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Schlemmerreise @home: Quer durch Deutschland mit diesen 15 regionalen Delikatessen

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In den Zug steigen und einfach mal losfahren – für die meisten eine zu schöne Vorstellung momentan. Doch auch wenn Urlaube und Besuche im Restaurant noch recht schwer umsetzbar sind, bedeutet das nicht, dass man gar keine Reisen unternehmen kann. Wie wäre es da mit einer Schlemmerreise, um zumindest den Gaumen mal zu überraschen mit etwas Neuem? Werft einen Blick auf die Köstlichkeiten, die Deutschland zu bieten hat und lasst euch inspirieren für euer nächstes Abendessen!

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1. Königlich schlemmen mit Sylter Austern

Wir beginnen unsere Reise auf einer der beliebtesten Urlaubsinseln der Deutschen. Sylt bietet viel Erholung und auch einen besonderen Leckerbissen für jeden Gourmet. Unweit im Wattenmeer vor der nordfriesischen Insel werden Austern herangezüchtet, die sogenannten „Sylter Royal“. Der wirkliche Austern-Liebhaber weiß, es gibt viele verschiedene Arten Austern zu genießen. Ob nature, mit Zitrone, weißem Pfeffer, überbacken, geräuchert, gedünstet – jeder kann hier seinen Favoriten finden. Also ab zum Delikatessen-Laden! Für ein bisschen Sylt daheim.

2. Lübecker Marzipan – Exportschlager aus der Hansestadt

Wer es lieber süßer mag, für den ist das Lübecker Marzipan vielleicht genau das Richtige. Seit 1806 stellt die Niederregger Firma das „Lübecker Marzipan“ her, das mittlerweile über die Grenzen der EU hinaus bekannt ist. Die süße Masse aus Mandeln und Zucker wird aber längst nicht nur mit Schokolade ummantelt, sondern in allen erdenklich kreativen Formen präsentiert. Doch auch, wenn die Hansestadt für ihr Marzipan bekannt ist, bedeutet das nicht, dass die süße Köstlichkeit nur dort erhältlich ist. Viele Supermärkte haben es deutschlandweit in ihr Sortiment aufgenommen.

3. Hamburger Labskaus – echte Seemannskost

Wir bleiben im Norden, doch um noch genauer zu sein, wagen wir uns auf die stürmische Nordsee raus. Genau dort auf sicher heiklen Schiffsfahrten wurde eine weitere Spezialität unserer Schlemmerreise erfunden. Die Rede ist natürlich von Labskaus. Die Geschichte besagt, dass das Gericht erschaffen wurde, da auf Schiffsreisen lang haltbare Lebensmittel verwendet werden mussten und die bedauernswerten Seefahrer Zahnprobleme plagten. Die Lösung war ein deftiger Eintopf aus Pökelfleisch mit roter Beete und Gurke. Alles schön klein gehackt und vermengt. Heutzutage wird auch gern mal auf Hackfleisch oder Corned Beef zurück gegriffen, Kartoffeln, Spiegelei, Matjes und Rollmops beigelegt. Klingt alles vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber ein Versuch ist es ja mal wert. Zumindest kann man sich dabei wie ein richtiger Seefahrer:in fühlen.

4. Kohl und Pinkel – Leibgericht aus dem Norden

Winter in Niedersachsen bedeutet auch gleichzeitig: Grünkohl und Pinkel Zeit! Rund um die bekannten Kohlfahrten darf das Gericht in Bremen natürlich nicht auf dem Teller fehlen. Pinkel, das ist nichts anrüchiges, sondern eine leicht geräucherte und grobkörnige Grützwurst, die mit Grünkohl zusammen serviert wird. Ab und an werden dazu noch weitere Fleischzutaten wie Kochwürste, Speck oder Kassler gereicht. Um die nordsächsische Erfahrung zu komplettieren, fehlt nur noch rote Grütze als Nachtisch und natürlich ein hochprozentiger Abschluss. Wenn´s also ein bisschen winterlich deftig werden soll, kann man mit dieser Spezialität nichts falsch machen.

5. Currywurst – Deutschlands beliebtestes Fastfood

Die Currywurst ist aus Deutschland nicht mehr weg zu denken. Die Brühwurst mit Tomatensoße und Currypulver ist eines der beliebtesten Gerichte der Deutschen. Kein Wunder, denn an nahezu jeder Ecke lockt ein Currywurst-Stand mit seinem würzigen Geruch die Massen zu sich. Dabei ist die Herkunft eben jener immer noch ungeklärt. Bundesweit bekannt ist die Berlinerin Herta Heuwer als Currywurst-Erfinderin, aber auch in Niedersachsen gibt es Stimmen, die die knackige Wurst für sich beanspruchen wollen. Letztendlich ist den meisten dieser Streit aber wurscht und es zählt lediglich der Geschmack.

