Auf seinen ersten beiden Soloalben verging sich der Mann mit dem Ziegenbärtchen an Electronica, Jazz und Klassik. Auf Harakiri stöpselt er wieder die Gitarre ein, dreht den Verstärker auf und rockt wie ein junger Wilder – mit elf lauten, rasanten Songs, die an frühe System Of A Down erinnern, vor Energie und Power strotzen und mit ebenso skurrilen wie bissigen Texten aufwarten. Da geht es um Absurdes wie kriminelle Schmetterlinge, mystische Füllhörner und mörderische Stille, aber auch um systematische Volksverdummung durch Reality-TV, Korruption, die Occupy-Bewegung und Anzeichen einer nahenden Apokalypse. Alles zusammen macht Harakiri zu einem fiesen Tritt in den Allerwertesten der Wohlstandsgesellschaft – mit Anlauf und einem breiten Grinsen.