„It’s all about soul“, hat Billy Joel einst gesungen. Genau da liegt das Problem von Linkin Park. Seit über zehn Jahren reiht das Sextett aus Kalifornien einen Welthit an den nächsten. Ganz sicher gibt es kein Festival weit und breit, auf dem Chester Bennington nicht der lauteste Schreihals wäre. Trotzdem nimmt man den Millionären ihre Wut nicht ab – und zwar nicht erst, seit sie Millionäre sind. Linkin Park sind Frickler, die ins Studio gehen wie andere ins Büro. Ihre Songs klingen perfekt, kühl konstruiert und seelenlos. Der transportierte Fließbandschmerz wird vor allem live entlarvt, wo die Band daherkommt wie eine fleißige Handwerkertruppe auf Montage. Dabei schließen sich glaubwürdige Wut und Millionenverkäufe gar nicht zwangsläufig aus. Kann man bei Eminem nachhören.

Video-Tipp: „The Catalyst“ von Linkin Park