6. Spreewaldgurken – Säuerlicher Klassiker aus Brandenburg

Zu DDR Zeiten gehörte zu einer richtigen Brotmahlzeit auch Gurke. Aber eben nicht irgendeine, sondern die beliebte Spreewaldgurke. Doch nicht nur in der DDR war die angeblich knackigste Gurke beliebt, sie erfreut sich auch heute einiger Fans in ganz Deutschland. Mit Zwiebeln, Dill, Kräutern und Meerrettich wird der unverwechselbare saure und würzige Geschmack hervorgerufen, die der Gurke vielseitige Einsatzmöglichkeiten schafft. Ob zu einer Brotzeit, um den morgendlichen Kater zu überwinden oder um Salate und Quark zu verfeinern, die Sprreewaldgurke ist ein echter Alleskönner.

7. Himmel und Erde – „Arme-Leute-Essen“ aus Nordrhein-Westfalen

Das „Arme-Leute-Essen“ schlechthin ist wohl Himmel und Erde, auch bekannt als Himmel und Ääd. Der Ursprung ist auch hier umstritten, aber die Hauptbestandteile sind unumstößlich festgelegt. Kartoffeln für die Erde treffen auf Äpfel für den Himmel. Ob die Kartoffeln oder die Äpfel dabei zerstampft werden oder ganz gelassen werden, ist dabei jedoch wieder unterschiedlich. Geröstete Zwiebeln, Speck, Blutwurst oder gebratene Leberwurst sind unter Umständen auch auf den heimischen Tellern zu finden. Eine Speise, die wahrlich zwischen Himmel und Erde zu tanzen scheint.

8. Halver Hahn – kölsche Kneipenkultur geht durch den Magen

Kein anderes Gericht unserer Schlemmerreise ist so missverständlich wie der halve Hahn. Wer diese Köstlichkeit bestellt und sich bereits auf ein deftiges Hähnchen freut, der wird jäh enttäuscht werden. Halver Hahn hat mit dem typischen Broiler nichts zu tun, sondern ist ein Roggenbrötchen mit Käse und verschiedenen Würzzutaten. Der Name stammt angeblich von genauso einem Missverständnis im 19. Jahrhundert, da nicht das serviert wurde, was erwartet wurde. Wenn ihr euch also mal nach Köln verirrt, wisst ihr genau, was wirklich dahinter steckt.

9. Rheinischer Sauerbraten für besondere Anlässe

Steht ein Festmahl an sind klassische Braten jeder Art in Deutschland nicht weit. Im Rheingebiet wird dafür auf einen ganz besonderen zurück gegriffen. Der Sauerbraten, früher noch aus Pferdefleisch heute aus Rindfleisch, wird einige Tage geschmort in Essig, Wasser oder Wein, Zwiebeln, Karotten und Gewürzen, um dann fast schon fürstlich serviert zu werden. Mit Kartoffelklößen, Apfelmus, Salzkartoffeln, Nudeln oder Rotkohl wird ein Gericht kreiert, das nahezu jeden Anlass aufpeppt. Und, schon Appetit bekommen?

10. Hessen – Nesterhebbes oder Grüne Soße

Kulinarisch gesehen scheint Hessen wie zweigeteilt. In der nördlichen Region in Braunfels wird vor allem Nesterhebbes gegessen, südlich in Frankfurt dagegen eher Grüne Soße. Nesterhebbes geht auf eine langwierige Tradition zurück, bei der in dem Kloßteig aus rohen und gekochten Kartoffeln Fleisch versteckt wurde, um es nicht dem Lehnsherren abgeben zu müssen. Zum Glück ist das heute lange vergangen, aber wer es lieber kräuterig-frisch mag, der sollte sich vielleicht mal an der sogenannten „Grie Soß“ versuchen. Sieben verschiedene Kräuter werden mit saurer Sahne zu einer cremig grünen Soße verrührt und mit Eiern, Senf, Essiggurke und Schalotten serviert. Gut geeignet, um dem eigenen Essen ein bisschen Farbe zu verleihen.

11. Mit Rostbratwürstchen oder Klößen Thüringen nach Hause holen

Von Hessen geht’s wieder direkt in den Osten und ab nach Thüringen. Denn jeder, der schon mal einen Bratwurststand gesehen hat, wird sie kennen: die Thüringer Rostbratwurst. Gern auch mal als Thüringer Roster bezeichnet. Die beliebte Wurst wird aus Schweinefleisch, wahlweise auch Kalb- oder Rindfleisch, hergestellt und mit Salz, Pfeffer, Kümmel, Majoran und Knoblauch gewürzt. Ab ins Brötchen, Senf drauf und fertig ist der schnelle Snack für zwischendurch. Doch auch für den deftigen Sonntagsbraten haben die Thüringer eine Lösung. Sie wurden schon besungen und sind in vielen Regionen in Mitteldeutschland gar nicht mehr weg zu denken. Die Rede ist natürlich von Thüringer Klößen. Die Kartoffelklöße, manchmal auch mit Semmelbrocken, werden traditionell zu deftigem Fleisch mit Sauerkraut oder Rotkohl gegessen. Damit lässt sich noch jeder triste Feiertag retten.

