Wenn eine Newcomer-Band mehr als einen Sänger hat, ist das entweder chaotisch oder berechnend. Bei Empyr steckt Kalkül dahinter, denn für das Quintett gilt es viel zu erreichen: Die französische Allstar-Band will amerikanischer klingen als die gesamte US-Alternative-Szene. C’est vrai! Also prügeln sich gleich drei Herren ums Mikro, das Gitarrenspiel gleicht einer Saitenjagd der Giganten, und selbstverständlich wird am amerikanischen Akzent gefeilt. Live erschlägt einen dann beinahe dieses übersättigte, dichte Emo-Brett aus Instrumenten und Gesangsgewirr – doch zurück bleibt ein kantenloses Musikgebilde. Ganz anders unplugged, da löst sich der Soundbrei auf. Doch bis die Monsieurs die Hosen runterlassen, dürfte es noch ein paar Touren dauern.