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Events und Veranstaltungen besuchen trotz Schwerhörigkeit?

Neben dem Hauptsymptom einer Schwerhörigkeit, also der Minderung der Hörleistung, kommt es zu vielen weiteren Folge- und Begleiterscheinungen, mit teils weitreichenden Auswirkungen. Ein großes Thema, auf das wir in diesem Artikel eingehen möchten, ist der Verlust des Anschlusses am gesellschaftlichen Leben.

Warum verlieren Betroffene häufig den Anschluss?

Die Antwort ist simpel und sehr komplex zugleich. Denn einerseits erklärt es sich schnell durch das schlechte Hörvermögen, warum Menschen sich zurückziehen. Sie können Gesprächen immer schlechter folgen, erst recht wenn mehrere Personen beteiligt sind. Die Herausforderung steigt um ein Vielfaches, wenn die Umgebungslautstärke hoch ist, beispielsweise im Biergarten oder auf Veranstaltungen wie Konzerten oder Festivals.

Damit kommen wir zum komplexen Teil. Betroffene sind schnell angestrengt, genervt und eventuell entstehen Missverständnisse, die womöglich zu Konflikten führen können. Das Resultat ist, dass sich Menschen mit Hörminderungen häufig zurückziehen und Stück für Stück aus dem gesellschaftlichen Leben verschwinden. Mit weitreichenden Folgen.

Gesellschaftlicher Anschluss ist essenziell!

Dabei ist der Anschluss an Familie, Freunde und einem gesellschaftlichen und kulturellem Leben essenziell für unsere Gesundheit. Forschungen haben gezeigt, dass sozial isolierte Menschen, auch ohne Stresssituationen an erhöhten Cortisol-Spiegeln leiden. Cortisol ist ein Stresshormon, das bei dauerhaft erhöhtem Spiegel beispielsweise zu Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, Bluthochdruck, Übergewicht und zu einem geschwächten Immunsystem führt.

Schwerhörigkeit so früh wie möglich erkennen!

Eine Schwerhörigkeit entwickelt sich schleichend und wird daher häufig erst später erkannt. Bei entsprechendem Verdacht sollte man keine Zeit verlieren und einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Denn umso früher eine Hörminderung erkannt wird, umso schneller kann das Voranschreiten der Symptome aufgehalten werden.

Beispielsweise führt eine zunehmende Hörminderung zu mehr Tätigkeit und Anstrengung des Gehirns im entsprechenden Areal, was dauerhaft zu Stress führt (Cortisol-Ausschüttung). Stress wiederum kann die Verschlimmerung der Symptome begünstigen, sodass sozusagen ein Teufelskreis entsteht. Meist sind es Hörgeräte, die dann Abhilfe schaffen, ein vollumfängliches Hörerlebnis erneut ermöglichen, das Gehirn entlasten und somit wieder zu einer entspannteren Lebenssituation führen.

Zurück ins Leben finden!

Durch den Einsatz von Hörgeräten ist eine Teilnahme am normalen Alltag wieder möglich. Während man früher unwillkürlich einen Hörgeräteträger am auffälligen Gerät erkennen konnte, sind die modernen Geräte kaum und teilweise sogar überhaupt nicht mehr sichtbar. Es ist wieder möglich, an Gesprächen teilzunehmen, sich über wichtige Themen auszutauschen, Unternehmungen zu planen und Veranstaltungen zu besuchen.

Je nachdem wie lange die Isolation war, braucht es seine Zeit, zurück ins normale Leben zu finden. Auch wenn es unangenehm ist, aber es ist sehr empfehlenswert, mit engen Freunden und Verwandten über die Situation zu sprechen, damit einerseits eventuelle, zurückliegende Konflikte aufgearbeitet werden und andererseits keine neuen entstehen. Es gibt bei einer Hörminderung egal welchen Umfangs und unabhängig vom Alter des Betroffenen keinerlei Grund, sich zu schämen, das ist ausdrücklich hervorzuheben. Denn tatsächlich leiden auch schon immer mehr junge Menschen an Hörminderung, meist ausgelöst durch das Hören lauter Musik.

Konzertbesuche wieder möglich

Dabei kann Musikhören auch das Wohlbefinden und unsere Gesundheit steigern. Mit entsprechenden Hörgeräten können daher auch schwerhörige Menschen wieder an gesellschaftlichen Veranstaltungen, wie Konzerten teilhaben. Der heutige Stand der Technik erlaubt es sogar, ein vortreffliches Klangerlebnis zu haben. Denn moderne digitale Hörgeräte sind mit einer Technik ausgestattet, die nicht nur individuell auf den Träger eingestellt werden kann, sondern auch Umgebungsgeräusch nach Relevanz filtert. 

Ein Konzertbesuch ist daher kein Problem mehr. Selbst ein Gespräch während eines Konzertes oder eben in lauter Umgebung sind dann wieder möglich. Der gesellschaftliche und kulturelle Anschluss ist wieder hergestellt, so wie es sein soll.

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