Als Damon Albarn mit Blur 1991 erstmals die Charts eroberte, war er noch so britisch wie eine Tasse Tee. Mit fünf Nr.-1-Alben in England wurden Blur der clevere Gegenentwurf zur raubeinigen Britpop- Szene und eines schnell klar: Die Insel wurde für Albarn zu eng. Nach einer Afrikareise schuf er mit dem Zeichner Jamie Hewlett die Gorillaz – ein Meilenstein: Die Comic-Band begeisterte mit kreativen Videos, verschmolz Pop, HipHop und Rock und verkaufte allein vom Debüt über sieben Millionen Exemplare. Keine Atempause: Mit der Afrobeat-Legende Tony Allen gründete er diverse Bands wie The Good, The Bad and The Queen (mit Ex-Mitgliedern von The Clash und The Verve) oder Rocketjuice and the Moon (mit Flea von den Red Hot Chili Peppers). „So wunderbar es ist, mit Blur auf der Bühne zu stehen, und jeder kann deine Songs mitsingen“, erklärt der 44-Jährige „mit solchen Genies zu spielen lehrt dich so viel darüber, Musiker zu sein – wer du selbst bist.“ Trotz jüngster Lebenszeichen soll nach ihrem Abschlusskonzert bei Olympia Schluss sein für Blur. Auch die Gorillaz stecken in der Sackgasse. Was also macht Albarn? Er komponiert ein Opernalbum und mischt damit die Klassik auf. Bei ihm geht es immer weiter.