Seine Hits „One Night in Ibiza“ und „2012 (If The World Would End)“ waren europaweit erfolgreich und sind bis heute von den Tanzflächen der Clubs nicht wegzudenken. Mit seiner neuen Single Everybody möchte Mike Candys an diese Erfolge anknüpfen. Grund genug für Prinz.de mit dem Schweizer Erfolgsexport zu sprechen.

Hättest Du jemals damit gerechnet, dass deine Debutsingle „One Night in Ibizia“ in Deutschland so erfolgreich wird? Die Nummer hat so viele Platten verkauft, dass sie sogar mit Gold ausgezeichnet wurde. Wo warst du gerade, als du die Nachricht von Deinem Management erfahren hast?

Nein, da ich die Single ursprünglich als Nachfolge-Single für meine erfolgreichen Songs „Insomnia“ und „Together Again“ für den Französischen Markt produziert hatte. Als dann die Nachricht kam, dass „One Night in Ibiza“ in die Deutschen Top-15 eingestiegen war, war ich völlig überrumpelt. Ich saß gerade im Studio als ich das erfahren habe.

Deine Nachfolge-Single „2012 (If The World End)“ wurde noch erfolgreicher. Neben den Gold-Auszeichnungen in Deutschland und Österreich, gab es noch eine Platin-Auszeichnung in deinem Heimatland. War die Platin-Auszeichnung für dich persönlich noch besonderer, weil du sie in deiner Heimat erhalten hast?

Ich erinnere mich genau an den Moment als „2012“ in die Deutschen iTunes Charts auf 1 ging. Ich saß in Neapel am Flughafen und erhielt die SMS von meinem Label Kontor Records. Daraufhin weinte ich 10 Minuten lang aus lauter Freude und Erleichterung. Ich hatte über 4 Monate an der Nummer gearbeitet und der Erfolgsdruck nach „One Night in Ibiza“ war natürlich enorm. Dass der Song in der Schweiz auch ein Riesenerfolg war, bedeutet mir natürlich sehr viel. Ich arbeite in der Schweizer Musikszene seit 20 Jahren, da ist so eine Auszeichnung natürlich etwas Schönes.

2008 hast du mit deinem Freund Jack Holiday den Track „Insomnia“ von Faithless produziert und machte euch weit über die Heimatgrenzen bekannt. Es regnete viele Auszeichnungen. Hast du dir damals schon vorgenommen „Das schaffe ich auch Solo“?

Nein, das mit meiner Solo-DJ-Karriere war nie mein Plan. Ich produzierte einfach Tracks, von denen ich dachte, dass DJs sie gerne spielen werden. Dass dann Mike Candys so erfolgreich wurde, war nicht geplant, aber vielleicht die logische Folge aus über 1000 Produktionen in 20 Jahren.

Wie entstand damals die Zusammenarbeit mit Evelyn und Tony T.? Zu dritt seid ihr ja ein eingeschweißtes Erfolgstrio.

Die Zusammenarbeit mit Evelyn funktioniert super seit 2010 als wir „Together Again“ aufgenommen hatten. Mein Labelmanager brachte sie zu mir ins Studio, wir nahmen ein paar Takes auf und ich wusste sofort: Ihre Stimme passt zu meiner Musik.
Tony T. kam erst mit der letzten Single „Everybody“ dazu und er hat einen tollen Job gemacht für den Song. Ich denke, wir werden auch in Zukunft zusammenarbeiten.

Seit Ende Juni hast du mit Evelyn & Tony T. den neuen Song „Everybody“ auf dem Markt. Das Video zeigt dich mit Evelyn und Tony T. bei verschiedenen Gigs und Festivals. Es werden auch Szenen aus eurem Tour-Alltag gezeigt. War es Dir wichtig, euren Fans einen kleinen Einblick in Euren Alltag zu geben?

Ja, dass war uns in der Tat wichtig. Ich werde sehr oft gefragt, wie mein Alltag auf Tour denn so aussieht. Das Video gibt einen guten Einblick.

Deine „Everybody“-Tour läuft zur Zeit und geht noch bis in den Herbst. Wann gönnst du dir mal eine Auszeit? Schaffst du es überhaupt zu einem langen Sommer-Urlaub oder holst du das im Winter nach?

Im Sommer liegen nur ganz wenige Tage Urlaub drin. Ich denke, ich werde im Herbst mal eine Woche Pause machen. Ich hatte seit 2 Jahren keinen Urlaub mehr, der länger als 7 Tage dauerte.

Wenn es mit der Musik irgendwann nicht mehr klappt, würdest du dann auch wieder in Deinem ursprünglichen Beruf als Lehrer zurückkehren?

Ich denke eher nicht, aber ausschliessen soll man nie etwas. Wenn ich mal nicht mehr auf den Bühnen unterwegs sein sollte, werde ich mein Leben lang noch im Studio für andere Künstler arbeiten.

Bist du froh, dass du noch ein zweites Standbein hast und damals das Studium nicht geschmissen hast?

Klar, das gibt immer eine Sicherheit und manchmal ist es besser, man schreibt als Beruf „Lehrer“ als „DJ“.

Bei SIDO war es damals die Maske und bei dir ist das Erkennungszeichen die gelbe Smiley-Maske. Wie kam die Idee dazu?

Da ich vom Produzenten zum DJ wurde, wollte ich meine Sets von Anfang an etwas anders gestalten als die eines „normalen“ DJs. Ich spiele sehr viele eigene Produktionen und Remixes und als optisches Erkennungsmerkmal für den MC-Sound bastelte ich dann die Maske.

Mit der Schweiz hat man früher immer DJ Bobo verbunden, jetzt bist du neben deinem Kollegen DJ ANTOINE der Schweizer Erfolgsexport. Was zeichnet deiner Meinung nach die Schweizer besonders aus?

Wir sind fleissig, ehrgeizig und arbeiten zielstrebig. Das gilt wahrscheinlich nicht für alle Schweizer, aber soweit ich Bobo und Antoine kenne, trifft das zu. Das sind hilfreiche Attribute für den Erfolg.

Was magst du lieber? Das Auflegen oder die Arbeit im Studio?

Ich liebe beides. Wenn ich im Studio arbeite, stelle ich mir vor wie meine Songs Live funktionieren. Wenn ich auflege, sammle ich schon wieder Ideen für die nächste Studiosession.

Interview geführt: Lisa Schein