Vom netten Trompeter zum Posterboy: Wie kein zweiter deutscher Jazzer ist Till Brönner aus der Nische ins Rampenlicht gerückt. Für Jazzpuristen ist seine zahme Musik nur süße musikalische Berieselung. Dem Massenpublikum indes bietet sie nicht nur einen geschmeidigen Einstieg in ein unbekanntes Musikgenre, sondern obendrein auch Klassik von Bach im Gewand von Lounge-Pop. Bei Konzerten legt der gebürtige Niederrheiner neuerdings auch mal die Trompete beiseite und singt soulig zu eingängigem Pop-Jazz. Seine Liveband begleitet ihn dabei so versiert, dass man zuweilen glaubt, eine CD zu hören. Aber zum Glück hat Brönner inzwischen auch Entertainer-Qualitäten und impft seinen Shows mit augenzwinkernden Zwischenansagen etwas mehr Spontaneität ein.