12. Maultaschen und Spätzle aus dem Schwabenländle

Ohrfeigen und Spatzen – ja, das erwartet einen im Schwabenland. Zumindest, wenn man sich die Leibspeisen der Schwaben anschaut. Maultaschen, die ihren Namen möglicherweise von Maulschellen haben, da die Form der Teigtaschen einem geschwollenen Gesicht nach einer Ohrfeige ähnelt, dürfen besonders an Gründonnerstag auf keinem Teller fehlen. Die beliebten Taschen werden mit Zwiebeln, Fleisch und eingeweichtem Brot gefüllt oder bei der vegetarischen Variante mit Käse und Spinat. Spätzle, deren Bezeichnung starke Ähnlichkeit mit Spatzen oder Sperlingen hat, sind besondere Nudeln in recht eigenwilliger Form, die als Grundlage für zahllose schwäbische Gerichte verwendet werden, wobei am bekanntesten wohl Käsespätzle sind. Doch zum Glück ist es nicht notwendig bis ins Schwabenländle zu trampen, um diesen Genuss auf dem heimischen Teller wiederzufinden. Inzwischen gibt es deutschlandweit zahlreiche Fertigvarianten.

13. Weißwurst aus München – aus einem Zufall zum Kulturgut Bayerns

Trotz Wiedervereinigung gibt es auch heute noch eine Teilung in Deutschland. Oder besser gesagt eine kulinarische Grenze zwischen Nord- und Süddeutschland. Denn was für den Hanseaten das Fischbrötchen ist, das ist für den Bayern eindeutig die Weißwurst. Besonders zum Oktoberfest kommt man um die klassische Weißwurst einfach nicht drumherum. Die Brühwurst aus Kalbfleisch oder Schweinefleisch wurde zufällig in München erfunden durch einen Irrtum eines Lehrlings, der statt Saitlingen (Schafsdäme) Schweindärme brachte. Der Koch Joseph Moser soll aus der Not heraus und aus Angst die Würste würden beim Braten platzen, die Würste im heißen Wasser gebrüht haben. Die Geburtsstunde eines wahren Kulturguts Bayerns. Die auffällig weiße Wurst wird heute mit süßem Senf, Brezeln und Weißbier genossen. Die Besonderheit ist, dass der Darm nicht mit gegessen wird, sondern gezuzelt (gesaugt) wird. Bei ein bisschen Oktoberfest-Feeling und Schunkeln mit den Liebsten darf dieser Gaudi natürlich nicht fehlen.

14. Unterschätzte Delikatesse aus Sachsen: Leipziger Allerlei

Dass Gemüse mal für Armut stand und das Leipziger Allerlei aufgrund einer listigen Täuschung entstanden ist, kann man sich heute kaum noch vorstellen. Doch genau so soll sich die Geschichte rund um das ostdeutsche Gericht zugetragen haben. Die Stadt Leipzig soll im 19. Jahrhundert recht wohlhabend gewesen sein und wollte mit der Kreation einer Mahlzeit, die nur aus Gemüse und einem Flusskrebs bestand, Bettler und Steuereintreiber abschrecken, die lieber teures Fleisch wollten. Auch heute besteht Leipziger Allerlei vor allem aus Blumenkohl, Erbsen, Kohlrabi, Karotten und Spargelstücken, zu denen entweder ein Flusskrebs oder ein Stück Mettwurst beigelegt wird. Viele kennen es inzwischen nur noch aus der Dose, aber warum nicht mal die Zeit nehmen und selber schnippeln?

15. Lecker und kalorienarm: Harzer Käse mit neuer Heimat

Unsere Schlemmerreise endet nun bei der letzten Station auf der Deutschlandkarte. Man sollte meinen der Harzer Käse würde auch aus dem Harz stammen, aber das stimmt nicht ausschließlich. Auch die Schweizer wollen das Recht an der Erfindung für sich beanspruchen. Seitdem eine Molkerei auch noch die Käsemanufaktur aufgekauft hat, kommt der Käse nicht mehr aus der namensgebenden Region, sondern aus Sachsen.  Das ändert aber nichts daran, dass der Käse ein richtiger Schlankmacher ist. Ja, richtig gehört, der Sauermilchkäse aus Kuhmilch hat einen sehr hohen Proteingehalt, weshalb er bei Sportlern zum Beispiel sehr gefragt ist. Der kleine runde Laib Käse mit Kümmel, der je nach Reife zuerst hart und zitronig scharf und schließlich weich und pikant-würzig ist, eignet sich besonders gut zu einer Brotmahlzeit oder in einem Salat. Statt immer die gleichen Zutaten, also einfach mal auf eine schmackhafte und gleichzeitig gesunde Alternative zurückgreifen. Für weitere Inspirationen schaut gern bei kurz-mal-weg.de. Viel Spaß dabei.


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