Schwere Maschinen, schwere Jungs und schwere Konflikte: Die Rocker-Serie „Sons of Anarchy“ hat inzwischen auch hierzulande eine eingeschworene Fangemeinde. Schauplatz der Serie ist das fiktive Örtchen Charming in der Nähe der nordkalifornischen Metropole Oakland. Dort herrscht „Sam Crowe“ – das ist der personalisierte Name der Motorrad-Gang SAMCRO (Sons of Anarchy Motorcycle Club Redwood Original). Die ist in jede Menge dunkle Geschäfte verstrickt, vor allem Waffenhandel, und hat natürlich Stress mit verfeindeten Gangs. Neben den ziemlich brutalen Auseinandersetzungen, die daraus resultieren, sind es aber vor allem die internen Konflikte, die „Sons of Anarchy“ antreiben: Im Mittelpunkt steht Jackson „Jax“ Teller (gespielt von dem charismatischen Briten Charlie Hunnam, bekannt aus „Cold Blood“ oder „Unterwegs nach Cold Mountain“). Er ist der Sohn des verstorbenen Gründers der Gang, und als er alte Aufzeichnungen seines Vaters findet, kommen ihm immer mehr Zweifel an dem gewalttätigen Weg, den die „Sons“ eingeschlagen haben – und an der Geschichte vom Tod seines Vaters. Dieses Geheimnis wird bewahrt von seiner manipulativen Mutter (Katey Sagal, Peggy Bundy aus „Eine schrecklich nette Familie“, die für ihre Darstellung den Golden Globe bekam) und ihrem jetzigen Mann und Gangleader Clay Morrow („Hellboy“ Ron Perlman). Doch der frisch gebackene Vater Jax muss immer mehr Verantwortung innerhalb der Gang übernehmen und sich in dem Netz aus Mord, Gewalt, Manipulationen und Revierkämpfen behaupten. Ein faszinierend düsteres Macht-Schachspiel von manchmal shakespeareschen Ausmaßen, bei dem die Helden Kutte tragen.
Michael Schömburg