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Mit dem „Hanfticket“ durch Berlin

CBD, THC, Öl und Blüten – Wenn man die aktuellen Nachrichten auf sozialen Medien, in Magazinen und Zeitschriften genauer betrachtet, lassen sich viele Beiträge rund um die Thematik der Hanfpflanzen finden. Besonders die Legalisierung von Marihuana, durch den festgehaltenen Koalitionsvertrag, wird dabei nicht selten erwähnt. Nun überrascht auch Berlin mit der Schlagzeile „Das Ticket, das dich nicht nur heim-, sondern vielleicht auch runterbringt“. Hierbei handelt es sich um ein essbares Ticket mit Hanföl. Doch ist der Hype um das scheinbar stressreduzierende Hanföl wirklich berechtigt? Und ist die Pflanze nun zu 100 Prozent in der Gesellschaft angekommen?

Steigende Popularität um die Hanfpflanze 

Die Berliner Verkehrsbetriebe startete mit einer Marketingaktion zur Weihnachtszeit durch und überraschte dabei ganz Berlin. Bei der Aktion ging es rund um das Thema die gesellschaftliche Akzeptanz der ikonischen Hanfpflanze. Um das sogenannte Hanfticket zu bekommen, können Berliner von nun an in das nächste Kundenzentrum gehen und sich das „ungewöhnliche“ Ticket kaufen.

Das Tagesticket für den Nahverkehr der Hauptstadt besteht demnach aus Esspapier und soll mit einigen Tropfen Hanföl ausgestattet sein. Die Fahrgäste können das Ticket nach Ablauf seiner Gültigkeit essen, weshalb es als nachhaltige Alternative zum Papierticket sehr beliebt wurde. Neben diesem Vorteil soll das mit CBD ausgestattete Ticket den Berliner im Alltag helfen und Stress vermeiden.

Umwelt, Gesundheit, Wirtschaft: Die Wirkung von CBD

Es wird davon ausgegangen, dass Menschen bereits in der Antike die Nutz- und Heilpflanze Hanf (Cannabis) als Arzneimittel nutzten. Aufgrund des medizinischen Potenzials ist es deshalb bis heute allgegenwertig sein. Cannabis hat insgesamt mehr als einhundert verschiedene Bestandteile, die eine Wirkung auf das menschliche Nervensystem haben. Ein Bestandteil der Pflanze, welcher nicht in Hanfprodukten vorkommt und illegal ist, heißt Tetrahydrocannabinol. THC ist in der Cannabis-Pflanze der psychoaktive beziehungsweise berauschende Teil. 

Ein weiterer Bestandteil ist CBD. Es ist der Bestandteil der Hanfpflanze, der in den gehypten Produkten steckt. Cannabidiol gilt als erfolgreiches Hilfsmittel bei der…

  • Nahrungsregulierung
  • Feinmotorik
  • Orientierung
  • Sinneswahrnehmung 
  • Konzentration

Zudem soll es bei Entzündungen und entzündungsbedingten Schmerzen, Epilepsie, schizophrenen Psychosen, Stress, Burnouts, Schlafstörungen, Migräne, Übelkeit, Erbrechen und weiteren Dingen helfen. Zwar gibt es noch keine genauen Langzeitstudien, jedoch sprechen die Heilkräfte sowie tausende Rezensionen von Testern positiv für das Mittel. Neben dem Grund, dass Hanf heilende Kräfte besitzt, gibt es einen weiteren Aspekt, der für die Hanfpflanze spricht. 

Die Nutzung einer pflanzlichen Ressource, in diesem Fall Hanf, hilft nämlich der ökologischen Landwirtschaft. Hanf gilt als Freund des echten Umweltschutzes. In der „ökologischen Landwirtschaft“ geht es nämlich nicht um “ungespritztes” Obst und Gemüse, sondern um umweltfreundliches Denken und Handeln. Mit dem Gebrauch des Bestandteils CBD wird eine natürliche Ressource, welche nicht chemisch hergestellt werden muss, genutzt. Dabei wird vom Verbraucher nebenbei meist auf industrielle Produkte, wie schmerzlindernde Medikamente, verzichtet. Dieser Verzicht hilft der Umwelt, der Gesundheit der Erde und dem Menschen. Zudem wird mit der nachhaltigen Landwirtschaft die regionale Wirtschaft gestärkt.

