5 °C Do, 4. März 2021 Uhr
Prinz.de  ›  Regional  ›  Menthol-Verbot in Rauchwaren: Alternativen zur Menthol-Zigarette

Menthol-Verbot in Rauchwaren: Alternativen zur Menthol-Zigarette

An alle Raucher, es ist ohnehin schädlich für die Gesundheit Zigaretten zu rauchen. Im Mai 2020 wurden Raucher ziemlich hart von einer EU-weiten Richtlinie getroffen. Menthol in Zigaretten und anderen Rauchwaren ist seitdem verboten. Das bedeutet, dass du dir bei deinem Späti an der Ecke seitdem keine Menthol-Zigaretten kaufen kannst, aber auch deine Lieblings-Shisha-Bar darf keine Tabaksorten mehr anbieten, die Menthol enthalten. Menthol-Fans können aber aufatmen. Es gibt Alternativen und das Beste daran: Sie sind deutlich weniger gesundheitsschädlich als der Griff zur Zigarette. PRINZ erklärt dir, was es mit dem Menthol-Verbot für Rauchwaren auf sich hat und wie du in Berlin Alternativen finden kannst.

PRINZ Tweet
Seit Mai 2020 hat es sich zumindest in Sachen Menthol-Zigaretten ausgeraucht.

Was besagt das Menthol-Verbot für Rauchwaren?

Wie bereits erwähnt ist das Verbot für Menthol-Zigaretten seit Mai 2020 in Kraft. Das Verbot gilt flächendeckend für alle Länder der EU. Demnach darfst du dort zwar noch Menthol-Produkte rauchen, allerdings dürfen sie nicht mehr verkauft werden. Verabschiedet wurde diese EU-Tabakrichtlinie bereits im Jahr 2014. Das besagt vor allem, dass Tabakprodukte verboten werden sollen, die ein charakteristisches Aroma haben, wie eben auch Menthol.

Der Stoff überdeckt den unangenehmen Geschmack des Tabakrauchs. Das kann wiederrum den Konsum von Tabakprodukten fördern. Vor allem bei jüngeren Menschen können solche überdeckenden Geschmäcker eher rauchfördernd wirken.

Der Rauch einer Menthol-Zigarette fühlt sich anders an beim Inhalieren. Während der normale blaue Dunst eher kratzig wirkt, ist der Rauch einer Menthol-Zigarette eher kühlend, schmerzlindernd und fast schon betäubend. Das macht den Rauch leichter zu inhalieren, was vor allem den Einstieg ins Rauchen für Jugendliche erleichtern kann.

Zudem sorgt das Menthol durch seine durchblutungsfördernde Wirkung dafür, dass das Nikotin in den Zigaretten schneller aufgenommen wird. Der Rausch wird also dadurch verstärkt.

Zigarettenkonsum ein großes Problem

Ohnehin ist das Rauchen unserer Regierung ein Dorn im Auge, auch wenn sie an den Steuergeldern gut daran verdient. Grundsätzlich sieht es jedoch so aus, dass das Rauchen das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland darstellt. Jährlich sterben hierzulande über 127.000  Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Deshalb hat es sich die Bundesregierung zur Aufgabe gemacht, möglichst viele Menschen vom Rauchen abzuhalten. Meist gibt es jedoch nicht so drastische Verbote, wie die besagte EU-Tabakrichtlinie, sondern andere strukturelle, präventive oder gesetzliche Maßnahmen. Das sind etwa Preiserhöhungen, Präventionskampagnen oder Verbote von Tabakwerbung im öffentlichen Raum.

Die Verantwortlichen der Regierung stehen in einem ständigen Austausch mit den Tabakkonzernen. Dabei stellen sich sogar einige Erfolge ein. Seit den 80er Jahren ist der Konsum von Rauchwaren immer weiter rückläufig, wenn auch nur leicht. Möglicherweise kann dieses neue Verbot von Menthol-Zigaretten jedoch den Einstieg ins Rauchen erschweren.

Diese Rauchwaren sind von dem Verbot betroffen

Nicht nur Zigaretten, die Menthol enthalten, sind aufgrund des Verbots seit Mai 2020 verboten, sondern auch weitere Tabakprodukte.

  • Tabak mit Menthol: Wenn du deine Zigaretten bislang mit Menthol-Tabak gedreht oder gestopft hast, wirst du nun darauf verzichten müssen.
  • Shisha-Tabak mit Menthol: Auch bei deiner Lieblings-Shisha-Bar wirst du keinen Tabak mit Menthol mehr in deine Wasserpfeife bekommen.
  • HEETS mit Menthol: Dabei handelt es sich um neuartige Tabaksticks. Auch hier greift das Verbot der EU-Tabakverordnung.

Bislang haben wir jedoch ziemlich viel über Menthol an sich geredet. Allerdings geht das Verbot selbst über dieses Aroma hinaus. Wie bereits erwähnt, sind alle Tabakwaren mit einem charakteristischen Aroma davon betroffen. Allerdings ist diese Formulierung doch etwas schwammig gewählt. Im Prinzip geht es bei dem Verbot nur um Aromen, die dazu dienen den Geschmack oder die Intensität eine Zigarette zu überdecken. Allerdings ist das in vielen Fällen sehr subjektiv.

