Der Erfolg von Grizzly Bears allseits gefeiertem letzten Album „Veckatimest“ hallte noch eine Weile nach, dann wurde es ruhig um die US-Band. Chris Bear, Ed Droste, Daniel Rossen und Chris Taylor gingen ihre eigenen Wege, holten Urlaube oder Zeit mit Freunden und Familie nach und nutzten die Zeit zum durchatmen und erholen. Jetzt, zwei Jahre später, sind die Amerikaner mit ihrem vierten Album „Shields“ zurück und präsentieren uns ein überraschend lebhaftes und flüssiges Werk.

„Sleeping Ute“ von Grizzly Bear (Opener von „Shields“)

In Texas trafen sich die vier Grizzlybären, um sich nach der Auszeit persönlich und musikalisch wieder einander anzunähern. Nach einem Abstecher in Colorado nahmen sie schließlich im vertrauten Cape Cod, wo bereits „Veckatimest“ entstand, die neue Platte auf.

In „Shields“ stecken unzählige Ideen, viel kleinteilige Arbeit und eine große Portion Penibilität. Jeder Track wurde solange mit neuen Ideen der einzelnen Bandmitglieder angereichert bis schließlich das große Ganze entstand. Dieses Gesamtwerk enthält so viel Leidenschaft und Gefühl wie selten ein Grizzly-Bear-Album zuvor. Zwar sticht „Yet Again“ ähnlich wie Two Weeks“ auf „Veckatimist“ als eingängigstes Stück heraus, insgesamt greift die „Ein Hit pro Platte“-Logik aber nicht.

Video-Tipp: „Two Weeks“ von Grizzly Bear

Fazit: Die Schönheit der Songs von Grizzly Bear liegt nicht in der Hitträchtigkeit, sondern in ihrer Ästhetik und Perfektion. „Shields“ ist abermals ein Beweis dafür.

Warp, ab 14.09.2012

Anika Haberecht