Cannabis-Anbau: Die Situation in Deutschland zu CBD

Grundsätzlich können CBD-Produkte seit über zehn Jahren legal in Deutschland angeboten und verkauft werden, da CBD nicht als Rauschmittel gilt. Darunter zählen geprüfte Produkte wie CBD-Kosmetik und CBD-Öle. Eindeutig definiert ist die rechtliche Situation in Deutschland jedoch für manche nicht. So gibt es Regionen und Städte, in denen die Behörden eher restriktiv auf CBD-Produkte und deren Anbieter reagieren. Berlin gilt beispielsweise als liberale Stadt, welche offen für die beliebten Produkte ist. 

Wer Cannabis anbauen darf, ist in Deutschland jedoch klar definiert. So ist es nur Betrieben im Agrarsektor erlaubt Nutzhanf anzubauen, wenn diese nach dem Gesetz über eine Alterssicherung für Landwirte (ALG) verfügen. Alle anderen Formen der Landwirtschaft, wie etwa Gärtnereien, dürfen keinen Hanf anbauen. Auch Privatpersonen ist das Pflanzen, Züchten, Halten, Verkaufen sowie Kaufen von Hanf untersagt.

Der Hanfanbau in Deutschland wächst jedes Jahr im zweistelligen Bereich. Beobachter sagen, dass die Nachfrage stetig wächst und gehen davon aus, dass dieses Wachstum weiter andauert. Zudem soll in den letzten sieben Jahren in Deutschland die Fläche zum Anbau von Nutzhanf um das fünfzehnfache zugenommen haben. Der Preis von Hanf für die Proteinproduktion ist genauso hoch wie der von Sojabohnen. Im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen oder sogenannten „Gewerbepflanzen“ wird Industrie- beziehungsweise Nutzhanf auf einer gesicherten Fläche von 6.443 Hektar angebaut. Derzeit bauen fast 900 Landwirte Cannabis für medizinische oder kosmetische Zwecke an. Dabei sind viele von ihnen Biobauern, welche die ökologische Landwirtschaft unterstützen.

Wird der berauschende Bestandteil THC 2022 erlaubt?

Deutschland möchte den Cannabis mit THC, umgangssprachlich Gras, legalisieren. Das Projekt wird von den Ampelparteien SPD, Grüne und FDP geplant. Dies haben die Parteien in ihrer gemeinsamen Vereinbarung festgelegt. Demnach soll Cannabis nicht mehr nur für medizinische Zwecke freigegeben werden, sondern allen Erwachsenen ab 18 Jahren frei zum Kauf stehen. 

Wer Cannabis zu Genusszwecken verkaufen möchte, muss Kenntnisse über die Droge und die damit verbundenen Risiken wie die Suchtgefahr nachweisen. Laut eines Vertrags wollen die Ampelparteien die „kontrollierte Abgabe von Marihuana an Erwachsene zum Verzehr in lizenzierten Geschäften“ einführen. Die Lizenz soll dabei der Qualitätskontrolle, der Verhinderung der Übertragung von Schadstoffen und der Gewährleistung des Jugendschutzes dienen. 

Für Jugendliche, besonders unter 16 Jahren, ist Cannabiskonsum mit Risiken verbunden. Grund dafür ist die Tatsache, dass in dieser Zeit der Körper, die Seele und vor allem das Gehirn rasante Veränderungen und Entwicklungen durchmachen. Die meisten Jugendlichen versuchen mit der Droge Langeweile zu stoppen oder Emotionen zu unterdrücken. Diese Art von Drogenmissbrauch kann dazu führen, dass ein Suchtverhalten entsteht. Zudem regelt der Erwerb der Lizenz, dass das Personal in Geschäften mit eben so einer Verkaufslizenz speziell geschult werden muss. 

Ein festes Datum, um den kontrollierten Verkauf von Cannabis in Deutschland zu starten, gibt es noch nicht. Da die Covid-19-Pandemie die volle Aufmerksamkeit der neuen Bundesregierung erfordert, kann es noch lange dauern, einen genauen Zeitplan zu entwickeln. Regionalzeitungen haben festgestellt, dass das Gesetzgebungsverfahren durchschnittlich 175 Tage dauert. Ursprünglich sah der Koalitionsvertrag eine vierjährige Frist für die Legalisierung von Cannabis vor. Danach soll das Gesetz geprüft und bewertet werden.

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