Menthol an sich nicht gefährlich

Grundsätzlich ist Menthol nicht schädlich. Nur dann, wenn es dazu eingesetzt wird, Tabakwaren schmackhafter zu machen, versetzt uns der Geschmack in den Glauben, dass Menthol-Zigaretten gesünder seien. Das stimmt aber nicht und das ist genau das Tückische dabei. Menthol ist in erster Linie ein ätherisches Öl, das in Pflanzen der Gattung „Mentha“ vorkommt. Dazu gehören beispielsweise die Pfefferminze. Aber es ist auch in anderen Kräuterpflanzen, wie beispielsweise Basilikum oder Thymian zu einem kleineren Teil enthalten.

Menthol ist ein Ätherisches Öl, das beispielsweise aus der Minze gewonnen wird.

Im Prinzip begegnet uns der Stoff jeden Tag, allerdings nicht in Form von Zigaretten, sondern beim Zähneputzen. Er ist nämlich fester Bestandteil nahezu jeder Zahnpasta oder Mundspülung. Auch in Kaugummis oder in medizinischen Salben und Cremes kann das Öl verwendet werden. Dabei wirkt es beruhigend, schmerzlindern, kühlend, aber auch erfrischend. Menthol ist also an sich nur etwas Schlechtes, wenn es in Verbindung mit Tabakprodukten gebracht wird.

Tabakkonzern umgeht Verbot

Allen Verboten zum Trotze versuchen Tabakunternehmen das Verbot der EU zu umgehen. Bestes Beispiel ist hier der Konzern Reemtsma, der sich mit seiner Aktion wohl am Rande der Legalität bewegt. Etwa einen Monat bevor das Verbot in Kraft getreten ist, brachte das Unternehmen sogenannte „Aroma Cards“ heraus. Mit ihrem Produkt versuchten sie wohl Menthol-Anhänger zu ihren Marken hinzuziehen.

Eine Stunde lang wird das Geschmacksplättchen in eine Zigarettenschachtel gelegt. Danach soll das Menthol-Aroma in die Rauchware übergegangen sein. Dadurch schmecken normale Zigaretten also nach Menthol. Die Bundesdrogenbeauftragte, Daniela Ludwig, sprach in diesem Zusammenhang von einer „schamlosen Umgehung des Verbotes“.

Wer früher gerne Menthol-Zigaretten geraucht hat, hat jedoch noch weitere Alternativen zur Verfügung und dazu ist es nicht einmal notwendig weiterhin noch normale Zigaretten zu rauchen.

Es gibt Alternativen

Die einfachste Möglichkeit dabei ist es wohl, wenn du von der Menthol-Zigarette auf ein anderes Produkt ausweichst, falls du nicht komplett aufhören möchtest oder du nicht auf den Menthol-Geschmack verzichten willst. Deutlich gesünder als die normale Zigarette ist die E-Zigarette. Dabei findet nämlich keine Verbrennung statt, sondern eine Flüssigkeit wird erhitzt und verdampft. Dieser Dampf wird dann inhaliert.

Das funktioniert mittels sogenannter Liquids. Es sind Flüssigkeiten, die mit verschiedenen Aromen angereichert sind. Zusätzlich gibt es auch noch Liquids die mit unterschiedlichen Konzentrationen von Nikotin erhältlich sind. Warst du früher ein starker Raucher, kannst du mit einer höheren Dosierung starten. Vielleicht fährst du die Dosis nach und nach herunter, um deinem Körper weniger durch das Nikotin zu schaden. Willst du weiterhin das Raucherlebnis haben und dabei Menthol schmecken, bist du wohl damit am besten bedient. Zusätzlich ist es gesünder als Zigarettenrauch. Das belegt zumindest eine aktuelle Studie aus Großbritannien. Sie wurde vom Londoner Krebsforschungszentrum durchgeführt und zeigt, dass in dem Dampf deutlich weniger Giftstoffe enthalten sind als in dem Rauch von normalen Zigaretten.

Britische Studien belegen, dass das dampfen weniger gesundheitsschädlich ist
als das Rauchen.

Menthol-Liquids noch immer erlaubt

Das Dampfen von Liquids mit Menthol-Aroma ist also noch erlaubt. Das hat gute Gründe, denn im Fall der E-Zigarette dient das Aroma nämlich nicht dem Zweck einen Hustenreiz oder ein Kratzen zu unterdrücken, sondern einfach nur einem reinen Geschmackszweck. Zwar war ursprünglich geplant, auch Liquids mit Menthol zu verbieten, allerdings konnte das zunächst vom Bündnis für Tabakfreien Genuss abgewehrt werden.

Auf dem Markt existieren diverse Liquids, die Menthol enthalten. Zum Antesten kannst du beispielsweise in Berlin in diversen E-Zigaretten-Shops vorbeischauen, um dich umfassend zu informieren.

Komplett aufhören? Neukölln hilft

Bei einer Sache sind sich wohl alle einig: Das Beste ist, wenn du überhaupt gar nicht erst mit dem Rauchen anfängst. Ohnehin sind Raucher in Berlin gar nicht so gern gesehen. Sollte es dazu zu spät sein, hörst du am besten komplett auf. Hierbei kann dich beispielsweise auch die E-Zigarette unterstützen, indem du zunächst umsteigst und dann nach und nach deinen Nikotinbedarf herunterschraubst.

Wenn du vorher wenig geraucht hast, dann kannst du es auch mit einem sogenannten kalten Entzug versuchen. Allerdings ist hier ein sehr starker Wille vorausgesetzt. Falls du Hilfe bei deinem Vorhaben brauchst, gibt es eine Menge öffentlicher Stellen, an die du dich wenden kannst. Bestes Beispiel ist das Institut für Tabakentwöhnung und Raucherprävention in Neukölln.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.