Städte sind wie Menschen – sie haben einen ganz eigenen Charakter. Tucson, die Heimatstadt von Calexico ist geprägt von der sengenden Hitze der Wüste Arizonas und der Nähe zu Mexiko. „Die Menschen hier sind entspannt, sie leben ganz ruhig und beschaulich und passen sich an das Klima an. Du kannst hier einfach nicht hektisch sein“, meint Joey Burns, der Kopf der Band über seine Heimatstadt.

Video-Tipp: „Para“ von Calexico

Dieses Gefühl transportieren Calexico seit der Veröffentlichung ihres Debüts 1996 auch in ihrer Musik, die von der Umgebung Arizonas mitgeprägt ist. Lateinamerikanische Rhythmen treffen auf Folkgitarren und amerikanischen Country und vermischen sich mit leichten Alternative-Rock-Anleihen zu einer relaxten Melange, die ideal als Roadtrip-Musikbegleitung für die Wüstentour geeignet ist.

Neues Album, neuer Stil

Calexicos neues Album „Algiers“ sticht da ein wenig heraus, vor allem, weil es noch ruhiger, noch entspannter wirkt als seine Vorgänger. Die Rock-Einflüsse, die noch auf der letzten Platte „Carried to Dust“ zu hören waren sind fast völlig verschwunden und das Gefühl bleibt nicht aus, dass der Stil gewechselt hat. Joey Burns hat die Straße gegen das Heim eingetauscht und beschreibt auf dem Album eine neugewonnene Introspektion: „Es gab eine Menge privater Veränderungen in den letzten Jahren. Unter anderem bin ich Vater geworden. Dadurch habe ich angefangen mein Leben neu zu bewerten und mich an die neuen Bedingungen anzupassen.“ Und dazu gehört halt auch, dass die Band jetzt nicht mehr so viel tourt und sich mehr Zeit nimmt, um neue Songs zu schreiben.

Video-Tipp: „Splitter“ von Calexico (Live at Algiers)

Wenn die Musik dann aber so entspannt daherkommt wie die zwölf Titel auf „Algiers“, dann warten wir gerne auch ein wenig länger auf das nächste Album.

City Slang, ab 07.09.



Lars Schmeink