Das muss man sich mal vorstellen: Jeden Morgen gehen rund 70 erwachsene Menschen an ihren Arbeitsplatz im englischen Bristol und tun dort nichts anderes als mit Knete zu spielen. Aus der klebrigen Masse haben sie einen Bauernhof als Kulisse modelliert. Ihre ganze Konzentration gilt den Bewohnern: ein Bauer, drei Schweine, eine Schafherde und ein Hund. Um kleine Geschichten mit ihnen zu erzählen, müssen diese Figuren immer ein winziges Stück weiterbewegt werden. Dann macht die Filmkamera ein Einzelbild, und es folgt die nächste Minimalbewegung. 25 Aufnahmen ergeben eine Sekunde Film. „Pro Arbeitstag schaffen wir etwas mehr als eine Minute“, erzählt Nick Park, kreativer Kopf des Trickstudios Aardman. Das funktioniert, weil mindestens zehn Teams an einer Episode arbeiten. Jedes mit einem identischen Satz Knetfiguren. So liebevoll entsteht „Shaun das Schaf“. Der blökende heimliche Chef auf dem Bauernhof ist längst zu einem Popstar aus Knete geworden, mit kleinen und großen Fans auf der ganzen Welt. Allein in Deutschland wurden bislang 2,1 Millionen Shaun- DVDs verkauft, solche Zahlen hat kein Hollywoodstar je erreicht. Grund ist der wunderbar anarchische Humor, der die Serie wie ein roter Faden durchzieht. Wenn Shaun dem tumben Bauern das warme Badewannenwasser absaugt, um selbst darin zu planschen, wenn er die fiesen Schweine vom Disco-Abend vertreibt oder den ständig trillerpfeifenden Hund Bitzer austrickst, zaubert das jedem Zuschauer ein Dauergrinsen ins Gesicht. Sie glauben“s nicht? Einfach ausprobieren!