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Wie die Pandemie unsere Essgewohnheiten verändert

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Experten beobachten, dass sich seit Beginn der Corona-Pandemie auf deutschen Tellern zwei grundlegend gegensätzliche Trends abzeichnen. Die einen ernähren sich plötzlich extrem gesund. Bei den anderen landen immer ungesündere Lebensmittel auf dem Speiseplan. Woran das liegt und was die Krise in deutschen Küchen sonst noch verändert hat, erklärt diese Bestandsaufnahme.

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Deutsche Ernährung: Diese Tendenzen gibt es seit Corona

Laut dem Robert Koch Institut haben sich bis August 2021 bundesweit insgesamt fast vier Millionen Menschen nachweislich mit COVID-19 infiziert. Die Dunkelziffer liegt Experten zufolge deutlich höher. Was, wenn ich Corona kriege? Diese Frage begleitet uns seit Beginn der Pandemie genauso durch den Alltag wie die tagesaktuelle Infektions- und Todeszahl. Dasselbe gilt für das Thema Risikofaktoren, die einen schweren Krankheitsverlauf begünstigen. Zu jenen zählen unter anderem Übergewicht und Folgeerkrankungen wie Diabetes mellitus. Ständig damit konfrontiert, ist die eigene Gesundheit für viele Bundesbürger seit der Krise in den Fokus gerückt. 

In einer CLARK-Studie gaben mehr als 80 Prozent aller Befragten 2020 an, seit Corona auf gesundheitsförderliches Verhalten zu achten. Im Rahmen dessen hat die Ernährung an Bedeutung gewonnen. Marktbeobachter erkennen 2020 einen deutlichen Nachfrageanstieg im Hinblick auf Ernährungsberatungen und -therapien. So wichtig einem Großteil der Bundesbürger neuerdings gesundes Essen ist: Nicht jedem gelingt die Umstellung problemlos. Im Gegenteil: Auch das andere Extrem ist seit Corona verbreitet. Comfort Food im Sinne von Essen als Seelentröster beobachtet man seit der Pandemie vermehrt. 40 Prozent aller Deutschen können das nicht mehr verleugnen. Sie haben laut einer Umfrage der TU München seit der Pandemie an Gewicht zugelegt.

Kochtrend fördert gesundes Essverhalten

Seit der Krise wird laut Ernährungsforschern bundesweit wieder mehr gekocht. Dank Homeoffice haben zahlreiche Menschen deutlich mehr Zeit dazu – zudem fehlt die Möglichkeit, während der Mittagspause die Bürokantine aufzusuchen. Die gemeinsame Zubereitung ausgewogener Speisen ist im Familienkreis teils sogar zu einem Event geworden, so vor allem mangels anderer Beschäftigungsmöglichkeiten. Wenn wir mit frischen Zutaten ausgewählte Rezepte zubereiten, essen wir ganz automatisch gesünder als Menschen, die ständig beim Lieferservice bestellen oder stark verarbeitetes Convenience Food kaufen.

Die neue Lust am Kochen fördert demzufolge ein gesünderes Essverhalten. In Extreme gespalten bleibt Deutschland allerdings auch hier. Zwar steigen seit der Pandemie die Google-Suchanfragen für gesunde Rezepte zum Selberkochen. Zur selben Zeit hat der Absatz von Fertiggerichten in der Krise einen neuen Höchststand erreicht. Ob wir in der Krise eher Comfort Eating oder Schlankheitskuren betreiben hat, hängt laut Experten bedeutend von unserem gewohnten Ernährungsverhalten vor der Pandemie ab. Personen mit vorhandener Ernährungskompetenz und verlässlichem Zugang zu gesunden Lebensmitteln gelinge es in der Pandemie eher, ausgewogene und bedarfsgerechte Essgewohnheiten aufrechtzuerhalten oder neu zu etablieren. Andere würden umso leichter in Situationen gedrängt, die eine gesundheitsförderliche Ernährung erschweren.

Besser essen während Corona – so geht’s

Du willst die Krise nutzen, um dich besser zu ernähren, warst bisher aber nicht erfolgreich? Wenn du seit der Pandemie eher zu Comfort Food als gesunder Ernährung tendierst, haben wir einige Tipps für dich parat. Wenn Quarantänekoller, Einsamkeit oder Langeweile deinen Stresspegel steigen lassen, erhoffst du dir vom Essen unterbewusst wahrscheinlich Abwechslung, Ablenkung und Zufriedenheit. Frustessen dieser Art ist trotzdem nicht gesund. Um dagegen anzugehen, solltest du

  • dich auf jede Mahlzeit konzentrieren und bloß nicht nebenbei essen.
  • langsam essen und auf die Sättigungssignale deines Körpers hören.
  • Teller nie zu voll füllen und niemals direkt aus Packungen essen.
  • Vorräte nicht an sichtbaren Orten aufbewahren.
  • wasser- und ballaststroffreiche Sattmacher wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst, Nüsse und Samen bevorzugen.
  • regelmäßige Mahlzeiten einnehmen (drei Mal am Tag).
  • mindestens 1,5 Liter in Form von Wasser, ungesüßten Tees oder Saftschorlen trinken.
  • für ausreichend Entspannung und Bewegung sorgen.
  • ein Ernährungstagebuch führen, um die Kontrolle zu behalten.
  • kein Trost-Essen hamstern.
  • in Stresssituationen ablenkende Tätigkeiten zur Stimmungsregulierung verfolgen, zum Beispiel Sport.
  • auf einen geregelten Tagesablauf achten.
  • mit abwechslungsreicher Kost Mangelerscheinungen vermeiden.
  • vorkochen und Essen genau planen.
  • Fertiggerichte vermeiden.

Experten-Tipp zur Ernährung in Krisenzeiten: Die meisten Menschen lernen von Kindesbeinen an, dass Essen bei Kummer Besserung verspricht. Oftmals bringen wir uns auch selber bei, uns mit besonderen Snacks für überstandene Anstrengungen zu belohnen. In Krisenzeiten greifen genau diese Mechanismen. Uns Leckereien in einer Krise ganz zu verbieten, ist oft der falsche Weg. Besser ist es laut Experten, wenn wir uns regelmäßig etwas gönnen. Das muss nicht unbedingt Ungesundes sein. Wie wäre es zum Beispiel mit einem besonderen Essen aus Berlins besten Lokalen für leichte Küche? So lecker kann Gesundes sein!


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