Bislang kennen wir nur ihren Rücken, der im Video zu einer der erfolgreichsten Singles der letzten Jahre (mit über sieben Millionen verkaufter Exemplare) zu bewundern ist. Dabei muss sich Kimbra nun wirklich nicht verstecken: Die adrette Neuseeländerin betört durch endlos lange Beine, knallrote Lippen und eine witzige, pechschwarze 50s Shag- Frisur. Als 17jährige wurde sie vom britischen Musikmogul Mark Richardson entdeckt, zog nach Australien und hatte fast vier Jahre Zeit an ihrem Erstlingswerk zu basteln. „Es hat ewig gedauert, um dahin zu kommen, wo ich heute bin. Aber dafür habe ich jetzt einen eigenständigen Sound, der in keine Schublade passt.“ Und den sie grinsend als „Prog-Pop“ bezeichnet: Eine kunterbunte Mischung aus TripHop, Jazz, Funk, Soul und New Wave. Extrem vielseitig und verspielt, aber auch mit scharfen Ecken und Kanten.

Video-Tipp: „Cameo Lover“ (Live at Sing Sing Studios) von Kimbra

Denn in den dreizehn Stücken rechnet Kimbra, die aktuell Single ist, mit verflossenen Lovern ab, die wahlweise schlecht im Bett oder viel zu dominant waren – und präsentiert sich als Frau, die weiß, was sie will: „Ich brauche keinen Macho, aber auch keinen Waschlappen, den ich bemuttern muss“, lacht sie. „Sondern jemanden, der mit meinem Lifestyle klarkommt, was gar nicht so einfach ist.“ Schließlich ist Kimbra bekennende Weltenbummlerin und selten lange an einem Ort anzutreffen. Lieber pendelt sie zwischen Melbourne (ihr offizieller Wohnsitz), Los Angeles (dem Hauptquartier ihrer Plattenfirma) und New York (ihre erklärte Lieblingsstadt), und plündert dabei jeden Second Hand-Shop, der ihr in die Quere kommt – auf der Suche nach schrägen Outfits. „Ich wehre mich gegen die weit verbreitete Meinung, dass Mode etwas wer weiß wie Exklusives und Teures sein muss. Für mich ist sie nur ein weiteres Mittel, um mich auszudrücken – und meine Musik visuell zu unterstreichen. Weshalb ich auch so auf diese Prom-Kleider aus den 80ern stehe, die gebraucht gerade mal zwanzig Dollar kosten, und die ich dann umnähe und mit kleinen Accessoires versehe. Sie sind schrill, bunt und witzig. Also genau wie ich.“ Wovon man sich Ende August auch live überzeugen kann, wenn Kimbra zum ersten Mal durch Deutschland tourt. Es sei denn, sie trifft bis dahin ihr großes Idol: „Für Prince würde ich alles stehen und liegen lassen – sofort. Da wäre mir alles andere egal. Obwohl: Für Gotye natürlich auch. Falls er mich mal wieder braucht.“ Ist klar…