Fürth, Herford oder Theologiestudium in Oberusel angesagt. Und dann gibt es in einigen Disziplinen ja auch noch den berühmt-berüchtigten NC als Zulassungsvoraussetzung. Reichen Deine Noten nicht für ein Medizin-Studium oder für eine andere Fachrichtung, musst Du den Bewerbern mit besseren Noten den Vortritt lassen und Dich vom Studienfach her umorientieren.

Erfolgreich wehren mit einer Studienplatzklage

Das muss aber nicht sein. Mit einer Studienplatzklage kannst du ablehnende Bescheide anfechten. Für eine solche Studienplatzklage – auch als Kapazitätsklage bezeichnet – benötigst du einen kompetenten und erfahrenen Fachanwalt für Hochschulrecht, der deine Rechte in diesem Fall vertritt. Allerdings stellt eine Studienplatzklage längst kein Allheilmittel dar und bietet nur bei bestimmten Fällen eine realistisch große Chance, dass du tatsächlich dein Wunschstudium an deinem bevorzugten Studienort aufnehmen kannst.

In diesen Fällen ergibt eine Studienplatzklage Sinn

1. Fehler bei der Kalkulation der vergebenen Studienplätze

Grundsätzlich basiert eine Studienplatzklage auf die vom Grundgesetz (Art. 12, Abs. 1) in Deutschland garantierte Freiheit der Berufswahl. Du kannst mit einer Klage dieser Art die Vergabepolitik einer Universität überprüfen lassen. Kommt dabei heraus, dass der Hochschule ein Fehler in Bezug auf die Kalkulation der zur Verfügung stehenden Studienplätze unterlaufen ist, kann die jeweilige Bildungseinrichtung gerichtlich zu einer weiteren Aufnahme von Studenten aufgefordert werden.

2. Studenten erhalten die Hochschulzulassung an der „falschen“ Uni

In der Praxis kommt es häufiger vor, dass Du keinen Platz an Deiner Wunschuniversität erhältst und Dir ein alternativer Studienort zugewiesen wird. Bietet Dir die Alternativ-Uni aber nicht genau die inhaltlichen Schwerpunkte, die Du später im Laufe Deiner beruflichen Karriere benötigst, hat eine Studienplatzklage in diesem Fall eine gute Aussicht auf Erfolg.

Gleiches gilt, wenn Dir dadurch der Zugang zum Masterprogramm verwehrt wird. Strebst Du zum Beispiel ein Lehramtsstudium an und möchtest später als Lehrer arbeiten, ist der Zutritt zum konsekutiven Masterprogramm notwendig. Ist das an der Dir zugewiesenen Uni nicht machbar, kannst Du mit einer Studienplatzklage gerichtlich dagegen vorgehen.

3. Auch der Ausschluss durch eine NC-Beschränkung lässt sich anfechten

Kein Einser-Abitur, also auch kein Medizin-Studium – diese übliche Praxis rundum NC-Studienfächer steht auf wackligen Füßen. Der Vorwurf dabei: Das Abitur ist nicht aussagekräftig genug und stellt eher eine Momentaufnahme dar. Aussagen zu Deinen Talenten oder überhaupt zu Deiner persönlichen Qualifikation für einen medizinischen Beruf bzw. für den Arztberuf trifft das Abitur nicht. Auch in solchen Fällen kann sich eine Studienplatzklage als lohnenswert erweisen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.